Rohfleischfütterung bei Pankreatits/IBD

Diskutiere Rohfleischfütterung bei Pankreatits/IBD im Rohfleischfütterung Forum im Bereich Katzenfutter; Hallo, ich bin neu hier und würde mich sehr freuen, falls jemand Erfahrungen zum Thema BARF bei IBD/Pankreatits hätte. Mein Kimi ist 9 Jahre alt...
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Hallo, ich bin neu hier und würde mich sehr freuen, falls jemand Erfahrungen zum Thema BARF bei IBD/Pankreatits hätte.

Mein Kimi ist 9 Jahre alt, vor zwei Jahren begann sein Leidensweg. Zuerst sah es nach IBD aus, Kimi bekam Cortison und war ein halbes Jahr stabil. Dann kam eine Pankreatitis dazu, dann eine Triaditis. Verdacht auf Lymphdrüsenkrebs, Entnahme eines Lymphknotens, Entwarnung. Trotzdem ging es weiter mit Pankreatitis-Schüben und fürchterlichem Durchfall. Er wurde therapiert mit Cortison und Metro, die Intervalle zwischen seinen Schüben wurden immer kürzer. Im November war die Bauchspeicheldrüse im US auffällig, eine Biospie war im ersten Anlauf unauffällig, der nachgeschobene Klonalitätstest brachte den Supergau. T-Zell-Lymphom. Eine Chemo wollte ich ihm nicht zumuten, also nahm ich ihn wieder mit nach Hause zum Sterben...

Aber es ging ihm bis Ende März gut. Er bekam Morphin, Nebenwirkung Verstopfung, was bei ihm den segensreichen Nebeneffekt hatte, dass er keinen Durchfall mehr hatte. Ende März hatte er einen Einbruch, verweigerte das Fressen und magerte zum Skelett ab auf 4 kg. Ich dachte, das wäre das Ende. Er verweigerte alles, Morphin, Cortison, Futter. Das einzige, was noch ging, war rohe Pute.

Langsam aber stetig erholte er sich. Er fraß/frisst fast ausschließlich rohes Fleisch, gekochtes Huhn, gekochten Fisch und Ergänzungsfutter und nahm in vier Wochen wieder 1,2 kg zu. Wiegt jetzt 5,2 kg und sieht gut aus. Bekommt keinerlei Medikamente mehr, auch kein Cortison.

Die Diagnose T-Zell-Lymphom steht noch im Raum, aber langsam glaube ich nicht mehr dran. Ich vermute eher eine Getreideunverträglichkeit, denn Getreide in irgendeiner Form hat er seitdem nicht mehr bekommen. Natürlich war die Ernährung auch extrem fettarm, aber vermutlich deshalb fängt er jetzt an sich zu kratzen und viel Fell zu verlieren.

Ich würde ihn gerne barfen oder mit selbstgekochtem, supplementiertem Fleisch ernähren. Sollte er wirklich ein Lymphom haben, wird alles nichts nützen, aber ich gehe jetzt mal von der Diagnose IBD/Pankreatits aus.

Hat jemand Erfahrungen und kann mir raten?
 
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  • Rohfleischfütterung bei Pankreatits/IBD Beitrag #2
Puh, was ne Story... Hallo erst mal.

Frage mal @Neryz nach IBD. Sie hat da recht viel Erfahrung und barft auch.

Alles Gute!
 
  • Rohfleischfütterung bei Pankreatits/IBD Beitrag #3
Gibt es wirklich niemand hier im Forum, der eine an Pankreatitis erkrankte Katze hat und sie barft oder sich damit beschäftigt hat?
 
  • Rohfleischfütterung bei Pankreatits/IBD Beitrag #4
Hast du Neryz gefragt?
 
  • Rohfleischfütterung bei Pankreatits/IBD Beitrag #5
@EagleEye hat einen Kater mit chronischer Pankreatitis und barft. Auch sonst hat sie bei ihren beiden, glaub ich, die meisten Krankheiten durch und kann dir zu allem was erzählen ;)

Ich hab auch wegen eines Pankreatitis-Patienten zu barfen angefangen - damit beschäftigt hatte ich mich allerdings schon vorher -, nur war Rumo leider so krank, dass er noch während der Futterumstellung gestorben ist, deshalb kann ich nur Theorie und die Erfahrungen anderer liefern.

