Hallo miteinander.
Mich quält zur Zeit das schlechte Gewissen.
Ich überlege schon seit längerem meine Süßen nach draußen zu lassen.
Wenn ich die anderen Katzen draußen so sehe, blutet mir oft das Herz und ich denke das würde meinen bestimmt auch gefallen.
Zu unserer Wohnsituation:
Wir leben hier auf 115 Quadratmetern. Alle Räume sind frei zugänglich, Tag und Nacht. Wir haben einen besonders großen und langen Gang, in dem auch unsere zwei größten Kratzbäume, zwei Deckenspanner stehen, hier wird auch die meiste Zeit getobt. ABER: Wir haben keinen Balkon oder Terrasse. Wir haben zwei Eingangstüren, eine davon führt direkt in den Garten, da haben wir eine Art Gittertür eingebaut, sodass die drei wenigstens einen Blick nach draußen haben und etwas Frischluft schnappen können. Wir wohnen in einem kleinem Dorf, die Hauptstraße ist aber nicht weit entfernt.
Zu unseren Katern:
Rocky - 2 Jahre alt, kastriert aus dem Tierheim, wurde uns in Wohnungshaltung vermittelt, da er lt. Aussage des Tierheims schon immer ausschließlich drinnen gelebt hat. Er war bei einer sogenannten Maine Coon Züchterin, hat dort aber wohl die Zuchtkatze bestiegen und sollte deshalb weg.
Er ist ein richtiger Draufgänger, für jede Rauferei zu haben und auch der wildeste von den Dreien.
Bei ihm mache ich mir die wenigsten Sorgen - ich denke er würde draußen gut zurecht kommen.
Pascha - 2 Jahre alt, kastriert aus dem Tierheim. Ebenfalls in reine Wohungshaltung vermittelt, aufgrund seines langen Fells, welches tägliches Bürsten benötigt, sonst verfilzt es sofort. Er war eine sogenanntes Weihnachtsgeschenk eines Mannes an seine Frau, welche aber überhaupt nicht begeistert darüber war, deshalb wurde er im Tierheim abgegeben. Er hingegen wurde als Freigänger gehalten, wurde überhaupt nicht gebürstet, dementsprechend mit Filzplatten übersehen, sodass er erst mal geschoren werden musste. Bei ihm mache ich mir große Sorgen ihn rauszulassen, aufgrund seines Aussehens, langhaarig, da hab ich einfach Angst das ihn jemand vielleicht mitnehmen würde.
Er hat ein sehr gemütliches Wesen, kann aber auch mal seine wilden 5 Minuten haben.
Simba - 1 Jahr alt, kastriert aus dem Tierheim. Über ihn weiß ich am wenigsten. Er wurde von Spaziergängern aus einem Fluss gefischt, da war er 5-6 Monate alt.
Er ist sehr verspielt, anfangs aber auch sehr schreckhaft gewesen, was sich aber immer mehr gebessert hat. Es fällt ihm schwer Höhe einzuschätzen und auch z.B. auf dem Kratzbaum die Balance zu halten.
Alles musste man ihm beibringen, z.B. auf die Couch zu springen, auf den Kratzbaum, aufs Bett usw.
Zum Teil hat er das von den anderen zweien gelernt, ist ihnen im Spiel nachgesprungen und schwups, war er auf dem Kratzbaum, ohne es zu merken.
Er springt nur da drauf, was wir lange mit ihm geübt haben, steht aber oft lange davor, man meint fast er würde überlegen "schaffe ich das jetzt oder sollte ich da lieber nicht rauf "
Bei ihm sorge ich mich auch, das er draußen nicht zurechtkommen würde, z.B. das er ein heranfahrendes Auto und dessen Geschwindigkeit nicht einschätzen kann.
In letzter Zeit ist mir aufgefallen das sich die drei vermehrt langweilen, vor allem Rocky. Er sitzt oft am Fenster und miaut, auch wenn ich mit ihm spielen will, hat er oft keine Lust. Die anderen Zwei spielen gerne mit der Angel oder Bällchen werfen.
Wir clickern, haben Fummelbretter und beschäftigen uns sooft es geht mit unseren Dreien. Sie sind in der Regel nie länger als vier Stunden alleine, da ich im Schichtdienst arbeite.
Und trotzdem denke ich mir, sie hätten vielleicht ein schöneres Leben wenn sie auch draußen rumstreifen könnten. Ich würde einfach gerne wissen, sind Katzen auch zufrieden wenn sie nur in der Wohnung gehalten werden, über eure Meinungen würde ich mich sehr freuen.
Danke an alle die sich bemühen, meinen langen Text zu lesen.
Hier noch Fotos von den Dreien, damit ihr euch ein besseres Bild machen könnt.
Rocky
Pascha
Simba