Mit den beiden Katern gibt es in Bezug auf Haarballen keine Probleme. Denen reicht anscheinend das Öl und die Malzpaste, die ich ihnen abwechselnd unters Futter mische (nur der alten Kater schmatzt Malzpaste auch sortenrein, die beiden anderen bekommen das Rennen, wenn sie nur die Tube sehen). Gebe ich Gras, kann es auch mal vorkommen, dass die beiden Herren zart kötzeln. Manchmal nur die Halme, manchmal mit `nem Härchen dabei. Aber eigentlich brauchen sie das Gras nicht zum glücklich sein.
Die Katze hat schon immer ein Riesentamtam um ihre Haarballen gemacht. Als sie noch leidlich gut gefressen hatte, damals vor vielen Jahren, hat sie ein paar Tage Gras verschlungen wie eine verhungernde Kuh, einen Tag vor dem Ereignis nicht mehr gefressen, dann einen Ballen ausgespieen und noch einen Tag rekonvalesziert. In den letzten Jahren hat sich das ein wenig „gebessert“. Muss man wirklich in dicken Anführungsstrichelchen schreiben, denn die Verbesserung war bitter erkauft. Da sie aufgrund ihrer Futter..unverträglichkeiten (? Ich weiß nicht, vielleicht hatte sie auch Magenschleimhautentzündungen?) regelmäßig gekotzt hat, haben sich auch nie größere Haarballen angesammelt. Mit Gras war ich in den letzten Jahren sehr vorsichtig, denn sie hat dann meist noch heftiger gekotzt als so schon. Sie hat es irgendwann nicht mehr gut vertragen.
So, nun kommt das eigentliche Problem. Seit der Umstellung meiner Miezen auf Dose und Rohfutter, was ihnen ausgesprochen gut bekommt, wird nur noch in ganz seltenen Fällen gekotzt. Kater hatte vor ein paar Tagen eine Ladung wieder von sich gegeben, aber da hatte er einfach zu gierig geschlungen. Die Katze aber erbricht sehr zu meiner Freude gar nicht mehr VON ALLEIN. Zwischenzeitlich hatte ich mal wieder Gras hingestellt, aber das führte bei ihr wieder zu unaufhörlichen Kötzeleinheiten, bei denen immer Schäumchen und Flüssigkeit hochkamen, aber nie auch nur ein Haar. Ehrlich gesagt finde ich es nicht apart, wenn 8x am Tag das Parkett dekoriert wird, was ich aber mit Mühe noch akzeptieren könnte, wenn es einen Nutzen hätte. Aber ich kann nicht glauben, dass das der Katze auf Dauer gut tut. Nachher hat sie, weil ja immer auch sauerer Magensaft hochkommt, Speiseröhrenentzündungen, für die wenigen Zähne, die sie noch hat, sehe dabei auch ganz schwarz.
Gestern Nacht kam, nachdem die Katze mal wieder einen Tag strikt gehungert hat, ein RIESENHAARBALLEN aus dem Tier geflogen. Abends zuvor hatte sie mir schon auf die Wäsche gepinkelt, was sie nur macht, wenn es ihr GANZ übel geht. Und am Morgen danach hatte sie Durchfall, war gar nicht gut drauf und wollte auch nicht fressen. Zum Glück war sie gestern Abend wieder ok und heute früh die erste an der Theke.
Zusammenfassung: Fetten funktioniert bei der Katze nicht, die Haare bleiben trotzdem im Magen. Gras bekommt der Katze gar nicht gut UND hilft offensichtlich auch nicht. Und nun hat die Arme gewaltige Schwierigkeiten, die geschluckten Haare wieder loszuwerden.
Wie kann ich ihr denn jetzt helfen? Muss ich das überhaupt? Dem Futter, das ich selbst zubereite, füge ich immer auch Gemüsemus bei, und in den Dosenfuttersorten ist fast immer gekochter Reis dabei. Reicht aber auch nicht, die Ballen in die eine oder andere Richtung in Gang zu bekommen. Könnte es, wenn ich weiter so mache wie in den letzten 10 oder 12 Wochen und kein Gras mehr gebe, zu ernsten Schwierigkeiten kommen? Magenverschluss, wenn ein Ballen mal zu lange liegt und zu groß wird? Damverschluss, wenn sich ein größerer doch mal in Bewegung setzen sollte? Oder mache ich mich verrückt?
PS: Jetzt, wo ich fast fertig bin mit dem Roman, überlege ich, ob ich es mal mit klein geschnippeltem Gras im Futter ausprobieren sollte. Vielleicht auf 2cm Länge geschnitten? Wenn die Katze selber erntet, schluckt sie immer lange Halme. Aber vielleicht bekommen ihr ja kurze Halmabschnitte? Könnte ihr das helfen?
Ich danke allen, die sich bis hierher durchgekämpft haben! Und für Tipps und Ratschläge danke ich im Voraus!