Nachdem ich jetzt mal ein wenig Zeit und Ruhe habe, wollte ich die Geschichte unseres Findelkindes mal niederschreiben.
Waren an Pfingsten wieder einmal in Kroatien in Urlaub auf einem Campingplatz. Nach zwei Tagen dort haben wir mitbekommen, dass im oberen Teil unter einem Vermietwohnwagen eine Katze mit ihren fünf Jungen sich häuslich niedergelassen hat. Die ganze Familie wurde von anderen Campern gefüttert.
Hier muss ich jetzt allerdings erwähnen, dass ich in diesem Moment die Augen verschlossen hatte. Im letzten Jahr wurden in der nähe drei kleine Kitten in einer Plastiktüte von Jugendlichen gefunden, die dann bei uns gelandet sind. Diese hatten die Augen noch zum Teil geschlossen und nach zehn Tagen des Kampfes haben wir diesen verloren.
Zwei Tage später bekamen wir jedoch mit, dass ein Camper, keine Ahnung warum, wieso, weshalb, sich gestört gefühlt hat und die fünf Kleinen in einen Karton gesetzt hat und irgendwo ausgesetzt hat.
Keiner wusste wohin er sie gebracht hatte.
Zurückblieben ist eine verstörte Mutter und ein paar ratlose Camper.
Es vergingen weitere vier Tage, bis uns ein Hundehalter erzählte er hätte außerhalb des Ortes im "Niemandsland" fünf kleine Kätzchen gesehen. Er konnte jedoch nichts machen, da sein Hund die Katzen angegriffen hätte.
Naja wir sind dann zu der besagten Stelle gelaufen, haben gerufen und gelockt. Irgendwo aus dem Gebüsch meinten wir auch was gehört zu haben, jedoch konnten wir es nicht genau zuordnen. Nach zwei Stunden sind wir dann alleine wieder zurückgegangen.
Zwei Tage später kam der Hundehalter wieder auf uns zu uns meinte, er hätte eines gesehen. Also meine Tochter und mein Mann wieder zu der Stelle gegangen, gerufen und gelockt, jedoch auch dieses mal das gleiche Spiel - nichts.
Sie machten sich dann wieder auf in Richtung Campingplatz. Als sich mein Mann jedoch nochmal umdrehte rannte ihnen in zwanzig Metern Entfernung ein kleines Etwas nach. Die kleine Mieze dürfte ca. 6 Wochen alt gewesen sein.
Überglücklich brachte unsere Tochter die Kleine zu unserem Wohnmobil. Die Mutter hatte nach fünf Tagen die Suche aufgegeben und einen Kater an ihrer Seite. Also wurde die Kleine von uns adoptiert.
Nach dem Besuch beim dortigen Tierarzt, der uns Entwarnung gab bezüglich Katzenschnupfen und Katzenseuche, schlief sie zwei Tage abwechselnd auf unseren Armen. Nur Kartons und Transportboxen wollte sie überhaupt nicht. Da mussten wir kapitulieren und wir mussten doch noch über 800 km nach Hause mit ihr.
Am Abreisetag fuhren wir nochmal zum Tierarzt der sich die Kleine nochmal gründlich anschaute, einen Abszess am Rücken öffnete und reinigte. Sie bekam ein Langzeitantibiotikum und die notwendigen Papiere für die Ausreise.
Madam weigerte sich immer noch in etwas eingesperrt zu werden. Also fuhren wir einfach mal Richtung Heimat. Das erstaunliche war nur, sobald der Motor des Wohnmobiles lief, sprang sie auf die Seitenbank, kuschelte sich in das Hörnchenkissen und schlief dort bis der Motor ausging. So kamen wir sicher und wohlbehalten zu Hause an.
Mittlerweile mischt sie unseren gesamten Haushalt kräftig auf und auch unsere drei anderen Mitbewohner freunden sich langsam aber sicher mit dem Wirbelwind an.
Wir können zwar nicht die Welt retten, aber einen kleinen Teil davon und diesen möchten wir nicht mehr missen.