Frage an die Spezialisten: Soll Susi einen Kumepel bekommen?

Diskutiere Frage an die Spezialisten: Soll Susi einen Kumepel bekommen? im Neuankömmlinge Forum im Bereich Katzenfreunde; Vorsicht, das wird jetzt lang. Ich muss mal reden. Bei mir wohnt seit fast 2 Jahren Susi. Sie ist wahrscheinlich ca. 6 Jahre alt, so ganz genau...
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virra

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Vorsicht, das wird jetzt lang. Ich muss mal reden.

Bei mir wohnt seit fast 2 Jahren Susi. Sie ist wahrscheinlich ca. 6 Jahre alt, so ganz genau konnten mir das ihre alten Besitzer nicht sagen. Susi ist als Einzelkatze gehalten worden und wohnt bei mir auch alleine. Sie ist (Reihenhaus-Siedlung) vom übernächsten Nachbarn zu mir umgezogen – warum, wäre eine längere Geschichte, die nicht hier her gehört.

Suse ist eine Schisserkatze. Sehr sensibel. Bei mir hat sie gelernt, dass man sie überall anfassen darf, ohne dass das gleich als Angriff gewertet wird. Auch spielen kannte sie nicht und sie spielt noch heute kaum mit mir, immer nur kurz und sie fühlt sich oft schnell angegriffen und bricht dann das Spiel ab. Zwischendurch muss sie immer mal aus dem Fenster gucken, um zu sehen, ob in ihrem Garten nicht wieder Fremde sitzen.

Die Fremden: Das sind hauptsächlich die 3 Maine-Coon vom Haus in der nächsten Reihe, am Ende des Gartens. Mit der BKH vom direkten Nachbarn pflegt sie auch ein intensives Hassverhältnis, wobei die Suse gerne da rüber geht und auch Streit sucht. Mehr als Winnie.

Oft mag sie nicht hinten aus dem Haus gehen (Garten), wo auch ihre Katzenklappe hin geht, sondern verlangt vorne raus zu gehen, weil es ihr da sicherer ist. Gerne geht sie auch erst nachts länger raus, vor allem, wenn wieder mal (wie heute) ein Fremd-Katzen-Tag ist, wo sich (warum auch immer) 3!! von den Maine-Coon es sich in meinem Garten gemütlich gemacht haben. Ich denke, die wollen einfach auch mal ihre Ruhe haben (bei denen wohnen 5 Katzen und 2 Hunde) und mein Garten ist ein Katzengarten, mehr als deren eigener. Wenn es regnet oder sonst fieses Wetter ist, geht sie auch weniger raus. Aber drinnen LANGWEILT sich die Katze dann doch sehr. Und weil man mit ihr nicht richtig spielen kann und sie schmusen auch nicht wirklich mag – was soll ich machen, um der Suse es schön zu machen?? In der Woche bin ich ja arbeiten und dann ist sie eh viel alleine unterwegs, so wie sie auch sonst eher drinnen ist wenn Pause ist und draußen, wenn sie aktiv wird.

Ich habs eigentlich schon abgehakt, der Suse einen Kumpel zu besorgen, da ich ja auch gelesen habe, dass man ältere Katzen, die alleine waren nicht mehr unbedingt vergesellschaften kann. ABER:

Bei meinen Eltern „wohnt“ seit ca. 1,5 Jahren ein kleiner Kater im Garten, der eigentlich gut ein richtiges zu Hause brauchen würde. Der Kleine ist zwar wild, aber ziemlich zahm. Er hats da ganz gut, auch wenn ich Muttern nicht beibringen kann, vernünftiges Futter rauszustellen. Im Garten hat er im Gerätehäuschen 2 Schlafplätze: einen Freiluftsitz und eine Winterbude. Er wurde gefangen, kastriert und wieder entlassen (nach Rekonvaleszenz im Keller). Drinnen kann er leider nicht wohnen, denn mein Vater ist allergisch. Trotzdem hat es sich nun so entwickelt, dass er immer gerne mal rein gebeten wird und er ist echt so zahm, dass er sich in eine Familie integrieren könnte. Er kennt die andere ganz wilde Katze, die auch in der Hütte wohnt und den Hund meiner Eltern, spielt mit seinen Katzenkumpels, die vorbei kommen (mit der Katze nicht, die duldet ihn nur). Alles soweit sehr sozialisiert. Als ich am WE da war hat er mir nach geschätzt 1 halben Stunde erlaubt, ihn anzufassen, obwohl er mir naturgemäß noch nicht richtig traut. Mutter kann ihn auf den Arm nehmen (ich auch am 2. Tag, aber er mag es nicht) und ihn durchknuddeln.

