Gewissensfrage - Wohnungskatzen zu Freigängern machen

Diskutiere Gewissensfrage - Wohnungskatzen zu Freigängern machen im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; Hallo miteinander. Mich quält zur Zeit das schlechte Gewissen. Ich überlege schon seit längerem meine Süßen nach draußen zu lassen. Wenn ich die...
  • Gewissensfrage - Wohnungskatzen zu Freigängern machen Beitrag #1
Nadines3 Kater

Nadines3 Kater

Beiträge
5.302
Reaktionspunkte
58
Hallo miteinander.

Mich quält zur Zeit das schlechte Gewissen.
Ich überlege schon seit längerem meine Süßen nach draußen zu lassen.
Wenn ich die anderen Katzen draußen so sehe, blutet mir oft das Herz und ich denke das würde meinen bestimmt auch gefallen.

Zu unserer Wohnsituation:

Wir leben hier auf 115 Quadratmetern. Alle Räume sind frei zugänglich, Tag und Nacht. Wir haben einen besonders großen und langen Gang, in dem auch unsere zwei größten Kratzbäume, zwei Deckenspanner stehen, hier wird auch die meiste Zeit getobt. ABER: Wir haben keinen Balkon oder Terrasse. Wir haben zwei Eingangstüren, eine davon führt direkt in den Garten, da haben wir eine Art Gittertür eingebaut, sodass die drei wenigstens einen Blick nach draußen haben und etwas Frischluft schnappen können. Wir wohnen in einem kleinem Dorf, die Hauptstraße ist aber nicht weit entfernt.

Zu unseren Katern:

Rocky - 2 Jahre alt, kastriert aus dem Tierheim, wurde uns in Wohnungshaltung vermittelt, da er lt. Aussage des Tierheims schon immer ausschließlich drinnen gelebt hat. Er war bei einer sogenannten Maine Coon Züchterin, hat dort aber wohl die Zuchtkatze bestiegen und sollte deshalb weg.
Er ist ein richtiger Draufgänger, für jede Rauferei zu haben und auch der wildeste von den Dreien.
Bei ihm mache ich mir die wenigsten Sorgen - ich denke er würde draußen gut zurecht kommen.



Pascha - 2 Jahre alt, kastriert aus dem Tierheim. Ebenfalls in reine Wohungshaltung vermittelt, aufgrund seines langen Fells, welches tägliches Bürsten benötigt, sonst verfilzt es sofort. Er war eine sogenanntes Weihnachtsgeschenk eines Mannes an seine Frau, welche aber überhaupt nicht begeistert darüber war, deshalb wurde er im Tierheim abgegeben. Er hingegen wurde als Freigänger gehalten, wurde überhaupt nicht gebürstet, dementsprechend mit Filzplatten übersehen, sodass er erst mal geschoren werden musste. Bei ihm mache ich mir große Sorgen ihn rauszulassen, aufgrund seines Aussehens, langhaarig, da hab ich einfach Angst das ihn jemand vielleicht mitnehmen würde.
Er hat ein sehr gemütliches Wesen, kann aber auch mal seine wilden 5 Minuten haben.



Simba - 1 Jahr alt, kastriert aus dem Tierheim. Über ihn weiß ich am wenigsten. Er wurde von Spaziergängern aus einem Fluss gefischt, da war er 5-6 Monate alt.
Er ist sehr verspielt, anfangs aber auch sehr schreckhaft gewesen, was sich aber immer mehr gebessert hat. Es fällt ihm schwer Höhe einzuschätzen und auch z.B. auf dem Kratzbaum die Balance zu halten.
Alles musste man ihm beibringen, z.B. auf die Couch zu springen, auf den Kratzbaum, aufs Bett usw.
Zum Teil hat er das von den anderen zweien gelernt, ist ihnen im Spiel nachgesprungen und schwups, war er auf dem Kratzbaum, ohne es zu merken.
Er springt nur da drauf, was wir lange mit ihm geübt haben, steht aber oft lange davor, man meint fast er würde überlegen "schaffe ich das jetzt oder sollte ich da lieber nicht rauf "
Bei ihm sorge ich mich auch, das er draußen nicht zurechtkommen würde, z.B. das er ein heranfahrendes Auto und dessen Geschwindigkeit nicht einschätzen kann.


In letzter Zeit ist mir aufgefallen das sich die drei vermehrt langweilen, vor allem Rocky. Er sitzt oft am Fenster und miaut, auch wenn ich mit ihm spielen will, hat er oft keine Lust. Die anderen Zwei spielen gerne mit der Angel oder Bällchen werfen.
Wir clickern, haben Fummelbretter und beschäftigen uns sooft es geht mit unseren Dreien. Sie sind in der Regel nie länger als vier Stunden alleine, da ich im Schichtdienst arbeite.

