Neuzugang: Kater aus der "Freiheit" zu jüngeren Wohnungskatzen?

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  • Neuzugang: Kater aus der "Freiheit" zu jüngeren Wohnungskatzen? Beitrag #1
Lucid Dream

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Hallo liebe Katzenfreunde!

Mein Freund und ich sind seit Herbst 2012 stolze, manchmal auch geplagte Besitzer von zwei Fellnasen :-D
Die beiden sind ein Geschwisterpaar aus schwarz-weißer Katze und rot-weißem Kater, ca. 2,5 Jahre alt, kastriert, rundum gesund soweit und ohne auffällige Merkmale.
Wir leben zur Zeit in einer ca. 65m² großen Wohnung, die von den Katzen komplett begangen werden kann (außer wenn gerade etwas in der Küche steht, wovon sie besser ihre Pfoten lassen sollen).
Sie dürfen hochklettern wo sie wollen und haben einen Raum in den sie sich zurückziehen können, dieser wird nur selten betreten, denn hauptsächlich spielt sich alles im Wohnzimmer ab wo auch Computer, TV etc. stehen.

Beide stammen aus einem Schrebergarten in meiner Heimatstadt, der gerne von verschiedenen Katzen besucht wird, da meine Mutter und der Besitzer des Grundstücks regelmäßig füttern und die Tiere gut behandeln.
So kommt es eben auch vor, dass plötzlich Nachwuchs auftaucht...

Aus eben diesem Schrebergarten stammt auch ein anderer roter Kater, der mittlerweile ca. 7 Jahre alt sein müsste.
Ich habe mich damals als er noch klein war sofort mit ihm angefreundet, hatte jedoch noch keine Möglichkeit ihn aufzunehmen.
Mittlerweile lebt er recht einzelgängerisch in der Gegend von Bauernhöfen, besucht ab und zu noch den Schrebergarten um Futter abzugreifen.
Er sieht meines Erachtens nach recht verwahrlost aus, nicht dünn aber struppig - wie eine typische Straßenkatze eben.
Vor einigen Tagen habe ich ihn wiedergesehen, er kam sofort angelaufen als er mich ihn rufen hörte, hat geschmust, den Hund meiner Mutter begrüßt und uns lange nachgeschaut als wir wieder gegangen sind.

Wie ihr euch nun vielleicht denken könnt spiele ich mit dem Gedanken, den freilebenden Kater zu uns zu nehmen.

Zu den Charakterzügen der Tiere kann ich sagen, dass sich die beiden Kater vom Verhalten her ziemlich ähnlich sind, sie wirken fast etwas wie Zwillinge.
Beide sind verschmust, freundlich, anhänglich und unkompliziert.
Die Katze ist eher zurückhaltend, kritisch, observierend und divenhaft, kratzt jedoch wie auch der Kater nie, außer vielleicht im Spiel.

Ich denke also, sie könnten sich theoretisch arrangieren.
Wenn die Katze keine Lust hat sich auf den Neuzugang einzulassen, könnten die beiden Kater spielen.
Viel mehr sehe ich das Problem darin, dass der Kater das Leben in der "Wildnis" gewöhnt ist, während die anderen beiden seit Kindheit reine Stubentiger sind.
Allerdings habe ich schon von einigen Umgewöhnungen von einem zum anderen gehört, die glimpflich ausgegangen sind.
Jemand sagte zu mir, Freiheit sei ein rein menschlich geprägter Begriff.
Katzen die es draußen nicht sonderlich gut hätten würden sich vielleicht sogar freiwillig für ein behütetes Leben entscheiden solange sie Futter bekommen, sich nicht langweilen und gepflegt werden.
Und zu dritt wäre Langeweile auf jeden Fall das kleinste Problem.

Wie seht ihr das, sollte ich es mit dem Kater versuchen?
Ich hätte rein theoretisch jederzeit die Möglichkeit ihn zurückzubringen und er könnte sein Freigänger-Leben wieder aufnehmen.
Zudem werde ich den September komplett frei haben und könnte die drei stets beobachten (natürlich ganz unauffällig während ich meinen Tätigkeiten nachgehe )

Vielen Dank für eure Tipps schonmal!
 
