Hallo Spence und herzlich Willkommen

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Frage 1: Das Katerchen lebt alleine ohne Katzen- Kumpel. Durch mein Studium verbringe ich sehr viel Zeit zu Hause mit Lernen und leiste dem Kleinen Gesellschaft. Dennoch frage ich mich, ob eine zweite Katze ihm nicht gut tun würde. Wäre das grundsätzlich möglich eine zweite Katze in unseren Haushalt aufzunehmen oder ist Kimba dafür zu alt? (Er ist jetzt etwas älter als ein Jahr und daher ja kein vollkommener Junior mehr)
Es ist toll, dass du Kimba Gesellschaft leistest und viele Katzen genießen auch die menschliche Gesellschaft sehr, aber Menschen-Gesellschaft und Katzen-Gesellschaft kannst du eigentlich gar nicht vergleichen. Ein Artgenosse kann ganz andere Bedürfnisse befriedigen als ein Mensch. Deshalb: Es ist eine tolle Idee von euch, dass ihr Kimba einen Kumpel geben wollt.
Der größte Unterschied zu der Zusammenführung zwischen Kitten und erwachsenen Katzen besteht darin, dass es meist nicht mehr so schnell geht. Das muss einem klar sein. Da wird erst einmal Gefaucht und Gebrummelt, Gehauen und aus dem Weg gegangen, und überhaupt ist es eine Stress-Situation. Allerdings lohnt es sich in meinen Augen das "auf sich zu nehmen". Wie schon gesagt: Katzengesellschaft kann kein anderes Lebewesen ersetzen.
Man sollte es halt langsam angehen, sorgfältig nach dem zukünftigen Partner schauen und die Katzen langsam zusammenführen. Dann hat man gute Chancen auf ein tollen Team.
Falls es möglich ist, kann man sowohl Katze als auch Kater zuführen?
Möglich ist alles ;-).
Wenn ihr allerdings einen zweiten Kater, der charakterlich und Spiel-technisch zu eurem passt, auswählt, dann erhöht ihr die Chancen, dass es nachher auch wirklich gut klappt.
Welche Probleme könnten entstehen?
Die häufigsten Probleme bei Kater-Katze Kombinationen sind die unterschiedlichen Spielweisen. Kater raufen gerne, viele Katzen sind da nicht so begeistert von. Das führt dann in diesen gemischten Zweierteams zu Stress. Natürlich kann einem das auch bei zwei Katern passieren, oder man hat eine kleine Raufmaus, die es toll findet mit den Katern zu raufen (so wie ich :mrgreen

, aber mehr Aussichten auf Erfolg hat man, wenn man bei einem Geschlecht bleibt.
Dann kann es natürlich auch passieren, dass sich zwei Katzen schlicht nicht leiden können. Katzen sind sehr individuell und das kann man nur testen. Aber meiner Erfahrung nach ist das nicht sehr häufig. Wenn man richtig wählt und richtig zusammenführt, dann klappt es doch meistens.
Frage 2: Kimba ist natürlich nicht immer ein kleiner Engel. Manchmal treibt er Unfug, mit dem wir nicht einverstanden sein können. Wie können wir ihn am besten erziehen? Reicht ein böses "Nein" und wegheben? Arbeitet ihr eher mit Belohnungen?
Also ganz allgemein: Ich arbeite viel mit Belohnungen und Alternativen. Bedeutet: Meine Katzen kennen "nein" und "runter" (das muss gar nicht böse sein, sie müssen eben nur erst die Bedeutung lernen ;-) und wenn sie z.B. von der Arbeitsplatte springen, oder gar nicht erst rauf gehen

mrgreen

, dann wird ganz schwer gelobt und es gibt auch mal ein Leckerchen. Dann habe ich Alternativen eingerichtet: Bleiben wir bei dem Thema Arbeitsplatte: "Da möchte ich dich nicht haben, aber schau mal, direkt daneben ist ein genauso hoher Platz, da kannst du sogar aus dem Fenster schauen UND es gibt ein Leckerli wenn du brav dort sitzt".
In meinen Augen ist das die effektivste Methode, auch wenn auch hier eine Menge Geduld und Konsequenz nötig ist.
Vielleicht möchtest du uns mal ein Beispiel geben, dann kann man konkreter etwas dazu sagen.
Ich habe auch mal davon gelesen, dass man Katzen mit einem Pflanzenbestäuber (Wasser) besprühen kann, wenn sie etwas falsches machen. Haltet ihr das für sinnvoll?
Ein ganz klares NEIN!
Erstens bringt das so gut wie nichts und zweitens kann man damit die Beziehung zu seine Katze wirklich gefährden (das gilt für alle Formen der Bestrafung).
Ich handle bei den Katzen nach dem Grundsatz: nicht bestrafen was sie falsch machen, sondern ihnen zeigen, wenn sie etwas für mich Gutes machen und das fördern!