Und trotzdem denke ich mir, sie hätten vielleicht ein schöneres Leben wenn sie auch draußen rumstreifen könnten. Ich würde einfach gerne wissen, sind Katzen auch zufrieden wenn sie nur in der Wohnung gehalten werden, über eure Meinungen würde ich mich sehr freuen.


Danke an alle die sich bemühen, meinen langen Text zu lesen.

Hier noch Fotos von den Dreien, damit ihr euch ein besseres Bild machen könnt.

Rocky


Pascha


Simba
 

Anhänge

  • 20140502_193315.jpg
    20140502_193315.jpg
    2,5 MB · Aufrufe: 1
  • 20140510_235107.jpg
    20140510_235107.jpg
    2,1 MB · Aufrufe: 1
  • 20140430_134316.jpg
    20140430_134316.jpg
    1,6 MB · Aufrufe: 1
  • Gewissensfrage - Wohnungskatzen zu Freigängern machen Beitrag #2
Hübsche Pfötchen hast du da :)

Ich denke, dass es eine reine Gewissensfrage ist, ob du sie rauslässt. Es gibt Katzen die direkt an der Strasse wohnen und 20 Jahre alt werden, und es gibt solche die auf dem Land schon nach wenigen Wochen verschwinden oder überfahren werden.

Ich persönlich (und das soll jetzt keine Grundsatzdiskussion werden) finde dass es nichts schöneres für Katzen gibt, frei draussen zu sein, zu toben, zu spielen, Fliegen zu jagen und vom frischen Gras zu fressen.
Wenn man die Möglichkeit hat, ist aber auch ein gesicherter Garten ein echtes Paradies.

Ob Katzen in reiner Wohnungshaltung glücklich sind, kann man natürlich nicht sagen. Selbst wenn man den Katzen Kletterparadiese baut, einen Balkon sichert, weiss man nicht, ob eine Katze draussen nicht viel glücklicher wäre. Oder ob sie es gar nicht braucht.
 
  • Gewissensfrage - Wohnungskatzen zu Freigängern machen Beitrag #3
Danke für deine Antwort. Ja das ist wirklich eine Gewissensfrage. Bin da wirklich im Zwiespalt.
Du hast Bengalen, richtig? Sind deine Freigänger?

Lg
 
  • Gewissensfrage - Wohnungskatzen zu Freigängern machen Beitrag #4
Hello!

Wirklich hübsche Katermänner hast du :mrgreen:!!!

Ich denke, Wohnungskatzen sind durchaus glücklich. Wenn sie Freigang nicht kennen, werden sie ihn auch nicht vermissen. Kiara war 5 Jahre lang Wohnungskatze ohne Probleme.

Mittlerweile haben wir für unsere 3 Fellis den Garten ausbruchssicher gemacht. ;-)
Ein unkontrollierter Freigang kommt für mich nicht in Frage. Dem Kater meiner Eltern (leben in einer wirklich sehr ruhigen Gegend mit 30er-Zone) ist ein Auto über den Kopf gefahren.

Ich muss zugeben, jetzt wo unsere 3 im Garten tollen und Insekten jagen oder sich sonnen würde ich ihnen das NIE MEHR vorenthalten!! Es ist schon ein Stück mehr Lebensqualität für sie.

Aber wie gesagt, mit Straße daneben ist für mich persönlich ein Freigang ausgeschlossen.

Ihr habt doch einen Garten oder? Könnt ihr den nicht umzäunen oder ein Gehege bauen?
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gewissensfrage - Wohnungskatzen zu Freigängern machen Beitrag #5
Danke für deine Antwort. Ja das ist wirklich eine Gewissensfrage. Bin da wirklich im Zwiespalt.
Du hast Bengalen, richtig? Sind deine Freigänger?

Lg

Ich habe zwei Bengalen, ja. Sie dürfen bald ganz raus, aktuell gehen sie jeweils noch mit meiner Begleitung nach draussen.
 
  • Gewissensfrage - Wohnungskatzen zu Freigängern machen Beitrag #6
Leider leben wir in einer Mietwohnung, mit Gemeinschaftsgarten, den wir demnach auch nicht einzäunen dürfen. Es ist eine Souterrain Wohnung, die Türe führt direkt in den Garten, aber eben ohne Terrasse.

Insgeheim träumen wir ja vom Haus mit eigenem Garten, doch bis dahin wird es noch einige Zeit dauern.

Ich hoffe das wir unseren Tigern diesen Traum irgendwann erfüllen können, sodass sie auch mal den Duft von frischem Gras schnuppern können.