Zurück zur Suse: WENN ich nun den Kleinen nehmen würde, wer weiß, ob die das ertragen würde? Ich habe da 2 Aspelte, die mich umtreiben: Susi scheint sich nach drinnen zurück zu ziehen, wenn ihr draußen zu viele fremde Katzen sind. Drinnen ist sie auch oft ängstlich, vielleicht, wenn sie draußen was erlebt hat – es braucht dann immer bissl bis sie wieder entspannt ist.
UND: Da ich die Susi echt aus dem Tierheim nie im Leben mitgenommen hätte, was wäre, wenn der Kater sich integriert und dann lieber schmust als sie etc. und ich den dann leiber mag??

Versteht ihr meine Gedanken?

Also das Eine ist: Würde es Susi gut tun, einen Kumpel zu haben? Das Andere: Würde es unsere leibevoll aufgebaute Beziehung zerstören?

Leider wohnen meine Eltern 270 km weit weg, mal eben so ausprobieren ist also nicht gut machbar. Und der Kleine ist ja drinnen auch gar nicht gewöhnt, der würde leiden, wenn er eingesperrt bleiben müsste, bis er sich eingewöhnt hat…

… … bin irgendwie hin-und her gerissen. Würde mich freuen, wenn ihr mir EURE Gedanken mal sagt. Ein Patentrezept gibts da wohl nicht …

Als Bonbon für euch im Anhang ein Katerbild von meinem Besuch letzte Woche bei meinen Eltern.
 

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Hallo

Ich kann deine Überlegungen insofern nachvollziehen, dass ich selbst eine langjährige Einzelkatze übernommen habe und lange mit mir gerungen habe, ob sie noch Gesellschaft bekommen soll.

Zuvor hatte ich gemeinsam zwei alte Einzelkatzen aus dem Tierheim übernommen und die haben sich nie richtig verstanden. Ich habe also selbst erfahren, wie es sein kann wenn man zwei Katzen hat die sich nicht mögen.

Was ich allerdings für einen gravierenden Unterschied halte: Im Gegensatz zu meinen Wohnungskatzen kann deine Susi selbst entscheiden inwiefern sie Kontakt zu Artgenossen aufnehmen möchte. Deswegen finde ich es gar nicht so dramatisch, dass sie bei dir alleine lebt.
Auch deine Sorgen wie Susi reagieren könnte finde ich sehr realistisch. Sie wird nicht begeistert sein über den Neuzugang und da sie auch raus kann, hast du es mit der Zusammenführung wahrscheinlich schwerer als Wohnungskatzenhalter deren Tiere sich der neuen Situation schlechter entziehen können. Auch die Kombination zwischen jungem Kater und älterer Kätzin ist wahrscheinlich nicht ideal.

Kurz austesten wie es läuft wäre wahrscheinlich auch bei geringerer Entfernung nicht drin, du solltest dich eher auf segr aufreibende Wochen einstellen in denen deine Katze überhaupt nicht begeistert sein wird, versuchen wird, den Neuling aus dem Haus zu vertreiben und sich vor euch zurückziehen wird. Dazu noch der Kater der es nicht kennt eingesperrt zu sein und sich deswegen nicht nur auf die Artgenossin sondern auch ein komplett anderes Leben einstellen muß.

Wenn es glatt läuft werden die Katzen sich irgendwann akzeptieren und friedlichen nebeneinander her leben.

