Begegnung in der Nacht
Eigentlich wollte ich kein Thema eröffnen über den Vorfall der sich am Samstagmorgen ereignete. Da er jedoch am Montag eine Fortsetzung hatte, habe ich mich entschlossen doch darüber zu Berichten!
Ich laufe also am Samstag gegen etwa 3.15 Uhr eine Straße entlang und verteile dort meine Zeitungen. Diese Straße ist etwa 400 Meter lang und eine Tempo 30 Zone, wie die ganze Siedlung dort. Beim Verteilen der Zeitung muss ich immer wieder von einer Seite auf die andere wechseln. Das mache ich, weil nach etwa 300 Meter eine Stichstraße kommt in die ich auch hinein muss. Von dieser Stichstraße komme ich fast an meinem Auto wieder raus.
Ich verteile also die Zeitungen und muss nur noch die Zeitung verteilen, die gegenüber der Stichstraße ist. Nachdem ich diese in die Röhre gesteckt habe bin ich wieder zur Straße um diese zu überqueren. Als ich nach rechts schaute, sehe ich einen PKW heran kommen. Ich bin über die Straße und bemerkte neben mir eine Bewegung. Es war eine schwarze Katze. Deshalb hatte ich sie auch vorher nicht gesehen. Diese Katze wollte auf die Querstraße laufen. Ich sprach sie sofort an: „Hallo kleines Kätzchen! Nicht weglaufen! Bleib bitte stehen!“ Die Katze blieb stehen und setzte sich hin. Dabei beobachtete sie mich. In diesem Moment raste der PKW mit stark überhöhter Geschwindigkeit hinter der Katze vorbei. Ich bin mir ganz sicher, wäre die Katze weiter gelaufen, hätte der PKW die Katze erfasst.
Nachdem das Auto vorbei war, sagte ich zu der Katze: „Jetzt kannst Du weiter! Aber vor mir brauchst Du nicht weg laufen!“ Die Katze stand auf und machte einmal „Miau“ dann ging sie auf die Querstraße. In der Mitte blieb sie noch einmal stehen, drehte sich zu mir um und machte noch einmal „Miau“, dann ging sie weiter. Auch ich bin weiter um meine Zeitungen zu verteilen.
Wie jeden Tag, außer Sonntags, kam ich auch heute, am Montag wieder zur besagten Stichstraße. Doch zunächst musste ich das Haus gegenüber beliefern. Als ich um die Ecke kam, saßen vor dem Haus auf einer Bank die dort steht, ein Mann und auch die schwarze Katze. Als die Katze mich sah, sprang sie von der Bank und kam laut Miauend auf mich zu. Dann strich sie um meine Beine. Vorsichtig bückte ich mich und streichelte die Katze. Da sagte der Mann: „Das hat er noch nie gemacht! Sich von fremden streicheln lassen. Selber meine Kinder können Karlo nicht streicheln. Was haben Sie mit dem Kater gemacht?“ Ich erzählte daraufhin dem Mann was am Samstag gewesen ist.
Daraufhin meinte er: „Am Samstag kam Karlo ganz Aufgeregt ins Haus. Die ganze Zeit war er am erzählen. Immer wieder lief er zur Tür als wollte er mir was zeigen. Das hat er schon öfters gemacht. Jedes mal zeigte er mir dann seine Beute. Also bin ich auch am Samstag mit ihm raus. Er lief jedoch um das Haus, hinten durch die Tür kann er rein, und dann zur Straße. Dort war er ganz aufgeregt am rufen. Doch ich konnte nicht sehen was er meinte. Auch gestern Morgen war er Aufgeregt und ich bin wieder mit ihm raus. So auch heute! Jetzt weiß ich, warum Karlo so Aufgeregt am Samstag war. Er wollte mir die Geschichte erzählen und sie dabei haben!“
Während er das sagte, habe ich ihm schon seine Zeitung gegeben und mich neben ihm auf die Bank gesetzt. Die ganze Zeit war Karlo bei mir und ließ sich streicheln. Er erzählte auch, das Karlo 16 Jahre alt ist und zusammen mit seiner Schwester bei ihm und seiner Frau lebt. Karlo geht aber nicht oft nach draußen und wenn ist er meistens nach einer Stunde wieder im Haus. Seine Schwester geht überhaupt nicht mehr raus. Sie liegt lieber in seinem Bett. Er selber hat eine dumme Krankheit die ihn nicht mehr durch schlafen lässt. Darum sitzt er jetzt auch hier draußen mit seiner Katze.
Wir redeten noch einige Minuten weiter, dann bin ich wieder los. Als ich einmal zurück schaute, am ende des Grundstückes, konnte ich sehen wie Karlo zusammen mit dem Mann ins Haus ging. Deutlich konnte man auch jetzt hören, das Karlo am erzählen war.