Soweit ich das sehe, muss man beim Barfen einer Pankreatitis-Katze nix Spezielles beachten, außer dass man halt möglichst viele kleine Mahlzeiten füttern sollte anstatt weniger großer. Die Frage ist eher, welche unterstützende Medikation man zusätzlich geben kann.
Wie weit du mit dem Fettgehalt hochgehen kannst, musst du ausprobieren, da ist jede Katze anders. Vielleicht auch einfach mal das Zusatzfett (Geflügelhaut o.ä.) in einem Schälchen neben das Futter stellen, so dass sich Kimi selbst bedienen kann - viele Katzen wissen ganz gut, was sie brauchen und vertragen. Pankreas-Enzyme können bei manchen Patienten die Fettverdauung verbessern, auch wenn Tierärzte oft sagen, das brächte nix. (Ich denk mir das als Laie so zurecht, dass nach längerer Pankreatitis die Bauchspeicheldrüse auch eine Insuffizienz entwickelt, und dass da dann die Enzyme helfen.)
Gegen häufiges Erbrechen hilft auf jeden Fall ein Magensäureblocker.

Weiterhin gute Besserung für deinen Kater :)
 
  • Rohfleischfütterung bei Pankreatits/IBD Beitrag #6
Danke schön für die Antworten. Neryz habe ich noch nicht gefragt, mache ich dann noch.

Kimi geht es derzeit wundersam gut. Er bricht nicht - das hat er vorher aber auch nicht gemacht.

Er bekommt keinerlei Medikation, der Kot ist so gut wie seit 2 Jahren nicht mehr, kein Durchfall. Er kauert nicht mehr, ist heute den ganzen Tag im Garten rumstolziert. Sieht völlig gesund aus. Pankreas-Enzyme hatten wir eine Weile mal im Einsatz (obwohl der TLI in Ordnung war), damals hatte er aber auch voluminöse Fettstühle. Gebracht hat es damals nichts.

Wir sind jetzt den 4. Tag bei so einer Art Kochbarf. Ich supplementiere mit Felini Complete, Fettzusatz Butter. Beim Huhn gebe ich die Pelle in den Mixer und gebe sie unters Fleisch, frißt er. Hühnerherzen habe ich zum ersten Mal gekocht und auch durch den Mixer gegeben, unter die Pute gerührt, fraß er.

Wichtig ist wohl, ihn nicht zu vergraulen mit Experimenten, er ist wahnsinnig mißtrauisch. Oft will er seinen Teller nicht, nimmt lieber einen von denen der anderen - obwohl die das gleiche haben.

Geflügel, Fisch, Schwein, das verträgt er und dazwischen wechsele ich im Moment. Keine Ballaststoffe. Mir scheint, das ist der Schlüssel, dadurch wird die Darmmotilität runtergesetzt (wodurch andere natürlich Verstopfung kriegen können), aber für ihn scheint das genau richtig zu sein.

Von meinen insgesamt sieben Katzen sind fünf von dieser Kochbarf-Geschichte sehr angetan, auch zwei der Neuzugänge, die vorher kein rohes Fleisch wollten. Gekocht scheint es ihnen ihrem geliebten Dosenfutter ähnlicher zu sein. Ich wolfe das Futter, ich habe gelesen, es wäre bei Pankreatis besser verdaulich.
 
  • Rohfleischfütterung bei Pankreatits/IBD Beitrag #7
Huhu! Ich seh es gerade - Dein armer kleiner Kimi, der hat ja was durch :-(

Ich habe übrigens auch 7 Katzen ;-)

Hier kurz zu meinen Erfahrungen mit IBD/Pankreatitis bei meinem Riri. Riri ist ursprünglich ein halbwilder kleiner Kater von der Müllkippe, kam mit Bauch/Nabelbruch und schlimmstem Durchfall zu mir und dann direkt in die Tierklinik.

Sein Leidensweg dauerte danach fast ein Jahr an: von der OP des Bauchbruchs hat er sich schnell erholt, aber den Durchfall bekamen wir nicht in den Griff. Alle Kotproben und sonstigen Untersuchungen waren gemacht worden: kein Befund.

Die Bauchspeicheldrüse war allerdings nicht ok, die war entzündet, aber auch das kam mit Enzymen mehr oder weniger ins Lot: der Durchfall blieb.

Der Tierarzt der TK stellte nach mehreren Monaten schließlich die Diagnose "IBD". Man hätte das mit einer Darmspiegelung und Biopsie noch genauer herausbekommen können, aber der Tierarzt meinte, wir hätten alles andere durch und mehr sei nicht zu untersuchen. Riri bekam Cortison, aber der DF ging auch davon nicht weg.

Der Tierarzt befand Riri danach als "austherapiert". "Das wird nichts mehr mit dem" war sein letztes Wort.

Ich hab aber nicht aufgegeben. Nach diversen Versuchen mit Schonkost / Gastro Intestinal bin ich auch wegen der anderen Katzen (die allesamt vom Gastro Intestinal fettleibig wurden) auf BARF umgestiegen.