JessesGirl, geht ihr dann mit Leine nach draußen? Oder sind die zwei so brav das sie in deiner Nähe bleiben?

Ich habe mir auch schon überlegt, ob ich mit ihnen nach draußen gehen soll. Sehe meinen Nachbarn immer mit seiner Heiligen Birma, er trägt sie auf dem Arm wie ein Baby, auch wenn er sie runter lässt, sie bleibt immer in seiner Nähe.

Aber mit drei Katzen, wie soll ich das anstellen, wenn da einer ein Vögelchen sieht kann ich für nichts garantieren, da kann es denke ich schon passieren das einer das Weite sucht :roll:
 
  • Gewissensfrage - Wohnungskatzen zu Freigängern machen Beitrag #7
Es gibt nichts Schöneres und Ausgeglicheners als ein Freigänger-Katze, finde ich. Was aber nicht heißen soll, dass deine 3 nicht auch glücklich sind, vor allem, weil sie ja nicht allein sind, nichts anderes kennen usw. ... also auf jeden Fall musst du es dir sehr gut überlegen, denn wenn sie dann mal die Freiheit gewohnt sind, kannst du sie eigentlich nicht mehr wieder zu Wohnungskatzen machen, das wäre dann wirklich schlimm für sie!

Es kommt einfach ganz auf dein Wohngebiet an, wenn es hier bei dir genügend andere freilaufende Katzen gibt, die schon viele Jahre hier überstanden haben, dann würde ich mich auch trauen, sie rauszulassen. Passieren kann auch im ruhigsten abgeschiedensten Gebiet was ... man hat nie die Garantie.

Auch die Katzen sind unterschiedlich. Meine folgt aufs Wort, mit ihr kann ich auch wie mit einem Hündchen ums Haus gehen, oder wenn ich sehe, dass sie es sich an der Straße bequem macht, dann rufe ich ihren Namen und sie kehrt sofort um ... deine wären wahrscheinlich sowieso sehr vorsichtig, da sie diesen Lärm von draußen nicht so gewohnt sind ... habe keine Erfahrung, aber mich würds interessieren, wie sie auf Autos reagieren, wahrscheinlich hätten sie große Angst und würden gleich ins Haus zurücklaufen.
 
  • Gewissensfrage - Wohnungskatzen zu Freigängern machen Beitrag #8
Ja, das ist mir bewusst, wenn sie einmal draußen waren, werden sie das auch wieder einfordern.

Ich muss gestehen, Rocky und Pascha sind mir schon zwei mal ausgebüchst, die Türe war nicht richtig zu und schon waren sie draußen.
Ich habs aber gleich bemerkt, die beiden waren auch nicht weit, saßen im Garten.

Ein scharfes "Rocky und Pascha" haben auch gereicht und die zwei sind maunzend wieder nach drinnen gegangen.

Sie kratzen aber keines Wegs an der Türe und wollen raus, obwohl sie genau wissen das es dort nach draußen geht.
 
  • Gewissensfrage - Wohnungskatzen zu Freigängern machen Beitrag #9
Ich denke auch, dass niemand hier dir die Entscheidung abnehmen kann. Übers Forum kann man ja die Situation auch nur begrenzt beurteilen. Vielleicht würden wir deine Katzen ganz anders einschätzen als du es tust, wir waren noch nicht bei dir und kennen dein Umfeld und dich nicht...;-)
Fakt ist doch:

Pro Freigang:
-mehr Reize und Abwechslung ( wir wissen wohl alle aus unserer persönlichen Erfahrung, dass es nichts schöneres gibt als im Sommer draußen die Sonne und das Leben zu spüren. Das kann ein Balkon und ein offenes Fenster/Tür nur begrenzt ersetzen. Da passiert hormontechnisch eine ganze Menge. Und Schnee und Winter können auch toll sein.;-))
-Jagdverhalten und auch die optimale gesunde Ernährung kann (aus)gelebt werden
-Genau so wie Sozialverhalten mit allem was dazu gehört also auch immer wieder neue Katzen kennen zu lernen, Freundschaften zu schließen, aber auch mobben und Revierverteidigung, was man bei Wohnungskatzen ja nicht will.
-Eigenständigkeit und nicht immer dieses ständige behütet werden. Ich glaube das verändert Katzen schon, wenn sie nicht so betüddelt werden. Man wächst und wird erwachsener mit jeder Erfahrung die man macht...

