Hi,
wir haben letztes Jahr unseren Julius bekommen. Haben uns extra für ihn entschieden, weil er als "schwer vermittelbar" galt. Eben wegen der Aggressivität.
Wir haben das jetzt super in den Griff bekommen aber die ersten Monate waren anstrengend.
Geholfen hat das "Feliway". Hoffe, dass ich das richtig geschrieben habe.
Das ist ein Zerstäuber, der über eine Steckdose regelmäßig Pheromone in die Luft gibt. Sollte dein Kater eine Mutter gehabt haben, die sich gut um ihn gekümmert hat, dann wird ihn das beruhigen. Die Pheromone sind den Pheromonen einer Mutterkatze nachempfunden.
Und dann heißt es Geduld, Geduld, Geduld und viel Liebe.
Wir habe insbesondere genau darauf geachtet welche Aktion das Beissen und Kratzen ausgelöst hat.
Diese Sachen lassen wir jetzt sein. Z.B. bekommt er Angst, wenn er auf mir liegt und ich die Arme hinter meinem Kopf verschränke oder hebe. Jetzt streichel ich ihn niemals von vorne. Also ich komme nicht mit der Hand von vorne auf ihn zu. Sondern ich streichle von hinten kommend. Dann kann ich ihn am Kopf kraulen oder im Nacken. Und man muss ein Gefühl bekommen, wann es genug ist.
Außerdem habe ich klar gemacht, dass ich der Chef bin! Er hatte Giardien und musste regelmäßig Tabletten bekommen. Oder z.B. wenn er das Spot on bekommen muss. Dann schnappe ich ihn mir, setze ihn auf eine Decke und setze mich auf ihn drauf. Ich klemme ihn mir richtig zwischen den Beinen fest. Natürlich ohne ihm weh zu tun oder zu verletzen. Für die Tabletten klemmt er dann richtig fest, er dreht sich dann auf die Seite. So kann ich ihm noch richtig den Kopf festhalten und da er dann merkt, dass ich stärker bin und er keine Chance hat, hält er ruhig. Dabei spreche ich mit ihm in Babysprache und lobe ihn. Danach bekommt er sofort eine Belohnung. Etwas ganz tolles was es sonst nicht gibt. wie z.B. laktosefreie Sprühsahne.
Jetzt klappt das schon richtig gut und er ist viel ruhiger geworden, weil er gemerkt hat, dass nicht schlimmes passiert.
Was er auch braucht sind Verstecke. Er schläft am besten unter einer Decke. Da fühlt er sich geborgen. Er weiß, dass kein anderer ihn sehen kann und ihn nicht angreifen kann. Das beruhigt ihn total. Da kommen dann voll die Grunzgeräusche immer aus der Decke hervor.
Wichtig ist, dass man sein Tier beobachtet und lernt es zu verstehen. Die sprechen über Körpersprache mit uns und haben auch Ängst, Freude und Launen.
Ich denke, dass bekommst Du in den Griff.
Ach ja, wir haben Bachblüten Globulis geholt. Von Pet - irgendwas.
Bestelle ich bei Medikamente-per-Klick (keine Werbung!). Nummer 1 und 2. 1 sind die Notfallglobulis; bei Schock und so wie durch eine Verletzung oder bei Silvester. Nummer 2 sind die gegen Angst. Die haben wir jeden Tag ins Futter und in die Milch gemischt. Wichtig: keine Metallschüssel und kein Metallbesteck verwenden. Ich habe Glas- und Porzellantellerchen und Kunststofflöffel. 2-3 Globulis mit Futter und Milch verrühren (insgesamt 2 Gaben pro Tag). Lactosefreie Milch geben und vorher bisschen warm machen in der Mikrowelle. Das hat extrem gut geholfen!!! Und die reichen echt lange. Also nicht so teuer wie man meint.
Ganz viel Erfolg und Freude wünsch ich Dir!
tigertulpe