  • Neuzugang: Kater aus der "Freiheit" zu jüngeren Wohnungskatzen? Beitrag #2
Ich würde es auf keinen Fall machen. Der Kater ist sich sein Leben gewohnt und einsperren ist wohl das Letzte, was er möchte. Zumal das "Mal kurz ausprobieren" bestimmt nicht ist, du kannst ja nicht einfach einen Kater zu deinen setzen, von dem du nicht weiss ob und welche Krankheiten er hat.

Du kannst ihn ja regelmässig besuchen und füttern, aber einsperren? Nein...
 
  • Neuzugang: Kater aus der "Freiheit" zu jüngeren Wohnungskatzen? Beitrag #3
@JessesGirl

Das mit den Krankheiten ist ein Argument, aber da kann ja ein Besuch beim Tierarzt Abhilfe schaffen.
Vom ersten Eindruck her würde ich aber sagen, bis auf Parasiten kann man zumindest schonmal extrem schlimme Geschichten wie Katzenschnupfen etc. ausschließen.

Was das Einsperren betrifft, betrachte ich es halt immer kritisch wenn man die angeblichen Gedanken und Wünsche der Katzen vermenschlicht.
Ja, vielleicht liebt das Tier seine Freiheit und würde sie nicht eintauschen wollen.
Aber wer in der Wildnis geboren wurde kann sich das auch nicht aussuchen, würde aber eventuell auch lieber ein behütetes Heim bewohnen, wer kann das schon genau sagen.
Aus Mülltonnen fressen, nass werden, nicht zum Tierarzt gebracht werden und vielen Gefahren ausgesetzt zu sein stellt in meinen Augen auch nicht das Non Plus Ultra dar.
Zudem haben kastrierte Kater ohnehin einen schwächeren Bewegungsdrang als nicht kastrierte.

Gibt es hier vielleicht Experten, die von "Depressionen" bei Katzen wissen, welche von draußen nach drinnen umgezogen sind?
 
  • Neuzugang: Kater aus der "Freiheit" zu jüngeren Wohnungskatzen? Beitrag #4
Also wünscht sich eine Katze in Wirklichkeit, dass sie hoffentlich nicht nass wird und bald zum Tierarzt kann? Das ist dann keine Vermenschlichung? :mrgreen:

Der Kater ist es sich gewohnt, täglich mehrere Kilometer zu laufen, seine Beute selbst zu beschaffen. Er hat sein Revier, seine Umgebung die er kennt. Und dann nimmt man ihm das von einer Sekunde auf die Andere.

Es gibt etliche Geschichten von ehemaligen Streunern, die dann den ganzen Tag schreien, jeden Fluchtversuch ergreifen, in die Wohnung pinkeln (denn Stubenrein ist er ja bestimmt nicht), Wände zerkratzen, aggressiv oder plötzlich apathisch werden, weil sie nicht mehr raus dürfen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Neuzugang: Kater aus der "Freiheit" zu jüngeren Wohnungskatzen? Beitrag #5
Ich wollte nur mal die Gegenseite aufzeigen ;-) Beides ist natürlich aus menschlicher Sicht.
Klingt sowieso doof wenn man es so sagt, aber dass Katzen alle einen sehr individuellen Charakter haben ist ja nicht zu verleugnen.
Demnach würde Katze A vielleicht gerne weiterhin streunern, während Katze B sich vor den Kamin kuscheln würde.
Meine Mutter hat einmal einen schon recht alten Kater aus dem Schrebergarten für einige Wochen im Haus halten müssen, da er verletzt war und unter Behandlung stand.
Die anderen hätten ihn nur gestresst und die Wunden wären vielleicht wieder aufgegangen.
Hinterher wollte er kaum wieder raus weil er soviel Aufmerksamkeit bekommen hat wie sonst nie :mrgreen:
Das kann aber eben auch am Alter gelegen haben, vielleicht sollte ich einfach noch ein paar Jahre warten und den Roten dann holen :-D
 
  • Neuzugang: Kater aus der "Freiheit" zu jüngeren Wohnungskatzen? Beitrag #6
Erstmal Hallo und Herzlich Willkommen! :-D

Ich bin da auch eher kritisch.
Dieser Kater kennt die Freiheit und ist es nicht gewohnt, eingesperrt zu sein.
Allerdings hast Du natürlich recht, wenn Du sagst, dass es genauso gut gehen könnte und er die Vorzüge eines Hauskaters zu schätzen wissen könnte.

