So.. wir waren beim Arzt.
Wurde ja auch langsam mal Zeit
Wir haben beide Jungs eingepackt und unter lautstarkem Protest und verwirrten Miauzen wurden die beiden zu Dr. Krohn gefahren, bei dem wir einen Termin für die Kardiologische Untersuchung bei Merry hatten und einmal nachhorchen bei Pippin.
Merry holten wir zuerst hervor und wie es sich gehört hat er ganz schön gekämpft. Zwei Leute haben ihn am Ende festgehalten und ich streichelte den im Trichter eingepackten Kopf, weil er sich wirklich, wirklich nicht untersuchen lassen wollte.
Ergebnis ist folgendes:
Echokardiographiebefund
Anamnese/ klinische Symptome:
kardiologische Untersuchung, Abklärung des Herzgeräusches, bekannte
HCM/Aortensteose seit 2010, bekommt Dimazon 10 mg 1x tgl. 1/2 Tabl., Atenolol wurde nach der letzten Untersuchung abgesetzt.
Sehr guter Ernährungs- und Allgemeinzustand, munter, aufmerksam und etwas ängstlich, SH rosa, tastbare Lymphknoten unauffällig, kein Pulsdefizit, Herzfrequenz bei 180 Schläge/min
Auskultation:
systolisches Herzgeräusch II°/5 links > rechts, leicht verschärftes Vesikuläratmen, Herz ggr. arhythmisch
Sonographie:
physiologischer linksventrikulärer Durchmesser in der Diastole (LVDd 16,3 mm) und in der Systole (LVDs 7,1 mm)
Hinterwand/grenzwertigeverdickte Stärke (LWDd 5,5 mm) und Normokontraktilität
Ventrikelseptum verdickte Stärke (IVDd 6,2 mm) und Normokontraktilität
homogene Echogenität des Myokards
linker Vorhof nicht vergrößert, Verhältnis linkes Atrium : Aorta 1,44 (Kurzachse), LAsD-2D- 15,3 mm
im linksventrikulären Ausflußtrakt fällt morphologisch eine geringgradige Einengung des Septums auf, morphologische Beschaffenheit und Motilität der Taschenklappen o.b.B., normales Flußprofil der Aorta ohne diastolische Regurgitationssignale, Vmax des systolischen Einstroms mit 2,0 m/s erhöht
rechtsventrikulärer Ausflußtrakt morphologisch unauffällig, morphologische Beschaffenheit und Motilität der Taschenklappen o.b.B., normales Flußprofil der Arteria pulmonalis ohne diastolische Regurgitationssignale, Vmax des systolischen Einstroms mit 1,06 m/s physiologisch
morphologische Beschaffenheit der Mitralklappensegel o.b.B., ggr. systolische Regurgitationssignale bis 1,8 m/sec im s/w und Farbdoppler, im Farbdoppler als Tropfen unterhalb der Klappe, umgekehrtes E/A Verhältnis (SAM)
morphologische Beschaffenheit der Trikuspidalklappensegel o.b.B., ohne systolische Regurgitationssignale im s/w und Farbdoppler
physiologischer Kurvenverlauf der Mitralklappenbewegungen im M- Mode (typische Ausbildung der E- und A-Welle), normale Distanz zwischen E-Punkt der Mitralklappenbewegungen und Kammerseptum (EPSS 0,11 mm)
gute Kontraktilität des Myokards (FS um 52 %)
im mitlaufendem EKG Herzfrequenz bei 180-200 Schlägen/min vereinzelte ventrikuläre Extrasystolen
Diagnosen:
obstruktive Hypertrophe
Kardiomyopathie
ggr. Mitralklappeninsuffizienz
Beurteilung:
Das Herz des Patienten hinterläßt einen bereits veränderten Gesamteindruck. Es bestehen verdickte Wandstärken an der Hinterwand und am Kammerseptum, bei noch physiologischen linksventrikulären Parametern und einem leicht vergrößertem linken Atrium.
Die hypertrophe
Kardiomyopathie entsteht bei einem gestörtem Abfluß aus dem linken Ventrikel. Abflußstörungen aus dem Ventrikel können in fixe bzw. dauerhafte und dynamische unterteilt werden. Bei letzteren behindert die veränderte Mitralklappe während der Systole durch Verlagerung vor den Ausflußtrakt unterhalb der Aorta den regelgerechten Blutausstrom (SAM= systolic anterior movement). Da die Mitralklappe hierbei auch fehlerhaft schließt, kommt es außerdem zu Regurgitationen. Die falsche Bewegung der Mitralklappe wird verursacht durch einen unphysiologischen Sitz der Papillarmuskeln. Auch hohe Ausflußgeschwindigkeiten und Verwirbelungen werden für die SAM verantwortlich gemacht. Die systolische Vorwärtsbewegung des septalen Mitralklappensegels (SAM) und die daraus resultierende ggr. Mitralklappeninsuffizienz haben zu einer leichten Vorhofvergrößerung geführt. Die festgestellten Auswirkungen der
Kardiomyopathie des Patienten müssen als mittelgradig eingestuft werden. Eine Nachkontrolle sollte in 12 Monaten erfolgen. Bitte beim Impfen auf Arrhthmien achten. Bei
Dyspnoe, Inappetenz oder verändertem Allgemeinbefinden bitte sofort vorstellen.
Therapievorschlag:
Aus kardiologischer Sicht sollten ein ACE-Hemmer und ein Diuretikum eingesetzt werden:
Furosemid, z.B. Dimazon 10 mg 1 x tgl. 1/2 Tabl.
Benefortin 2,5 mg 1x tgl. 1 Tabl.
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Die alte Ärztin hat sich beim vermessen des Herzens tatsächlich vermessen und falsche Werte eingetragen. Deswegen bekommt unser Dicker jetzt eine Tablette mehr und wir fahren einmal im Jahr zum nachschallen. Er hat mich auch ein paar Punkte genannt auf die ich acht geben soll und falls ihr mit Herzproblemen bei euren Katzen kämpft und in Hamburg wohnt. Geht zu Dr Krohn. Es ist zwar keine Katzenklinik, aber Herr Krohn hat selbst Katzen
Ich fühlte mich bei ihm gut aufgehoben und die Untersuchung bei Pippin hat kein Herzfehler ergeben, zukünftig wird hier aber weiter geguckt, dass das auch so bleibt.