Wenn es super gut läuft werden sie richtige Freunde, aber das wäre wirklich das Sahnehäubchen.

Tja und wenn es blöd läuft? Dann hattet ihr alle viel Stress und aufreibende Monate und werdet trotzdem einsehen müssen dass eine Katze wieder weg muß...

Ob die Entscheidung richtig war, kann man leider nur sagen, wenn man es versucht und die Zusammenführung gelingt. Wenn man es nicht versucht bleibt immer der Gedanke: "Was wäre wenn...?".

Mein Bauchgefühl sagt, dass ich es nicht versuchen würde. Zumindest nicht, wenn es dir in erster Linie um das Wohnbefinden deiner Susi geht und nicht darum, den kleinen Kerl als Bereicherung für euch selbst zu holen.
 
  • Frage an die Spezialisten: Soll Susi einen Kumepel bekommen? Beitrag #3
Ich würde es nicht machen.
Die Gründe:
1) Suse kann Katzengesellschaft haben, wenn sie möchte - anscheinend möchte sie aber nicht und weicht dem offensichtlich aus. Ihr jetzt drinnen in ihrem Rückzugsort auch noch eine Katze hinzusetzen wäre ziemlich fies und wird vermutlich daneben gehen.

2) Der Kleine wäre wenn man es versuchen wollte Suse Gesellschaft zu geben sowieso der ganz falsche Part. Er ist sozial und jung - das heißt: er möchte mit seinen Kumpels toben, rennen und flitzen und Spaß haben. Suse will das mit Sicherheit nicht. Das wird somit damit enden, dass der Kleine mit ihr spielen will, was sie als Angriff werten wird, da sie das nicht kennt und/oder nicht will. Das geht also garantiert schief. Wenn du es ausprobieren möchtest, ob Suse Gesellschaft drinnen möchte, dann müßte das ein älteres ruhigeres Tier sein, daß sie nicht bedrängt und mit Spielaufforderungen nervt.

Noch etwas: Wenn der Kleine so dringend Menschenanschluß möchte und es bei denen Eltern aber nicht geht, dann schalte doch Vermittlungsannoncen für ihn und vermittel ihn zu einem gleichaltrigen Tobekumpel dazu. Dann hat er alles, was er braucht.
 
  • Frage an die Spezialisten: Soll Susi einen Kumepel bekommen? Beitrag #4
Bei einer langjährigen Einzelkatze sollte der einzige Aspekt für die Auswahl einer Zweitkatze der Gedanke sein "Passt der/die zur Erstkatze", am besten vorher in Ruhe eine Liste machen, was nicht sein darf und was sein sollte.
Besteht der Kater den check zu 100%? (und ist er bereits kastriert?)
 
  • Frage an die Spezialisten: Soll Susi einen Kumepel bekommen? Beitrag #5
So. Langen Text gelesen und kurze Antwort: ich würde es nicht machen und dem Schisserle Suse ihr Einzeldasein lassen. Sie ist ja immerhin Freigängerin und kann sich ihre "Freunde" draußen aussuchen.
 
  • Frage an die Spezialisten: Soll Susi einen Kumepel bekommen? Beitrag #6
Vielen Dank an euch, dass ihr euch die Mühe gemacht habt. Ich hätte zwar gehofft, dass noch mehr Leute was sagen, aber eure Meinung ist mir wichtig und bestätigt mich eigentlich auch in meinen „geheimen“ Gedanken.

Wahrscheinlich sollte ich mich von dem schlechten Gewissen lösen, dass die Suse „verkorkst“ ist, kann man eben nicht mehr ändern und ich bins nicht schuld.

Was den Kater angeht: Ich rede nochmal mit meinen Eltern. Bislang war noch nicht abschließend geklärt, ob sie ihn überhaupt hergeben wollen.

…Sie ist ja immerhin Freigängerin und kann sich ihre "Freunde" draußen aussuchen.

Suse hat keine Freunde da draußen. Insoweit: s.o.
 
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