Hm schwierig.:?

Vielleicht würde ich es wirklich versuchen, an Deiner Stelle.
Du hast ja geschrieben, dass Du ihn auch wieder dort "aussetzen" könntest.

Liebe Grüße
Melanie
 
  • Neuzugang: Kater aus der "Freiheit" zu jüngeren Wohnungskatzen? Beitrag #7
Hallo Lucid Dream, auch ich sehe eine reine Wohnungshaltung für den kleinen Kerl erst mal kritisch zusal er ja schon einige Jahre nur die Freiheit kennt. Er kann zutraulich sein, Streicheleinheiten einfordern, aber er geht anschließend seine eigenen Wege. Er kommt und geht wie ER möchte.

Wie er sich dann aber in der Wohnung verhält, kann man nicht wissen. Ich kenne es nur von Berichten, aber Streuner können zu kleine Randalierer werden, weil sie die Wände um sich herum ja nicht kennen.

Gibt es in dem Schrebergarten eine Hütte oder kleines Häuschen? Man könnte vorab versuchen den Kater in Räumen zu füttern zuerst bei geöffneter Tür, später bei geschlossener Tür und allmählich den Aufenthalt im Raum verlängern. So könntest du sehen, wie er sich verhält. Sucht er deine Nähe und will schmusen, legt er sich auch mal entspannt auf einen Stuhl und putzt sich, oder wird er unruhig und steht vor der Tür?

Wenn Du den Kater einpackst und plötzlich in einer Wohnung einsperrst ist die Wahrscheinlichkeit einer Entäuschung sehr hoch. Wenn es nicht klappt (wovon man nach den meisten Erfahrungsberichten fast ausgehen muss) wird es für dich sehr schwer werden den kleinen Kerl wieder zurück zu bringen.

Ich kann dir deine Entscheidung nicht abnehmen, sondern nur meine Bedenken äußern. Wünsche dir, die Kraft und Geduld die richtige Entscheidung zu treffen.
 
  • Neuzugang: Kater aus der "Freiheit" zu jüngeren Wohnungskatzen? Beitrag #8
Der Wunsch, dem Kater ein schönes Zuhause zu geben, ist verständlich und nachvollziehbar. Doch aus einem älteren Kater, der ein Leben in Freiheit gewohnt ist, eine Wohnungskatze machen zu wollen, könnte sehr schwierig werden. Es ist für den Kater doppelter Stress zum einen die ungewohnte Wohnungshaltung und dann die fremden Katzen. Gäbe es nicht die Möglichkeit, für ihn ein Zuhause mit Freigang zu suchen?
 
  • Neuzugang: Kater aus der "Freiheit" zu jüngeren Wohnungskatzen? Beitrag #9
Laß es.
du tust dem Kater und deinen Tieren nichts Gutes damit.

Wenn dir etwas an seinem Wohl liegt, bitte deine Mutter/Gartennachbarn, regelmäßig zu füttern und ein Auge auf ihn zu haben.
Im Idealfall läßt du ihn kastrieren und dann wieder raus.

Wenn es hart auf hart kommt, kannst du einen Platz mit Freigang für ihn suchen.
Aber dieses Tier kannst du nicht in eine Wohnung sperren.
 
  • Neuzugang: Kater aus der "Freiheit" zu jüngeren Wohnungskatzen? Beitrag #10
Der Wunsch, dem Kater ein schönes Zuhause zu geben, ist verständlich und nachvollziehbar. Doch aus einem älteren Kater, der ein Leben in Freiheit gewohnt ist, eine Wohnungskatze machen zu wollen, könnte sehr schwierig werden. Es ist für den Kater doppelter Stress zum einen die ungewohnte Wohnungshaltung und dann die fremden Katzen. Gäbe es nicht die Möglichkeit, für ihn ein Zuhause mit Freigang zu suchen?

Absolute Zustimmung. Es ist grausam einem Freigänger in die Wohnung zu sperren. Wenn Du was für den Kater tun willst, dann suche ein geeignetes Freigängerzuhause.
 
