Wenn Katzen Zahnprobleme haben, rate ich dazu, das in erster Linie von einem Zahntierarzt abklären zu lassen, nach Möglichkeit mit dentalem Röntgen.
Meine persönliche Statistik sagt, dass bei Auffälligkeiten meistens FORL dahinter steckt und dagegen kann man leider nicht anputzen. Ich kenne inzwischen deutlich mehr Katzen mit FORL als ohne und ich vermute die Dunkelziffer ist noch viel höher als die bekannten Statistiken sagen (50 Prozent aller Katzen bis 5 Jahre haben FORL), weil zum Beispiel eine leichte ZFE auch oft als "normal" abgetan wird oder manche relativ unauffälligen Sachen wie einseitiges Kauen nicht als Problem gesehen werden, wenn man nicht weiß, dass das kein gutes Zeichen ist.
Auch eine übermäßige Zahnsteinbildung ist in meinen Augen besorgniserregend; ich lasse dann abklären, ob beispielsweise schon Parodontose besteht, also Zahnfleischtaschen in die sich Bakterien setzen und wo man auch mit der Zahnbürste nicht drankommt, und ob es einen viralen und/oder bakteriellen Befall gibt. Und bei einer viralen Beteiligung wird es sowieso schwierig, weil man dagegen einfach nicht viel machen kann. Manche probieren es dann mit Interferon, aber ich kenne keine Katze, der das langfristig geholfen hat.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei gesunden Katzen eine gute Ernährung mit Nassfutter und Rohfleisch so gut wie immer ausreicht, um die Zähne gesund zu erhalten. Ich würde daher eher regelmäßig zähes Fleisch geben, als die Katzen mit Zähne putzen zu ärgern (aber ich gebe zu, mir hat dazu selbst die Konsequenz gefehlt das bei meinen Katern durchzuziehen ;-)).