Ich war vor knapp einem Monat auf Karpathos. Eine wunderschöne griechische Insel! Immer wenn ich dort bin, kaufe ich kiloweise Katzenfutter und decke mich mit frischem Quellwasser ein um die Katzen dort zu versorgen. Es gibt, wie überall im Süden, viele hungrige und vor allen Dingen durstige Katzen. In den Sommermonaten geht es ihnen allerdings besser als im Winter, da die Müllcontainer gefüllt sind mit Essenresten. Seit letztem Jahr bin ich auch Mitglied bei dem ansässigen Tierhilfeverein (tierhilfekarpathos.worldpress.com)! Die Vorsitzende Andrea Stoy ist täglich auf der Insel unterwegs und hilft wo sie kann.
Jetzt zu unserem Sorgenkater:
Am meinem ersten Tag auf der Insel kreuzte an einem Müllcontainerplatz Peter meinen Weg. Während alle anderen Katzen um mich rum das Fressen verschlangen, stand er oben auf dem Container völlig abgemagert und mit schwerer Atemwegserkrankung und wollte zu mir auf den Arm. Er drängte sich ganz intensiv an mich und schaute mich mit seinen großen grünen Augen an. Zu seinen gesunden Zeiten musste er der attraktivste Kater dort gewesen sein. Sicherlich in einer Menschenfamilie aufgewachsen, die ihn später nicht mehr wollte. Ich holte schnell aus dem Supermarkt ein Tütchen gutes Nassfutter, versuchte ihn zum Fressen zu animieren, doch da ging nichts mehr. Ich schrieb Andrea, dass akuter Handlungsbedarf wäre. Da Wochenende war, kam sie von zu Haus allein und brachte eine Katzenkiste mit. Peter war so lieb und so am Ende, dass er sich von mir in die Kiste stecken lies. Wir fuhren dann in die "Klinik"! Andrea versuchte dem armen Kerl dann Antibiotika, Kochsalzlösung etc. zu spritzen, was allerdings nur schwer gelang, da er völlig dehydriert war. Er hatte hohes Fieber!
Am nächsten Tag dann die traurige Mail von Andrea, er ist zu schwer krank.
Hepatitis, Leberschaden (hatte deshalb auch schon eine Gelbfärbung in seinem schönen schwarzen Fell), schwerer Katzenschnupfer. Sein allgemeiner Zustand war sehr schlecht. Die Medikamente konnten nicht anschlagen. Also gab es nur noch einen Ausweg, damit der arme Kerl nicht länger leiden muss…! Es war so traurig!
Er sollte am nächsten Tag eingeschläfert werden, sein Zustand wurde immer schlechter. Peter nahm allerdings all seine letzte Kraft zusammen und flüchtete, durch ein offenes Fenster.
Wo sollte er jetzt sein?
Er fand den Weg zu seinen Containern, wo wir ihn am nächsten Abend fanden, noch erbärmlicher ging es kaum. Wir brachten ihn zurück. Andrea sagte, der Arzt würde ihn am nächsten Tag dann endlich erlösen.

Sie würde ihm allerdings noch einmal alle Medikamente geben…! Ich bat sie mir zu schreiben, wenn alles vorbei ist. Ich schlief in dieser Nacht echt schlecht.
Morgens dann die Mail:
Peter hatte in der Nacht begonnen zu fressen, die Medikamente schlugen an. Das Fieber sang.

UND tatsächlich ging es ihm täglich besser.
Peter hat gekämpft, er wollte eine zweite Chance!!!
Ja, er lebt. Z.Zt. bekommt er keine Medikamente, er will rund um die Uhr schmusen. Es gibt nur leider keinen Platz auf der Insel für ihn, wo Menschen ihn pflegen können. Er ist ja einer von vielen Sorgenkatzen.
Bald wird er wieder frei gelassen. Er braucht aber Pflege von Menschen! Andrea wird versuchen ihn nicht aus den Augen zu lassen. Peter braucht aber eine menschliche Pflegefamilie.
Ich habe leider keine gefunden! Vielleicht sagt ihr, der könnte mein/unserer Herzenskater werden, dann schreibt mir. Er wird dann nach Deutschland fliegen und seine Leidensgeschichte wird ein Ende finden.
Ich werde versuchen noch ein Foto hochzuladen, denn Andrea hat mir eins geschickt, wie er (wie auch anders) am Schmusen ist.