  • Neuzugang: Kater aus der "Freiheit" zu jüngeren Wohnungskatzen? Beitrag #11
Vielleicht hab ich's überlesen, aber wie sieht's denn bei Dir mit Freigang aus?

Du sagtest zwar, dass deine vorhandenen Katzen Wohnungskatzen sind, aber ist die Gegend denn generell freigängertauglich?

Den armen Kerl in Wohnungshaltung zu verbannnen würde ich definitiv nicht wagen.
Wenn du Freigang gewähren kannst, wäre es - nach vorherigem Checkup beim Tierarzt- eine Überlegung wert.
Aber dann müsstest Du diesen auch allen gewähren.
 
  • Neuzugang: Kater aus der "Freiheit" zu jüngeren Wohnungskatzen? Beitrag #12
Meine Mutter hat einmal einen schon recht alten Kater aus dem Schrebergarten für einige Wochen im Haus halten müssen, da er verletzt war und unter Behandlung stand.
Die anderen hätten ihn nur gestresst und die Wunden wären vielleicht wieder aufgegangen.
Hinterher wollte er kaum wieder raus weil er soviel Aufmerksamkeit bekommen hat wie sonst nie :mrgreen:
Das kann aber eben auch am Alter gelegen haben, vielleicht sollte ich einfach noch ein paar Jahre warten und den Roten dann holen :-D

Zwischen kaum raus und gar nicht raus besteht aber noch ein riesengrosser Unterschied. Meine Freigänger haben auch Phasen und manchmal sind sie häuslicher und manchmal weniger. Als einer mal wg. einer OP drin bleiben musst, hat er zwar mal halbherzig gemauzt aber hat es auch ziemlich schnell akzeptiert. Er wusste wohl, dass er nicht 100% ok war, daraus zu schliessen, dass er keinen Freigang mehr braucht wäre aber grundverkehrt.
 
  • Neuzugang: Kater aus der "Freiheit" zu jüngeren Wohnungskatzen? Beitrag #13
Vielleicht hab ich's überlesen, aber wie sieht's denn bei Dir mit Freigang aus?

Du sagtest zwar, dass deine vorhandenen Katzen Wohnungskatzen sind, aber ist die Gegend denn generell freigängertauglich?

Leider ist Freigang hier absolut kein Thema, wir wohnen an einer stark befahrenen Hauptstraße.
:|
Ansonsten hätte ich den anderen beiden längst Ausgang gewährt.

Wie es aussieht werde ich den Kater aber dort lassen wo er ist und hoffen dass er klarkommt.
Danke für eure Antworten
 
  • Neuzugang: Kater aus der "Freiheit" zu jüngeren Wohnungskatzen? Beitrag #14
Willst Du es nicht versuchen?
Ich habe gestern noch von einem "ähnlichen Fall" gehört und dieser Kater WOLLTE gar nicht mehr raus. Der hatte dann schon "Angst" vor der geöffneten Balkontür.

LG
Melanie
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Neuzugang: Kater aus der "Freiheit" zu jüngeren Wohnungskatzen? Beitrag #15
Yodetta, und deswegen muss das mit dem Kater ausprobiert werden? Weil Du von einem Fall gehört hast? Und wieviele Fälle kennen wir wo das eben nicht gutgegangen ist?

Warum wird eigentlich nicht respektiert, dass der Kater Freigänger ist?
 
  • Neuzugang: Kater aus der "Freiheit" zu jüngeren Wohnungskatzen? Beitrag #16
Ich sehe es ganz anders als die Vorredner.
Mittlerweile überblicke ich mehrere Jahre mit Fangaktionen von ex-Streunern. Bis auf EINE Ausnahme wollte keiner dieser Streuner wieder raus. Diese Tiere waren so froh, das Leben draussen hinter sich gelassen zu haben, dass sie nie mehr Freigang wollten.
Viele sind totale Couchpotatoes geworden!
Nur ein Kater hat wirklich den Freigang gebraucht - er wurde halt zu Leuten vermittelt, die einen schönen Garten hatten.

Der Kater, um den es hier geht, ist ZAHM. Er sucht die Nähe von Menschen und wird in seinem Alter draussen nicht mehr lang machen.

Ich würde es - aus meinen einschlägigen Erfahrungen heraus - eindeutig mit ihm versuchen! Die Strasse läuft ihm nicht weg...

