Liebe René, ich habe gerade zutiefst betroffen Deinen traurigen Artikel gelesen. Glaube mir, ich teile voll und ganz Dein Leid mit Dir. Wir haben im Mai 2012 unser innigst geliebtes Kuhfleckchen, unseren Herzenskater, auf die gleiche Weise so plötzlich verloren. Sie hat morgens noch fröhlich auf der Wiese gejagt, wir haben ihr nie etwas angemerkt, was auf eine Herzkrankheit hindeuten könnte, abends als mein Mann von der Arbeit nach Hause kam, hörte er sie schon vom Keller aus bis zur Haustüre fürchterlich schreien. Sie ist noch durch die Katzenklappe in den Keller gekommen, dort lag sie herzzerreißend schreiend, die Hinterläufe gelähmt, das Wasser lief ihr aus allen Körperöffnungen, sie robbte mit den Vorderpfoten auf meinen Mann zu, als wollte sie sagen: bitte hilf mir. Neben ihr lagen zwei dicke Mäuse, die sie wie üblich durch die Katzenklappe reingeschleppt hat. Daher dachte ich zuerst an Rattengift. Gleich darauf kam ich nach Hause, wir schafften es nicht einmal mehr bis ins Auto, sie starb in unseren Armen. Wir sind zwar noch zum Tierarzt gefahren, er belehrte mich eines Besseren. Rattengift wirke erst nach einer Woche, diese Mäuse können ihr nichts getan haben. Sie habe wohl eine Aortenthrombose, ausgelöst durch eine Herzkrankheit, und wohl dann eine Embolie. Was ich in den 2 Jahren mit gemacht habe, kann ich nicht in Worte fassen. Kuhfleckchen war unser Baby, Liebe auf den ersten Blick. Ich hätte alles gegeben, um sie zu retten. Ich weine heute noch so oft. Wir haben zwar wieder ein ausgesprochen herrliches Katzenpärchen aus dem Tierschutz "adoptiert", das wir ebenfalls lieben bis aufs Blut, aber Lebewesen sind nicht zu ersetzen. Ich glaube, das Schlimmste, was ich bis zu meinem Lebensende niemals verarbeiten kann, ist das WIE! Musste sie so sterben? Warum waren wir nicht zu Hause? Ich denke, dass Dein Tierarzt mit Sicherheit ein Schmerzmittel gegeben hat, sonst hätte das Tierchen - wie alle Katzen mit Thrombose - ebenfalls sehr geschrieen. Versuche Dich bitte, ein wenig damit zu trösten, dass es Tierarzt ihr das Schlimme doch sicher etwas erleichtert hat. Ich bin sicher, dass der Tierarzt sonst anders gehandelt hätte und nicht versucht, den Thrombus aufzulösen. Dieser Versuch wäre bei unserer Liebsten nicht mehr möglich gewesen, es war schon viel zu spät. Du hast genau richtig gehandelt. Meine Liebe, ich fühle so sehr mit Dir. Ich habe vorher auch noch nichts von dieser tückischen Krankheit gehört. Aber man liest immer wieder, dass die meisten Menschen diese Krankheit bei ihren Lieben nicht oder viel zu spät bemerken, oft wenn die Tierchen plötzlich ohne jede Vorwarnung aus dem Leben gerissen werden. Liebe René, ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du Deine Trauer besser verarbeiten kannst als ich. Wir müssen versuchen, uns noch etwas Kraft für die "anderen" harten Dinge im Leben aufzusparen, ich kann das leider auch nicht. Liebste Grüße Elisabeth