Ich habe mich hier erst ganz neu angemeldet, weil ich gerade total verzweifelt und traurig bin

. Ich bin total fertig und möchte euch einfach mal ein wenig erzählen, was passiert ist
Ich musste gestern nach 11 Jahren meine geliebte Katze Lucy einschläfern lassen. 11 Jahre lang war sie immer an meiner Seite, sie war so eine liebe, gechillte Katze, und wir hatten so eine enge Beziehung. Insgesamt 3x ist sie mit mir umgezogen, damals in meiner WG in Studienzeiten kam sie 2004 als 5 Monate altes Mäuschen zu uns, nach dem Tod meines Vater ist sie 2006 erst kurz mit mir zu meiner Mutter gezogen und ein halbes Jahr später in eine neue WG. Seit 2010 haben wir "allein" gewohnt sozusagen, in einer 2-Zimmer-Wohnung mit Balkon, den Lucy über alles geliebt hat. Sie hat jedoch nie versucht abzuhauen, sondern hat sich lieber stundenlang im Liegestuhl gesonnt - ein Sicherheitsnetz war nie nötig.
Wir hatten sogar eine Zeit lang (so 2008/2009) eine zweite Katze, Fränzi, ein kleiner schwarzer Teufel, die jedoch
Leukose hatte (was wir nicht wussten) und nach 2 Jahren gestorben ist. Fränzi hat Lucy sehr gebraucht, Lucy hat Fränzi mehr geduldet, war aber immer ein wenig auf sie eifersüchtig und hatte es lieber, mich als ihren Menschen für sich alleine zu haben. Das war der Grund, warum wir nach Fränzis Tod nicht noch einmal eine zweite Katze dazu geholt haben.
Lucy hatte schon von jungen Jahren an einen Herzfehler, sie hatte immer ein "Herzgeräusch" beim Abhören, das Herz war nicht besonders stark, der Herzmuskel verdickt und sie musste seit Jahren schon Tabletten nehmen. Angemerkt hat man ihr die Erkrankung nie, aber ich hatte mich schon immer darauf vorbereitet, dass Lucy vielleicht nicht sooooo alt wird (die Katze meines Onkels ist 18 Jahre alt geworden zum Beispiel) - jetzt merke ich, man kann sich NIE vorbereiten
Vor 1-2 Wochen ist mir aufgefallen, dass sie plötzlich weniger frisst und auch öfters erbrochen hat. Sie hatte jedoch schon immer mal Phasen gehabt, wo sie zu hastig gegessen und anschließend ihr Futter wieder erbrochen hat, daher habe ich mir noch keine allzu großen Sorgen gemacht. Doch dann fiel mir auf, dass sie wirklich bedeutend weniger gefressen hat. Zuerst habe ich immer meinen Freund zur
Schecke gemacht, ob er ihr zwischendurch zu Fressen gegeben hätte (sie hatte immer ein wenig Gewichtsprobleme und ich habe schon auf regelmäßige und auf sie abgestimmte Portionen geachtet), doch das hat er verneint. Und als mir klar war, dass sie wirklich zu wenig frisst, bin ich mit ihr sofort zum Tierarzt (das war letzten Dienstag). Erst dachte ich, sie hätte vielleicht eine Entzündung im Maul. Doch der Tierarzt hat sie abgetastet und sagte "da ist was im Bauch" und ich meinte erst noch "oje Lucy was hast du gefressen?". Er hat sie dann geröngt und dann hat es mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Er meinte, da ist etwas großes im Bauch, was da nicht hingeghört und er tippt auf einen Tumor

. Er hat dann noch einen Ultraschall gemacht, konnte aber auch nicht sehen, woher dieser Tumor genau kommt. Lucy lag da auf dem Tisch auf dem Rücken, hat alles über sich ergehen lassen und mich mit großen Augen angeschaut

. Sie hat sich sowieso NIE gewehrt beim Tierarzt, sie war immer lieb

, sie hat zwar das Autofahren gehasst, aber sie ist nie bösartig geworden

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Der Tierarzt meinte dann, man müsse sie schnellstmöglich operieren, doch wenn man sehen würde, dass es Krebs sei und der Tumor sich nicht operieren lässt, dann würde man sie garnicht mehr aufwachen lassen