Frag mal Taskali hier, sie hat auch viel Erfahrung damit!

Halt uns auf dem Laufenden ;-) viel viel Glück für den Kater!

Yodetta, und deswegen muss das mit dem Kater ausprobiert werden? Weil Du von einem Fall gehört hast? Und wieviele Fälle kennen wir wo das eben nicht gutgegangen ist?



Warum wird eigentlich nicht respektiert, dass der Kater Freigänger ist?


Ich hab hier DUTZENDE solcher Fälle, die ich persönlich kenne, ich habe nicht nur davon gehört.
Ich würde ein altes / älteres Tier, das vollkommen zahm ist, auf keinen Fall auf der Strasse lassen.

Willst Du es nicht versuchen?
Ich habe gestern noch von einem "ähnlichen Fall" gehört und dieser Kater WOLLTE gar nicht mehr raus. Der hatte dann schon "Angst" vor der geöffneten Balkontür.

LG
Melanie


Absolute Zustimmung ;-)
 
  • Neuzugang: Kater aus der "Freiheit" zu jüngeren Wohnungskatzen? Beitrag #17
Das macht doch Mut! Ich wusste bisher z.B. nicht, dass ehemalige Freigänger so reagieren können und hätte deshalb beinah davon abgeraten. Aber mit diesen Erfahrungswerten von euch als definitives Hintergrundwissen... Es könnte also durchaus klappen.
 
  • Neuzugang: Kater aus der "Freiheit" zu jüngeren Wohnungskatzen? Beitrag #18
Hey
Ich wurde ja bereits schon erwähnt - also melde ich mich auch mal zu Wort: Ich mache seit knapp 5 Jahren Hilfe für Katzen in Not und hab mich auf die Problemfälle spezialisiert, die woanders durchs Rost fallen - also genau diese Streuner und Wildchen. Und meine Erfahrung ist, daß die Katzen, die an der Futterstelle bereits einen Menschenbezug aufgebaut haben das Leben drin dann sehr genießen und in ca. 80% der Fälle nicht wieder raus wollen. Was anderes ist ein stockwilder Streuner, der die Menschen meidet und nichts mit ihnen zu tun haben will - den ohne Not einsperren ist für ihn Qual pur. Nicht selten sind diese kuschligen Futterstellenkatzen keine echten Streuner, sondern oftmals ausgesetzte Tiere, die nur aus der Not heraus dieses Leben leben, weil man ihnen die Chance verwehrt zu wählen und sind wenn man sie dann reingeholt hat unendlich dankbar.
Gern gebe ich Beispiele von meinen Pflegis: da wäre z.B. Angelo - er stromerte bei mir ums Haus und und wurde durch die Futternäpfe meiner Katzen angelockt und kam reinspazierte. Da er ein schlimmes Auge hatte, machte ich die Tür zu und behielt ihn drin. Rumfragen ergab, daß er vor ca. 1 Jahr einem Nachbarn zugelaufen war, der ihn aber nicht ins Haus lassen wollte, sondern ihm einen Unterschlupf im Schuppen gewährte. Da sein Auge wirklich schlimm war und entfernt werden mußte, übernahm ich ihn. Er wurde auf ca. 8 Jahre geschätzt und war bereits kastriert. Seinem verhalten nach zu urteilen hatte er bisher nicht drinnen gelebt - ich tippte auf zurückgelassenen Hofkater. Nach 3 Tage in denen er vehement raus verlangte war das Thema gegessen und er begann das Leben drinnen zu genießen. Nach der Augenentfernung habe ich ihn in Wohnungshaltung mit Balkon vermittelt, da er als Einäugiger besser nicht mehr raus sollte. Dort lebt er seit nunmehr 2 Jahren und ihm geht's super. Zu Anfang hat er sich nicht auf den Balkon getraut bzw. nur in ihrem Beisein und in ist Panik wieder reingerannt, sobald sie rein ging - er schien Angst zu haben wieder allein draußen bleiben zu müßen....
Oder Lani, die grad bei mir ist - geschätzte 5 Jahre alt, hatte wild mit ihren Kitten auf einem Autobahnrastplatz gelebt, wo sie eingefangen wurde und mit den Kleinen zu mir kam. Sie war stockwild, hatte mit Sicherheit mit den Menschen bisher nicht viel zu tun gehabt. Sie ist jetzt ein halbes Jahr bei mir und mittlerweile zahm. Sie liebt es zwar am Fenster zu sitzen und rauszuschauen, aber verlangt in keinster Weise nach draußen. Wenn sie in die Vermittlung geht, werde ich nicht zwingend Freigang für sie verlangen - klar wäre es sicher schön, aber ich denke nen Balkon würde ihr auch ausreichen zum glücklich sein.
Solche und ähnliche Geschichten könnte ich ganz viele erzählen... eine noch: meine Brille - kein Pflegi, sondern sie gehört zu meiner eigenen Truppe. Brille ist jetzt geschätzte 16-17 Jahre alt und hat ihr Leben als Wildchen mit Unterschlupf auf einem Hof verbracht. 2010 fing ich sie hochträchtig ein, sie wurde auf über 10 Jahre geschätzt und war stockwild. Sie brachte bei mir ihre Kleinen zur Welt und zog sie groß. Als die Kleinen alt genug waren ließ ich sie kastrieren und entließ sie wieder in ihre Freiheit. 2 Jahre später starb der Hofbesitzer, wo sie den Scheunenplatz hatte - und was machte Brille? Spazierte bei mir ins Haus und blieb... sie läßt sich jetzt streicheln und ihr Bewegungsradius ist: Küche, Wohnzimmer, Terrasse. Sie hat die Möglichkeit zu gehen, meine eigenen Katzen sind Freigänger - aber sie will nicht...

