Hallo alle Zusammen,
heute kam mir der Gedanke, dass ich neben den Fotos meiner zwei Fellnasen doch auch Geschichten der Beiden schreiben könnte. Zwar finde ich, dass der Spruch "Bilder sagen mehr als tausend Worte" oftmals zutrifft, aber manche Geschichten müssen einfach erzählt werden.

Das ist mir heute auch wieder aufgefallen, als mir bewusst wurde, wie super sich Jerry in den letzten Wochen gemacht hat. Und mit der Geschichte würde ich heute einfach mal anfangen
Es gab nämlich mal ein Geschehnis in Jerrys Leben, welches zwar schon einige Jahre zurück liegt, an dem sie jedoch ganz gaaanz lange zu knabbern hatte. Es ist so um die 7 - 8 Jahre her.
Damals hat meine Mutter lüften wollen und vorher nicht kontrolliert, ob beide Katzen aus dem Raum draußen waren. Es kam wie es kommen musste, Jerry war noch im Zimmer und sobald die Gartentür offen war ist sie hinaus gelaufen. Ich war total fertig und am Weinen, weil meine Mutter schon einmal den gleichen Fehler gemacht hatte. Vor Lucy und Jerry hatten wir einen Kater namens Tiger, er ist genau auf dem gleichen Wege wie Jerry später durch die offene Gartentür entflohen. Tiger kam nie wieder... :|
Da wir an einer viel befahrenen Bundesstraße gelebt haben und jetzt immer noch, habe ich jeden Tag gehofft, Jerry nicht überfahren dort aufzufinden. Gott sei Dank kam sie nach einer Woche wieder, sauber und gut genährt. Man war ich froh! Jedoch war sie seitdem nicht mehr wie vorher
Sie hat sich viel versteckt, kam selten zum Kuscheln und wenn, dann ist sie nach kurzer Zeit wieder davon gelaufen. Alle lauten Geräusche haben sie verschreckt und sie hat das Weite gesucht. Sei es der Staubsauger, das Ein- und Ausräumen des Geschirrspülers, wenn irgendetwas runtergefallen ist, das Klappern vom Wäscheständer, oder, oder, oder. Selbst das Knistern von Tüten, besonders Mülltüten war für sie ein Graus. Hochnehmen ließ sie sich ebenso nicht mehr, sie hat die Krallen ausgefahren, miaut und wollte so schnell wie möglich wieder hinunter. Am Bauch streicheln ließ sie genauso nicht mehr zu! Wenn sie nachts ins Bett gekommen ist zum Kuscheln oder Schlafen, dann hat sie sich grundsätzlich nur an die Beine gelegt und sobald ich mich nur kurz bewegt habe, ist sie maunzend aufgesprungen und wieder geflüchtet. Generell hat sie sich aber auch nur nachts zu mir gelegt. Es tat mir so Leid und so weh, Jerry so zu sehen :sad: … Zu gerne hätte ich gewusst, was ihr in der Woche widerfahren ist, ob ihr jemand wehgetan hat, dass sie nun so reagiert hat. Ich wollte sie am liebsten auf den Arm nehmen und feste drücken, aber das ließ sie ja nicht zu.
Also habe ich mich angepasst ... Ihr die Zeit gegeben, schnell aus dem Zimmer rauszugehen, bevor ich den Staubsauger anmache, den Geschirrspüler ein- und auszuräumen, wenn sie nicht mit in der Küche ist oder jeden Teller, Tasse, Glas, etc. langsam und vorsichtig reinstellen oder rausräumen und den Müll nur dann zu wechseln, wenn sie nicht mit im Raum war. Ich habe ihr ihre Streicheleinheiten gegeben, wenn sie es zugelassen hat und ihr gut zugeredet, sie nicht auf den Arm genommen, und, und, und.
Vor einigen Wochen fing sie dann an, sich zu verändern, sich zu öffnen :shock: Auf einmal hatte ich eine Jerry vor mir, die mich ständig anmiaut, weil sie gestreichelt werden will und das auch extrem lange. Sie fing an, in der Küche sitzen zu bleiben, während ich den Geschirrspüler ein- oder ausgeräumt habe. Zwar maunzt sie noch dabei, aber sie flüchtet nicht sofort. Plötzlich fing sie auch an, am Tage zu mir zu kommen, um sich neben mich zu legen, beispielsweise beim Fernsehen oder Lesen. Wenn ich aufhöre sie zu streicheln, schaut sie mich vorwurfsvoll an und schnurrt dann umso lauter, wenn ich sie weiterstreichele. Gestern ist mir etwas in der Küche runtergefallen, es hat laut geklirrt und ich habe damit gerechnet, dass beide Katzis das Weite gesucht haben. Aber als ich mich umdrehte, stand Jerry dort vor mir und hat mich nur mit riesigen Augen angestarrt :shock: Und heute Morgen … Jerry lag wie jede Nacht seit einigen Wochen wieder mit im Bett. Als ich mich dann umdrehen wollte, habe ich jeden Moment damit gerechnet, dass sie aufspringt und geht. Aber nein! Sie blieb liegen. Sie blieb einfach an mein Bein geschmiegt liegen, fing an zu schnurren und … blieb liegen! :shock:
Den Staubsauger mag sie zwar immer noch nicht, genauso wie das Knistern von Mülltüten. Aber Einkaufstüten hat sie für sich entdeckt, der Wäscheständer ist nicht mehr so unheimlich für sie und bis zu einer bestimmten Grenze lässt sie sich inzwischen auch am Bauchi streicheln
Es freut mich einfach so sehr zu sehen und zu spüren, dass Jerry sich von dem, was sie damals erlebt hat, nun doch zu erholen scheint. Es macht mich richtig glücklich und bringt mich zum Lächeln. Und deswegen wollte ich die Geschichte gerne aufschreiben
