Hallo ihr Lieben
Bisher war ich immer nur stiller Mitleser und fand immer hilfreiche Antworten auf all meine Katzen-Übermutter-Angst-Fragen, aber nun habe ich ein Problem, dass ich mich seit einigen Tagen beschäftigt, bei dem ihr erfahrenen Katzenmamas mir vielleicht etwas beistehen könnt.
Seit ca. 13 Monaten habe ich ein kleines Katerchen, dass im Alter von rund 10 Wochen zu mir kam. Demnach ist der kleine Mann nun fast 1,5 Jahre alt.
Monty kränkelte von Anfang an immer mit seinen Augen, wie sich nach nur wenigen Wochen herausstellte. Nachdem ich panisch beim Tierarzt vorsprach, bekam er ein Fiebersenkendes Mittel gespritzt und für das eitrige Auge eine Salbe. Soweit ich mich erinnere, war er nach gut einer Woche ohne Beschwerden.
Die Freude hielt nicht lange, denn nachh nur rund 2 Monaten mussten wir uns wegen dem selben Problem wieder bei
Tierarzt vorstellen. Selbes Prozedere, worauf eine rasche Genesung folgte. Der Arzt stellte eine Entzündung im AUge fest und bereitete mich darauf vor, dass unter Umständen innerhalb kürzester Zeit das andere Auge betroffen sein könnte, was sich jedoch nicht bewahrheitete.
Es vergingen wieder einige Wochen und der Eiter in den Augen war wieder da, diesmal zusammen mit einer Art Herpes-Infektion an seinem Näschen und natürlich dem obligatorischen Fieber. Zu erwähnen sei vielleicht an dieser Stelle noch, dass das Fieber diesmal ausgesprochen hoch war und es war ein Jammer den kleinen Kerl zu betrachten. Er konnte kaum laufen, ich half ihm ins Katzenklo und ansonsten kuschelten wir den ganzen Tag unter der Decke. Ich fürchtete, der kleine Pelzinator würde es nicht überstehen, aber er war stark genug und wurde gesund.
Die Augen waren übrigens immer im Wechsel betroffen, nie gleichzeitig.
soweit mal zu seiner Krankengeschichte...
Nun zu meinem derzeitigen Problem, welches mir seit einigen Nächten den Schlaf raubt:
Vor 6 Wochen bei
Tierarzt gewesen weil er das linke Auge immer zukniff. Cortisonhaltige Salbe mitbekommen, nach 4 Tagen alles in Butter.
Vor genau 14 Tagen stellte ich fest, dass Montys rechtes Auge bei bestimmten Lichtverhältnissen merkwürdig leuchtet und einfach anders reflektiert als das linke Auge.
Dies noch 1 oder 2 Tage beobachtet, da man es wirklich nur sehen konnte, wenn er zB im dunklen Bad saß und vom Flur etwas Licht hineinschien. Bei normalen Lichtverhältnissen war nichts zu erkennen.
Nachdem es mir und meinem Freund nun mehrfach aufgefallen ist, hab ich ihn eingepackt und wir sind zur TÄ gefahren. Monty ist ja nun inzwischen ein geduldiger Beifahrer und Tierarztgänger -er kennt es ja. Den Arzt haben wir zwischenzeitlich gewechselt.
Die TÄ stellte lediglich fest, dass etwas nicht stimme, konnte es aber nicht konkretisieren, da sie nicht die entsprechenden Geräte dazu hatte. Fest stand nur, es war keine äußere Verletzung. Sie gab mir eine Salbe mit, allerdings OHNE Cortison und erklärte, die andere solle ich keinesfalls mehr benutzen, da Cortison die Ausbreitung von Viren begünstige (oder so ähnlich). eine Woche gesalbt, keine spürbare Verbesserung. Wieder vorgestellt. Ärztin ratlos, aber da ihr merkwürdig vorkam, dass Monty so häufig das KK aufsuche schlug sie eine Urinprobe vor um zu klären ob er so viel trinke weil sein Körper kein Wasser bei sich behalten könne oder ob er so viel pullert weil er so viel trinkt. Dies natürlich nur als kleiner Nebenkriegsschauplatz, mit dem Auge hat es nichts zu tun.
Sie verwies mich an eine Spezialklinik für Augenheilkunde in Leipzig wo wir uns noch für den selben Tag einen Termin besorgten und hinfuhren.
