Ich würde ja auch bei einer 2. Katze, diese dann aus ihrer vertrauten Umgebung reisen. Dann wäre halt meine erste nur in ihrer gewohnten Umgebung.
Kann man mit einer Zusammenführung nicht vergleichen, dass wäre ja nicht vorübergehend, einfach mal so zum testen, sondern sie soll ja ein neues Zuhause bei dir finden.
Also was wäre denn der konkrete Vorschlag? Sorry, dass ich das jetzt ein bisschen überspitzt formuliere: "Hole Dir eine Katze, bei der Du weisst, wie sie sozialisiert ist mit Rückgabeoption und hoffe für das Beste".
Mein Vorschlag wäre, wie schon gesagt, eine passende Zweitkatze, damit man auch entsprechende Chancen hat, damit es klappt. Dann aufgrund der Vorgeschichte, eine langsame Zusammenführung. Die neue Katze darf erstmal in einem getrennten Raum in Ruhe ankommen, dann wird eine Gittertür angebracht, die Katzen bleiben erstmal noch strikt getrennt. Katzenklos, Decken, Spielzeug usw. wird immer wieder ausgetauscht, damit die sich geruchlich näher kommen, du streichelst beide abwechselnd, dadurch wird auch Geruch übertragen. Dann schaffst du durch Spielen in der Nähe der Gittertür und mit Leckerlis positive Erlebnisse in Gegenwart der anderen und sobald beide Katzen am Gitter ganz entspannt bleiben, auch in Gegenwart der anderen, dann erst lässt man sie zusammen.
Von Rückgabeoptionen halte ich nicht allzu viel, sollte natürlich im Notfall möglich sein, aber normalerweise sollte es wie gesagt, bei einer noch so jungen Katze und mit genügend Geduld, langsamer Zusammenführung und mit einer wirklich gut sozialisierten, passenden Zweitkatze schon klappen.
Seid mir jetzt nicht böse, aber ICH will keine 2. Katze, da das einen riesegen Rattenschwanz Probleme mit sich bringt: 1. ich weiss nicht, ob die 2 sich vertragen.
Dafür gibt es natürlich keine Garantie, aber es ist nicht so schlimm, wie du es jetzt befürchtest, sondern überschaubar und auch steuerbar.
2. ob die Wohnung groß genug ist,
Man rechnet so grob im Schnitt ca. 15 qm und ein Raum, pro Katze. Also wenn es nicht ein Einzimmerappartment mit unter 30 qm ist, hat man durchaus genügend Raum für 2 Katzen, muss halt auch entsprechend katzengerecht eingerichtet sein.
3. ob der Vermieter zustimmen würde.
Den kann man fragen und wenn Katzenhaltung erlaubt ist, dürfen es in der Regel auch 2 Katzen sein.
4. Wer nimmt denn jetzt 2 Katzen im Urlaub oder wenn ich krank bin... Keine Ahnung, was noch dazu kommt.
Deine eine Katze muss doch auch betreut werden und soviel Mehraufwand ist es nicht, ob man jetzt eine oder zwei Katzen versorgt.
Ich bitte das zu akzeptieren: Eine 2. Katze würde ich nur angehen, wenn alles andere versagt hat.
Es wäre sehr schade für deine Katze, wenn du so entscheidest, egal ob sie in Zukunft regelmäßig rausgeht oder nicht, wenn nicht wäre es natürlich umso schlimmer, wenn sie einfach nur allein daheim sitzt während du in der Arbeit bist.
Leider wird auch der Sozialkontakt draußen meist überschätzt. Meist sind Kontakte draußen auf flüchtige Begegnungen oder Revierstreitigkeiten begrenzt und dann sind die auch oft zu unterschiedlichen Zeiten draußen unterwegs.
Um draußen eine Freundschaft aufzubauen müssen schon viele Kriterien zusammenkommen, damit da was daraus wird: Die Katzen sollten einigermaßen gut sozialisiert sein, möglichst im ähnlichen Alter, vom Wesen, Charakter und Temperament zueinander passen und regelmässig zur gleichen Zeit am gleichen Ort unterwegs sein, damit sie sich auch regelmässig dort treffen.
Kann man auch nicht mit den Sozialkontakten vergleichen, die streunernde Katzen miteinander aufbauen. Diese sind ja ständig, Tag und Nacht, draußen gemeinsam unterwegs und teilen sich ihr Revier oder haben Überschneidungen der Reviere und treffen sich regelmässig.
Katzen sind keine Einzelgänger, sie werden dazu gemacht. Sie sollten auf jeden Fall die Möglichkeit zu Sozialkontakt zu Artgenossen haben.
Einzelhaltung von jungen Katzen sollte man nicht machen und kann sich auch entsprechend auswirken, auch wenn man es vielen Katzen leider gar nicht so anmerkt.
Viele Katzen resignieren einfach und finden sich damit ab und leider merkt man es vielen Katzen überhaupt nicht an, dass ist ja das Fatale, daher glauben ja so viele dass ihre Katzen trotzdem glücklich sind. Die Tiere sind dann besonders munter, während man sich mit ihnen beschäftigt und sind ihrem Besitzer sehr zugetan, viele kommen gar nicht auf die Idee, dass der Katze etwas fehlen könnte, aber dass tut es, kein Mensch kann mit noch soviel Liebe, Zeit und Aufmerksamkeit den Artgenossen ersetzen. Der Sozialkontakt zu einem Menschen ist ein anderer als zum Artgenossen.
Manche Katzen zeigen aber sehr wohl Verhaltensänderungen, -auffälligkeiten oder -störungen wie auch immer man es bezeichnen mag, diese äußern sich durch aggressives Verhalten, lautstarkes anhaltendes Schreien vor allem nachts, Tapetenkratzen, Zerstörungswut gegenüber Mobilar, Schwanzjagen, Unsauberkeit, Depressionen, Antriebslosigkeit, Fressunlust aber auch Fresssucht usw. aufgrund ihrer Einzelhaltung.