Kontra Freigang:
-Katzen können die Geschwindigkeit von Autos genau wie Kinder nicht korrekt einschätzen. Kein Problem, wenn sie so ängstlich sind, dass sie schon flüchten wenn das Auto noch ganz weit weg ist. Aber es gibt auch Katzen die nicht so ängstlich sind.
-Sie können geklaut werden oder sich verlaufen.
-Sie können versehentlich eingesperrt, durch vergiftete Mäuse oder auch Pestizide, sie sie sich von den Pfoten ablecken, versehentlich vergiftet werden oder sich sonst wie verletzt.
-Von Tierquälern oder anderen Tieren wie Hunden etc erwischt werden und und und

Ich habe zwei Wohnungkater, meine Eltern mittlerweile den zweiten Freigänger.

Meine Eltern wohnen auch an einer 30er Straße und eine anliegende Straße ist ein verkehrsberuhigter Bereich. Sie kennen alle direkten Nachbarn und auch viele aus der engeren Umgebung. Alle verstehen sich mit meinen Eltern, kennen Findus und wissen, dass sie sich bei Problemen und Vorkommnissen an meine Eltern wenden können und auch sollen. Selbst wenn die Katze versehentlich angefahren oder vom Hund gebissen wurden. Hauptsache es wird der Tierarzt gerufen und die angefahrene/verletzte Mietz nicht einfach liegengelassen. Alle Nachbarn werden auch so eingeschätzt, dass sie zumindest meine Eltern informieren würden und bei der Suche helfen würden, wenn die Katze verletzt flüchtet etc. Sie würden auch in ihre Keller gucken wenn eine Katze vermisst wird....
Findus ist aber nur im eigenen Garten und den Nachbargärten unterwegs. Zumindest streunt er nur so weit, dass er es immer hört, wenn meine Mutter mit der Spielangel klingelt.
Unser erster Kater war aber ein zugelaufener Streuner, der nach 4 Monaten an der einige km entfernten Hauptstraße lag. :sad::sad::sad:Er wollte wohl auf ein ehemaliges Bundeswehrgelände auf der anderen Seite.:-(
Es kommt sehr auf die Katze an. Ist sie neugierig und würde an Autos schnuppern, fremde Garagen erforschen oder ist das alles "Oh Gott, da gehe ich nicht hin." ?Findus hat Angst vor fremden Kellereingängen und auch an stehende Autos geht er nicht. Er legt sich nicht drunter, er schnuppert nicht dran...Er mag sie nicht. Auch nicht das Auto meiner Eltern, wenn es auf dem Grundstück steht. Da macht er einen Bogen rum. Geschweigedenn wenn es anspringt....

Es muss wirklich jeder selber wissen ob er damit umgehen kann, wenn der Katze etwas passiert, ob er die Ungewissheit und Warterei ertragen kann... Da kann einem keiner die Entscheidung abnehmen.
Genau so bei Wohnungskatzen, da kann auch keiner sagen: ,,Die Katzen sind glücklich. Du machst das Richtige."
Ich wohne z.B im Stadtkern, in einem Mehrfamilienhaus, in der Nähe eines Bahnhofs...Da stellt sich für mich die Frage nach Freigang eigentlich nicht. Aber auch hier laufen Freigänger rum. Und einige sehe ich schon seit 2007 immer wieder....
 
  • Gewissensfrage - Wohnungskatzen zu Freigängern machen Beitrag #10
Klar die Entscheidung kann mir niemand abnehmen, das liegt ganz bei mir. Aber es ist einfach eine sehr schwere Entscheidung.

Ich danke euch allen auf jeden Fall für eure Meinungen.

Lg
 
Thema:

Gewissensfrage - Wohnungskatzen zu Freigängern machen

Gewissensfrage - Wohnungskatzen zu Freigängern machen - Ähnliche Themen

Zusammenführung bis jetzt gescheitert - macht es noch Sinn, was können wir tun?: Hallo zusammen, wir haben die folgende Situation zuhause: Alle 3 Katzen sind Indoor-Katzen. Wir haben zwei kastrierte Katzen Mavie und Romy...
Zusammenführung nur Probleme: Hallo zusammen, Ich brauche Rat. Unsere Zusammenführung macht nur Probleme. Katze Tapsy: - 9 Monate alt, weiblich, kastriert - Leider zu früh...
Beste Kumpels plötzliche spinnefeind: Moin,moin aus Hamburg! Wir verzweifeln derzeit an unseren beiden Katern und wissen leider echt nicht mehr weiter. Wir haben im Dezember 2019...
Partnerkatze verstorben - Spezialfall?: um 20:16 Uhr Lesezeichen hinzufügen #1 Hallo ihr Lieben, vor 10 Monaten ist leider unsere geliebte Ragdolldame mit 5 Jahren verstorben. Unsere...
Meine Katze will nicht mehr ins Haus: Hallo zusammen, meine fast 18 jährige Katze will plötzlich nicht mehr ins Haus. Meine MIetz ist vor 10 Jahren eingezogen nachdem sie sich bei den...
Oben Unten