Shock-Diagnose: auf dem rechten Auge hat sich die Retina vollständig abgelöst, was zu einer völligen Erblindung auf diesem Auge führte, die aber nicht dauerhaft sein muss.
Außerdem stellte die Ärztin fest, dass der kleine 40 Fieber hat und verarbreichte eine Fiebersenkende Injektion+eine cortisonhaltige Salbe, die 4x täglich aufgetragen werden sollte. Als Hausaufgabe bekamen wir auf uns um ein Blutbild und eine
Toxoplasmose zu kümmern, da dies ein Symptom für eine Viruskrankheit sein kann.
So zog ich also von dannen, mit dem Wissen, dass mein Kätzchen nur noch auf einem Auge sehen kann und dachte, die Blindheit, sollte sie von Dauer sein, wäre unser größtes Problem.
Während der 45-minütigen Rückfahrt fing er an wie ein erschöpfter Hund zu hecheln. Es war sehr heiß an diesem Tag und ich hatte von der ersten Sekunde die Fenster geöffnet um die Luft etwas zirkulieren zu lassen, denn die Klimaanlage ist außer Betrieb mangels Kühlflüssigkeit :roll::roll::roll:
Soetwas hatte ich bei einer Katze noch nie gesehen oder davon gehört. Mein sonst so ruhiges Tier krallte aus seiner Reisebox nach mir und fing wieder und wieder an zu hecheln. Mich packte sofort die Panik weil man ja gerade im Sommer immer wieder hört&liest dass man Tiere nicht im Auto lassen soll. Ich wusste keinen Rat. Da ich wieder kurz vor Halle war, entschied ich, zur TÄ zu fahren und nicht in die Wohnung. Diesmal fürchtete ich wieder um sein Leben, gerade auch im Hinblick auf den zugemuteten Stress, das hohe Fieber und natürlich die Hitze.
Bei der TÄ angekommen beruhigte man mich sofort und auch Monty kam langsam aber sicher im wohl temperierten Wartezimmer zur Ruhe. Nach 10 Minuten waren wir wieder im Behandlungszimmer und der kleine Mann bekam eine Mini-Infusion.
Die Ärztin schaute nach dem Fieber, was dabei war zu sinken. Da wir ja morgens schon in der Praxis waren sagte sie mir, dass sie ganz und gar nicht den Eindruck hatte, dass er fiebrig wäre und dies sicher durch den ganzen Rummel & Stress verursacht wurde, aber keinen medizinischen Hintergrund hätte.
Man bat uns am Folgetag die Praxis erneut aufzusuchen, da wir ja Blut abzapfen mussten. Gesagt getan. 3 Ampullen Blut gespendet, Urinprobe ebenfalls eingereicht.
Nun begann das Warten auf die Ergebnisse. Ich begann mich mit der Thematik
FIP zu beschäftigen, da dies mal in einem der Gespräche als mögliche Ursache für seine Blindheit erwähnt wurde.
Natürlich gingen sofort alle Alarmanlagen an, da ich mich plötzlich mit einem viel größeren Problem konfrontiert sah als nur eine "einseitig erblindete Katze zu haben".
Die Symptome trafen auf mein Katerchen allerdings gar nicht zu.
Er frisst. Er spielt. Sein Fell war nicht pattig oder struppig. Er macht einefach keinen kranken, fiebrigen Eindruck. Gestern Abend, nach 6 Tagen dann endlich der Anruf der Ärztin.
Sie vermutet eine
FIP Erkrankung. Vieles spricht dafür, 2, 3 Sachen jedoch auch dagegen. Sie kann sich aus den Zahlen und Werten keinen richtigen Reim machen. Sicher ist, er trägt das Coronavirus in sich,
Titer 1:800. Sicher ist auch, dass er erhöhte Eiweißwerte im Blut hatte und auch viele weiße Blutkörperchen. Außerdem, so sagte sie, habe er extrem viele Bakterien im Urin, sowie Eiweiß, was nun absolut NICHT im Urin zu finden sein sollte.
DIe vielen Bakterien könnten auch von einer unsauberen Katzentoilette herrühren, die bei Aufnahme des Urins mit der Pipette dann natürlich mit dem Urin vermengt wurden. Zusammengefasst sagte sie, sie geht zu 80% von einer
FIP Erkrankung aus und empfielt einen Komplettcheck in einer Tierklinik, wo man viel mehr Möglichkeiten hat als sie in ihrer kleinen Praxis. Gut, am nächsten Tag also sofort in die Tierklink, natürlich nicht vor der Haustür in Halle, sondern 50 Minuten entfernt in Leipzig :-?
