Als BLH Quincy (mit 15 Wochen) zu BLH Lucky (mit 4 Jahren) zog, war ich gut vorbereitet – mit Gittertür und dadurch abgetrenntem Schlafzimmer von der restlichen Wohnung, die ansonsten sehr offen geschnitten ist. Drei Stunden vor der Ankunft von Quincy hatte sich nun aber Lucky just durch die noch offene Gittertür und nachfolgende offene Zimmertür ins Schlafzimmer zurückgezogen, um in der Liegemulde vom im Prinzip für Quincy (bzw. mit ihm dann drei Katzis) neu angeschafften Kratzbaum tief und fest zu schlafen. Da meine BKH Daisy drei Tage zuvor unerwartet verstorben war, habe ich es nicht übers Herz gebracht, Lucky aus seiner Liegemulde herauszulotsen, aber wenigstens die Gittertür geschlossen.
Also kam Quincy im Rest der Wohnung an – mutig und neugierig –, und Lucky schlief einfach weiter. Tja, da habe ich die Gittertür dann aufgemacht. Als Lucky dann irgendwann ins Wohnzimmer bzw. den Rest der Wohnung töffelte, war er etwas irritiert und ist gleich wieder ins Schlafzimmer getrottet. Rasch zurück in seine „Mulde“. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich einfach zwei Kater, die sich friedlich miteinander vertraut gemacht haben.
Beide leben seit September 2013 bei mir zusammen, und es hat nie, aber wirklich nie ein Fauchen oder Knurren beiderseits gegeben.
Worauf ich das zurückführe:
- beide Kater hatten eine sehr gute Frühsozialisation
- beide Kater lebten nie ohne kätzische Gesellschaft
- Quincy kam erst mit 15 Wochen und hatte gerade in den letzten Wochen davon VIEL über kätzische Interaktion gelernt
- Lucky ist ein eher ruhiger Vertreter, und so gut es altersbedingt überhaupt ging, habe ich schon auf Quincy’s kompatiblen „Charakter“ geschaut.
- Ich war einigermaßen „ruhig“ bei der Zusammenführung, die Züchter waren zudem ca. 2-3 Stunden dabei. Außerdem hatte ich meine Gittertür als Sicherheit und Beruhigung in der Hinterhand, das würde ich heute genauso wieder machen. Quasi als sofort aktivierbaren Plan B.
Herausheben möchte ich noch einmal, dass Quincy 15 Wochen alt war. In meinen Augen – und ich habe den kleinen Mann zuvor ja öfter mal besucht – macht das einen großen Unterschied zu 12 Wochen. Der „Kleine“ (eine körperlich große Plüschkugel) hatte bereits in der Katzengruppe gut „gelernt“, dass nicht alle ihm mit „Quincy, wie süß bist du denn?“ begegnen, wie man krallenlos einem Zoff aus dem Weg geht, wie man Grenzen „aushandelt“ etc. Wenig später hat er meinem Lucky (6,5 Kilo) „gezeigt“, wie Kater „lieb“ raufen (von Daisy gab es bei diesbezüglichen Intentionen immer eins auf die Zwölf).
Bei der Zusammenführung von einem Kitten mit einer erwachsenen Katze würde ich ergo – aus meiner Erfahrung heraus – für ein vergleichsweise späteres (als 12 Wochen) Abgabealter des Kitten plädieren, den nicht unerheblichen Mehraufwand (Futterkosten, denn sie fressen wie die Scheunendrescher) kann man ja ggf. finanziell beim Züchter begleichen.