Lange Rede - kurzer Sinn: Meine Meinung: Probiers. Sollte es schief gehen würde ich ihn nicht zurücksetzen, sondern dann eben ein gutes zu Hause mit Freigang für ihn suchen - ihn dann wieder rauszusetzen, wäre fies, da er ja den Menschenkontakt sichtlich sucht.
 
  • Neuzugang: Kater aus der "Freiheit" zu jüngeren Wohnungskatzen? Beitrag #19
Grundsätzlich finde ich 65qm für 3 Katzen grenzwertig, aber wenn man viel ausbaut und Beschäftigung bietet, noch ok.
Hast Du denn einen Balkon?

Meiner bescheidenen Erfahrung nach macht es einen Unterschied, ob Katzen wohlumsorgte Hauskatzen mit Freigangsoption sind - für die ist Freigang die spannende Abwechslung vom häuslichen Alltag.
Denen den Freigang wegzunehmen, mit dem sie lauter positive Dinge verbinden, ist nicht sinnvoll.
Aber für Streuner ist das Streunerleben von Not geprägt und ich habe es schon ein paar Mal erlebt, dass sie den Komfortstandard als Hauskatze sehr genießen.

Ich würde es bei so einem menschenbezogenen Streuner probieren und im Zweifel Plan B, also das freigängertaugliche Zuhause, im Kopf behalten.

Dann hat der Kater nichts zu verlieren und viel zu gewinnen.
 
  • Neuzugang: Kater aus der "Freiheit" zu jüngeren Wohnungskatzen? Beitrag #20
Grundsätzlich finde ich 65qm für 3 Katzen grenzwertig, aber wenn man viel ausbaut und Beschäftigung bietet, noch ok.
Hast Du denn einen Balkon?

Meiner bescheidenen Erfahrung nach macht es einen Unterschied, ob Katzen wohlumsorgte Hauskatzen mit Freigangsoption sind - für die ist Freigang die spannende Abwechslung vom häuslichen Alltag.
Denen den Freigang wegzunehmen, mit dem sie lauter positive Dinge verbinden, ist nicht sinnvoll.
Aber für Streuner ist das Streunerleben von Not geprägt und ich habe es schon ein paar Mal erlebt, dass sie den Komfortstandard als Hauskatze sehr genießen.

Ich würde es bei so einem menschenbezogenen Streuner probieren und im Zweifel Plan B, also das freigängertaugliche Zuhause, im Kopf behalten.

Dann hat der Kater nichts zu verlieren und viel zu gewinnen.

Dem stimme ich uneingeschränkt zu und entspricht zu 100% meiner Erfahrung
 
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Neuzugang: Kater aus der "Freiheit" zu jüngeren Wohnungskatzen?

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