Erstmal ganz lieben Dank für eure Einschätzungen! Wir haben uns ja viel durch andere Threads gelesen, aber es ist dann nochmal was anderes, wenn viele katzenerfahrene Leute etwas zu dem individuellen Fall sagen.
Also: Ja, beide sind kastriert und die neue Katze hat in ihrem alten Zuhause auch mit einem Kater zusammen gelebt. Allerdings kam sie schon einmal aus einer kurzen Vermittlung zurück ins Tierheim, weil der dort im Haushalt vorhandene Kater sie wohl sehr stark gemobbt hat (sie durfte nicht auf die Toilette und fressen etc.). Sie hat sich jetzt auch gedacht, dass es da vielleicht ein ganz gutes Zeichen ist, dass er sie zwar wegfaucht, wenn er fressen will etc., aber sie ja nicht ständig belauert. Es ist für ihn dann auch okay, wenn sie auf einer anderen Ebene ist (z.B. Liegefläche im Regal, auf dem Bett), dann läuft er durch die Wohnung.
Er scheint nicht der größte Schmusekater zu sein, streicheln lässt er sich im Liegen nicht so gerne, aber er kam halt immer zu ihr aufs Bett und auch auf ihren Schoß, wenn sie nach Hause kam und ließ sich dann auch öfters unter Schnurren an Kopf und Hals kraulen, hat also schon ihre Nähe gesucht. Das Problem ist jetzt, dass nun meistens die neue Katze nachts bei ihr im Bett schläft und er sich dann nur ganz selten traut, auch aufs Bett zu springen und dann auch sehr unentspannt ist, also ziemlich schnell knurrt, wenn man ihn anfasst. Nachdem er dann ein paarmal auch nach ihr ausgeholt hat, ohne sie aber zu treffen, fängt sie jetzt auch öfter zuerst zu fauchen/knurren an, was vorher gar nicht der Fall war, sodass er sich immer weniger aufs Bett traut. Es scheint von ihrer Seite aber eher eine Warnung zu sein, sie nicht anzugreifen, selbst ausgeholt hat sie noch nie, weiß wohl auch, dass sie körperlich unterlegen ist

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Natürlich ist das ziemlich schlecht gelaufen: Sie hatte Bedenken, auf dem ja doch relativ begrenzten Raum zwei Katzen aufzunehmen und konnte ich dann erst später dazu durchringen, weil sie ja doch auch öfter außer Haus ist. Klar, ein Paar wäre natürlich erheblich einfacher gewesen.
Sie hat sich schon relativ viel informiert, aber dann fälschlicherweise angenommen, zwei Kater wären schlecht, was ja aber wohl eher für unkastrierte gilt. Ja, und ehrlich gesagt sie dann auch gehofft, dass das Tierheim seine Tiere auch ganz gut einschätzen kann und ihr da etwas Fundiertes raten kann.
Die Tiere wurden halt beide als relativ ruhig und im Tierheim eher schüchtern beschrieben, bei ihr sind sie dann aber eigentlich auch beide sehr schnell aufgetaut und haben sich wenn überhaupt nur wenige Stunden versteckt. Sie ließ sich bereits am Anfang genüsslich überall streicheln, sogar am Bauch, und schnurrte sehr laut. Jetzt sucht sie auch von alleine schon sehr viel Körperkontakt.
Durch die Catwalks und Regale/Schränke ist das Zimmer jetzt auch zu einem großen Teil in einer zweiten Ebene nutzbar, auf die sich der Kater ja jetzt auch viel zurückzieht. Außerdem gibt es einen großen Kratzbaum mit Höhle und mehrere Kratzbretter die auch beide nutzen (übrigens auch meistens die gleiche Toilette, obwohl zwei zur Verfügung stehen). Der Balkon ist vernetzt, dafür interessiert sie sich aber bei der Kälte gar nicht, nur er geht beim Lüften manchmal raus.
Zusammen spielen hat bis jetzt schwer geklappt, da vor allem er in sich in ihrer direkten Gegenwart gar nicht auf das "Spielobjekt" konzentriert.
Grade aufgrund des begrenzten Platzangebots sind wir unsicher, wie lange man den Zustand so lassen kann, weil das ja echt eine sehr schwierige Situation für beide ist. Weil dieses Nichtbeachten mit Angst/Vermeidung und zeitweise Aggression gegenüber dem anderen ja wahrscheinlich ziemlich lange anhalten kann. Es scheint halt irgendwie kaum mehr eine Annäherung zu geben. Sie hofft aber auch, dass es bald mit einer größeren Wohnung klappt.
Aber schön erstmal, dass ihr uns grundsätzlich noch ein wenig Hoffnung macht!
So, sorry für den sehr langen Text, aber ich wollte ja auch alles möglichst richtig wiedergeben

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Danke euch schon mal!