Das WUNDER: niemand mehr hat Durchfall. Riri, dem kleinen Durchfallkater, geht es super. Er macht die tollsten Würstchen der Welt und wirklich niemand würde mehr auf die Idee kommen, dass er unheilbar krank ist und nicht mehr lange machen wird.

Bei Deinem Kimi scheint es deutlich komplizierter zu sein, da möglicherweise eine totale Getreideunverträglichkeit vorliegt. Da kannst Du mit BARF aber super Erfolg haben.

Gerade wenn er so schwierig ist, würde ich mit BARF ganz sachte und schrittweise vorgehen. Meine Katzen sind auch sehr mäkelig (gewesen) und ich musste die Supplemente ganz langsam einschleichen. Stulle (Tine) hat mir damals super geholfen! Und die anderen hier auch :)

Ich würde nur natürliche Supplemente geben an Deiner Stelle, kein Felini oder Easy Barf, wenn Kimi so schlimme Unverträglichkeiten hat.

Die ersten Suppis, die Du einschleichen könntest, sind Vit. B und E. Die werden gern genommen. Wenn er das gut nimmt, weitermachen mit den anderen Suppis, Seealge und Blut eher zum Schluss.

Meine Katzen verweigern Fortain (das Blutsuppi) vollkommen. Ich kaufe deshalb auf ein Blutpulver zur Herstellung von Blutwurst (für Menschen gedacht ;-) ) - das wird hier sehr gern genommen. Aber wenn Du an richtiges Blut kommst, kannst Du das natürlich auch nehmen. Ich kriege hier keins.

Soweit meine Erfahrungen; es ist gar nicht so selten, dass Katzen vom Industriefutter richtig bös krank werden, wenn sie irgendeinen Inhaltsstoff nicht vertragen.

Mach unbedingt weiter mit dem Rohfutter, deinem Kleinen scheint das wirklich zu helfen!

PS: da meine hier ja auch solche Durchfäller sind, habe ich in der ersten Zeit überhaupt keine Ballaststoffe ins BARF getan.

Irgendwann - nach weit über einem Jahr BARF - wurden hier dann allerdings Betonklötzchen gek*ckt - da habe ich dann doch Ballast gegeben. Sie nehmen jetzt sehr gern gekochte Zucchini im BARF, das kommt nun jedesmal rein.

Zu Anfang kannst Du aber ohne Probleme auf Ballast verzichten und gucken, wie es wird ;-)
 
  • Rohfleischfütterung bei Pankreatits/IBD Beitrag #8
Liebe Neryz,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort!

Bisher scheint Kimi Felini Complete gut zu vertragen, ich hatte das Gefühl, dass der Haarausfall allmählich dramatische Formen annimmt und worin jetzt genau der Mangel bestand, wusste ich natürlich nicht. Deshalb war es mir einfach wichtig, mal wieder ausgegelichen zu füttern und zwar schnellstens. Wobei ich glaube, der Hauptmangel war Fett.

Cortison hat Kimi auch überhaupt nicht mehr geholfen, die Tierärzte mochten es nicht glauben, aber es war so.

Eine totale Getreideunverträglichkeit hat er vielleicht nicht, mir ist eingefallen, dass er sehr gern Whiskas Katzenmilch trinkt und die verträgt er trotz pflanzlicher Nebenerzeugnisse. Vielleicht macht es die Menge, ich weiß es nicht.

Jedenfalls ist Kochbarf ein voller Erfolg (sechs Tage mache ich jetzt), auch die anderen Katzen fressen es abends begeistert, die kriegen aber morgens Dose. Bei denen muss ich natürlich aufpassen, dass sie nicht zu harten Kot bekommen, es ist wie immer am Anfang schwierig, alles unter einen Hut zu bringen. Aber eine Möhre hatte ich gestern mitgekocht und unter das Schweinefleisch gegeben.

Ich überlege mir das, ob ich längerfristig natürliche Supplemente gebe, bei dem Blut wird mir schon ganz übel, ich bin Vegetarier im Gegensatz zu meinen Katzen....

Natürlich steht bei uns immer noch die Diagnose T-Zell-Lymphom im Raum, aber wenn, dann hat er wirklich ein sehr langsam wachsendes Lymphom und das wiederum ist bei T-Zell eher selten. Diagnostisch ist alles gemacht worden, wir müssen das einfach verdrängen und zusehen, ob es mit der Ernährungsumstellung längerfristig gut geht.
 
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  • Rohfleischfütterung bei Pankreatits/IBD Beitrag #9
Gern geschehen!
Ich bin auch Vegetarierin, zu Hause esse ich fast nur vegan. Man gewöhnt sich ans Zubereiten vom Barf, hier gibt es echt viele Veganer, die ihre Katzen barfen ;-)
Ich drück die Daumen, dass es deinem Kleinen bald besser geht!
 
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