Als wir dort heute ankamen lagen schon alle Auswertungen der vorherigen Tests vor.
Wie auch hier bei euch, referierte ich minutenlang über Montys bieherige Augenproblematik und das wir ja ursprünglich auch nur wegen der Veränderung am Auge einen Arzt aufsuchten und das schon vor 14 Tagen (und ein Großteil der infizierten Miezen überlebt ja diese Zeitspanne gar nicht mehr. Mein Katerchen zeigt nicht einmal Zeichen von Abgeschlafftheit!). NICHT weil er Fieber hat, NICHT weil er Nahrung verweigert, NICHT weil er nur noch rumliegt (Was für mich als Leihen alles Anzeichen für eine ernstzunehmende Krankheit sind)
Ich erzählte im außerdem, dass ja noch weitere
FIP-untypische Werte & Symptome aufgezeigt wurden und bettelte förmlich nach einer Entwarnung, dass es sich tatsächlich um andere Krankheit(en) handeln könne, wie zB eine schwache Niere oder Fieber wegen der Entzündung usw., aber diesen Gefallen tat er mir nicht. Auch er hielt es für ratsam, meinen Kleinen weiterhin auf
FIP zu untersuchen. Fieber gemessen, wieder 40 Grad :-|:-|:-| Er tastete das Bäuchlein ab und sagte, es könnten Wassereinlagerungen vorhanden sein. Ich entgegnete, dass Monty bereits 300g gefressen und noch nicht die Katzentoilette besucht hatte.
Ich hatte eigentlich auf alles eine Antwort/Ausrede, aber so wirklich wollte er von
FIP nicht ablassen und so wurde mein Schatz stationär aufgenommen um ein neues Blutbild zu erstellen, eine Ultraschallaufnahme anzufertigen, ggf Flüssigkeit aus dem Bauchraum zu ziehen und Urin "direkt ab Quelle" um keine Verunreinigungen von außen zu haben.
So zog ich ohne mein Goldstück wieder los. Auf der 50minütigen Heimreise hatte ich genug Zeit um gefühlte 140x in Tränen auszubrechen. Den Gedanken an ein Leben ohne mein Baby ertrage ich nicht. Ja, auch Monty hatte schon Tage wo er nur in seinem Körbchen rumgammelte, sich den ganzen Tag hinter dem Sofa versteckte und nur zum Pullern & Fressen mal hervorhuschte, aber solche Tage gab es in den letzten 13 Monaten immer mal, dass kann doch nicht bedeuten das mein Tigerchen dem Tode geweiht ist :-?
Ich bin natürlich kein Arzt und erkenne vielleicht einfach die Zusammenhänge nicht. Ich starre auf das Blatt Papier und kann mit den Zahlen und Auswertungen weniger als nichts anfangen. Dennoch kann ich nicht glauben, dass meine Mieze an
FIP erkrankt sein soll. Aus dem Forum weiß ich, dass viele ratlose Ärzte großzügig auf
FIP tippen und den Katzenmamas damit das Leben temporär zur Hölle machen.
Ich erhoffe mir von dem Tippen meiner Geschichte hier irgendwen zu finden, der vergleichbare Erfahrungen gemacht hat, bei dem sich die Diagnose nicht bestätigte. Vielleicht kann ich hier jemanden finden der mir gut zusprechen und mich beruhigen kann....
Nach hause zu kommen und niemand wartet auf der anderen Seite vor der Tür, wie ein kleiner Wuffi mit wedelndem Schwanz, und das leere Katzenkörbchen... das sind Dinge an die ich mich nicht gewöhnen möchte. Morgen ganz früh muss ich ausgerechnet für 4 Tage nach Bayern, vielleicht habe ich mein Baby heute zum letzten Mal gesehen



Ich hoffe, ich habe nicht vergessen elementare Dinge zu erwähnen, ich hoffe außerdem, dass sich jemand die Zeit nimmt und meinen wirklich etwas lang geratenen Text ließt und seine Meinung oder Eindrücke dazu mal niederschreibt
Ich hoffe auf eure Post
Ina
PS: Sollte ich in der falschen Kategorie gepostet haben bitte ich dies zu entschuldigen