. Ich war so perplex, ich wusste garnicht was ich sagen sollte und habe angefangen zu weinen.
Der OP Termin wurde dann für gestern ausgemacht. Ich hatte also noch 3 Tage Zeit, mich von Lucy zu verabschieden, denn in meinem Inneren wusste ich schon, dass es so kommen würde.
Die 3 Tage waren furchtbar, und auf einmal merkte ich auch, dass es Lucy zusehends schlechter ging. Sie hat früher stundenlang gekuschelt auf der Couch, kam immer sofort an und blieb bei mir liegen, auch abends ins Bett, nun legte sie sich plötzlich nur noch auf den Boden und blieb immer nur kurz bei mir. Ich habe ihr alles zu Fressen angeboten, was ging, Trocken- und Nassfutter, Leckerlis in rauhen Mengen, alles was es gab, und sie hat auch immer wieder ein bisschen gefressen.
Ich hab ihr ganz oft gesagt dass sie die beste Katze ist, die es auf der Welt gibt, dass ich sie sehr lieb habe und dass sie mir so sehr fehlen wird, und hab mich zu ihr auf den Boden gelegt und ihr den Bauch gekrault (was sie sich gern gefallen hat lassen), und ich habe ganz viel geweint und kaum geschlafen. Ich hab versucht, ihr die letzten Tage so schön wie möglich zu machen, und hab versucht sie zu verwöhnen, auch wenn ich gesehen habe dass sie anscheinend Schmerzen hat (der Tierarzt hatte ihr aber auch ein Schmerzmittel gegeben), das war natürlich für mich auch furchtbar.
Gestern kam es dann so, wie es kommen musste. Der Tierarzt meinte vor der OP noch einmal, dass die Wahrscheinlichkeit, dass es bösartig ist und schon gestreut hat, sehr hoch ist und ich habe zugestimmt, sie in diesem Fall zu erlösen. Als sie die Narkose bekommen hat, habe ich sie auf dem Arm gehalten und sie hat mich wieder mit großen Augen angeschaut

. Ich meinte dann noch zu ihr "Lucy das wird so langweilig ohne Dich werden

" und hab sie gestreichelt und auf den Kopf geküsst. Kurz bevor sie eingeschlafen ist, hat sie auf einmal noch ganz viel Wasser erbrochen, auch auf meinem Arm, direkt auf den Boden

Ja, und dann kam der Tierazt nach etwa 20 Minuten runter zu uns ins Wartezimmer und hat sich mit uns hingesetzt und meinte, es wäre so gewesen wie vermutet. Der Darm war im Grunde schon komplett zu, der Tumor war total verwachsen mit umliegendem Gewebe. Und er meinte, dass diese Tumore rasend schnell wachsen und vor ein paar Wochen wahrscheinlich noch garnichts da war. Und er sagte, er hätte sie bereits erlöst

. Tja, und ich dachte, sie würde irgendwann mal an ihrem Herzproblem sterben

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Er hat sie uns dann in eine schöne rosa gestreifte Kiste mit Decke gepackt und wir haben sie dann von Frankfurt nach Idstein gefahren, wo mein Onkel lebt, und sie dort begraben, wo auch Fränzi und die 2 Katzen von meinem Onkel begraben liegen, auf einer kleinen Anhöhe hinter seiner Werkstatt. Kurz bevor ich die Kiste reingelegt habe, musste ich nochmal schauen, ob sie auch wirklich tot ist

. Und dann habe ich ein paar Blumen und 2 Porzellanherzen im Blumenladen gekauft und ihr aufs Grab gelegt.
Ach mensch es war alles so traurig, vor 2 Wochen war noch alles gut und plötzlich ist sie weg

. Es war so schlimm nach Hause zu kommen und da waren all ihre Sachen und Lucy ist nicht da. Es ist so still und leer ohne sie. Keiner, der mich an der Tür begrüßt, keiner, der morgens zu mir ins Bett kriecht wenn ich rufe (sie ist sowieso immer gekommen wenn ich gerufen habe, oder hat zumindest geantwortet, wenn sie mal keine Lust hatte aufzustehen), keiner der mit mir auf der Couch kuschelt, der meckert wenn ich Wäsche aufhänge (sie hat dann immer so komisch gekeckert - keine Ahnung was sie daran nicht mochte), keiner der mich morgens mit Kohldampf weckt

. Keiner, der sich auf den Schuhen von meinen Freund oder auf denen von Besuchern schrubbt (sie hat immer alle Schuhe komplett zugehaart). Lucy hat mich einfach durch so viele Sachen begleitet, der Tod meines besten Freundes, der meines Vaters, sie war einfach immer da, und ich hab mich nie allein gefühlt, auch wenn ich es war. Sie war immer ein großer Trost und sie war so wichtig für mich. Und jetzt ist sie plötzlich weg

und es tut so weh. Ich warte die ganze Zeit darauf, dass sie um die Ecke kommt

, aber es bleibt leer und ruhig. Bin wirklich total verzweifelt

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Liebe Lucy, du warst die beste Katze und du fehlst mir so sehr

Das schwarz-weiss Foto ist von Mittwoch