Lieber Luis,
du bist dieses Jahr, am Montag vor Ostern aus dem Tierheim zu uns gezogen. Du warst schon 16 Jahre alt aber wir wollten unbedingt dich bei uns haben. In deiner Anzeige auf der Tierheimseite wurdest du als aparter, lieber und umgänglicher Kater angepriesen. Aber du warst dort so ganz anders als beschrieben. Interessenten und Tierpfleger hast du angegriffen, die Pfleger hatten Angst vor dir und haben dein Näpfchen und dein Klo nur noch mit Schlachterhandschuhen gemacht, weil du gekratzt und gebissen hast und jeden angriffst, der deinem Käfig zu nah kam.
Und als wir vor deinem Käfig standen war es Liebe auf den ersten Blick. Du kamst schnurrend und maunzend an dein Gitter. Mein Mann öffnete die Tür und du sprangst ihm in den Arm. Natürlich musstest du mit zu uns nach Hause.
Hier hattest du anfänglich große Probleme mit den anderen Katzen, weil ihr nicht kommunizieren konntet, denn du warst taub und hast die anderen nicht verstanden. Und die anderen haben dich nicht verstanden, weil deine Körpersprache nicht das aussagte, was deine Laute erzählten. Aber ihr habt euch dann doch noch vor zwei Monaten zusammen gerauft.
Zwei Wochen nach deiner Ankunft bei uns musste ich mit dir zum Tierarzt, weil Amy dir dein Auge blutig geschlagen hat. Und das war dein Glück, denn dabei wurde festgestellt, dass du kranke Nieren hast und die Nierenfunktion nur noch zu ca. 25 % bestand. Du bekamst dann SUC und das hat dir sehr geholfen. Das Nierenfutter fandst du immer doof. Dafür hast du dein normales Futter mit Ipakitine sehr gern und viel davon gefuttert. Und das fanden wir toll. Denn deine Nieren-und Blutwerte haben sich sehr verbessert.
Zwei Tage nach dem ersten Termin bei der Tierärztin musstest du schon wieder hin. Weil du nicht richtig fressen konntest. Da wurden dir dann zwei Zähne gezogen und auf dem vorangehenden Röntgenbild wurde ein Schatten fest gestellt, der entweder eine Entzündung oder einen Tumor darstellte.
Leider war es ein Tumor - und noch dazu ein sehr aggressiver. Innerhalb von nur vier Monaten hat dieses fiese Ding dich total entstellt und wuchs und wuchs bis gestern morgen um 10 Uhr.
Seit Freitag mussten wir dich zwangsfüttern, weil du selbst nichts mehr in dein Mäulchen bekamst. Am Abend dann haben Herrchen und Frauchen den Tierarzt gebeten am nächsten Morgen zu kommen und dich einschlafen zu lassen. Diese Entscheidung war auf jeden Fall richtig, denn in der Nacht von Freitag auf Samstag ist dieses fiese Ding noch mal so gewachsen, dass du nicht mal mehr trinken konntest.
Herrchen und Frauli haben immer gesagt, wenn essen und/oder trinken nicht mehr geht ist Schluss, du sollst dich nicht quälen. Immerhin hattest du offensichtlich keine Schmerzen.
Dein Herz und dein Körper waren noch stark, aber der fiese Tumor war stärker. Obwohl... du hast den Kampf gegen Tumor gewonnen, denn mit deinem Tod hast du ihn mitgenommen. Er hat dich nicht getötet, wir haben dafür gesorgt, dass er es nicht konnte und dich vorher gehen lassen.
Ich weiß nicht, wie lange der Weg über die Regenbogenbrücke dauert, aber ich vermute, du bist schon drüben angekommen. Wir hoffen du spielst dort schon toll mit Fienchen, der Katze unserer Freundin und mit Justin, dem Kater unseres Nachbarn, die auch in den letzten 2 Wochen gehen mussten. Wir wünschen dir viel Freude, dort wo du nun bist.
Wir haben dich in der kurzen Zeit, die du bei uns warst sehr, sehr lieb gewonnen und wir vermissen dich ganz fürchterlich. Wir lieben dich und wir danken dir für die Zeit mit dir und dafür, dass du bei uns warst.
In großer Liebe
Frauli Dani, Herrchen Jörn und 8 trauernde Katzen die nach dir suchen...