Auch von mir ein herzliches Hallo und alles Gute für Dich und deine neue fellige Mitbewohnerin. Und ja, es ist gut, dass Du vorher fragst ;-)
Warum aus Tierschutzgründen von einem Wurf Kitten abzuraten ist, haben hier schon einige ausführlich erklärt. Ich würde Dir gerne auch dringend zur Kastration und anschließend zu einer gleichaltrigen Partnerkatze raten. Und zwar aus der eher menschlichen Erfahrungsseite heraus:
Wir sind vor 3 Jahren aufs Land gezogen, sehr idyllisch, viele Bauernhöfe. Im ersten Winter ist uns eine trächtige (vermutlich Hof-) Katze zugelaufen. Genaugenommen ist sie in unseren Schuppen eingezogen und einfach geblieben, leider sehr scheu, sodass wir ihr Vorhandensein erst bemerkten, als es schon zu spät war.
Unsere Katzenzahl vermehrte sich also sprunghaft von 2 auf 7 Tiere ...
Ab dem Moment begann eine äußert kräftezehrende Zeit. Die Kleinen mussten medizinisch versorgt werden -- Katzenschnupfen, 3-mal täglich Medizin geben. Da bei der Kätzin die Milchversorgung ok, aber nicht optimal war: Die Kleinen per Hand zufüttern. Katze kastrieren lassen, da bereits 4 Wochen nach der Geburt die Katze wieder rollig sein kann. Danach Daumen drücken, dass der Milchfluss der Mutter nicht zu früh nachlässt (durch die Kastra). Dann regelmäßige Vorstellung der Kleinen beim Tierarzt: Durchchecken, Wurmkur, impfen, chippen. Sie an Menschen und Alltagsgeräusche gewöhnen, mit ihnen spielen, behutsam "leben mit Menschen" erklären. Dann neue Dosis für sie finden. Herausfiltern, wer von den Interessenten überhaupt ein oder zwei Kitten bekommen sollte. Und dann, wenn der Auszug kommt: Mitansehen müssen, wie die Mutterkatze und die Geschwister über mehrere Tage rufend und suchend durch das Haus laufen und nach dem verschwunden Kitten suchen.
Und wir hatten in vielerlei Hinsicht Riesenglück: Wir sind mehr als unwissend in diese Situation geschlittert und mussten sehr schnell viel lernen. Als wir die Kleinen samt Mutter im Schuppen entdeckten, waren die bereits ca. 2 Wochen alt. Wir waren also nicht bei der Geburt anwesend. Ich kann z.B. nicht sagen, ob sie alle Kitten ab Geburt lebend durchgebracht hat. Sie hat die Geburt überlebt, was keine Selbstverständlichkeit ist. Sie hat ok Milch gegeben und hatte keine Gesäuge-Entzündung ... Zwei ihrer Sprösslinge sind bei uns geblieben und wurden kastriert. Sie hat die beiden nicht verjagt. Ebenfalls alles keine Selbstverständlichkeiten. Wir hatten "nur" 4 Kitten, es können auch deutlich mehr sein. Hier gingen zu der Zeit gut und gerne 30 Dosen Katzenfutter in der Woche in die Näpfe.
Ich würde mich sofort wieder um einen solchen Streunerwurf kümmern, aber ich könnte für mich nicht verantworten einen solchen Wurf gezielt ziehen zu wollen.
Wenn es schlecht läuft, hast Du 6 Kitten und keine Katze die sie säugen kann:
- weil entweder durch Komplikationen bei der Geburt oder danach deine geliebte Fellnase nicht überlebt.
- weil die Mutterkatze nicht genügend Milch hat.
In beiden Fällen müsstest Du mindestens die ersten 6, eher die gesamten 16 Wochen lang für eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung sorgen. Dann fehlt den Kleinen auch die Immunabwehr. Bedeutet Du wirst Stammgast bei deinem Tierarzt sein, wegen Katzenschnupfen o.a.
Wenn es weiter nicht besser klappt, bekommst Du die Kleinen nicht vermittelt. Sie bleiben also bei Dir. Somit alle kastrieren oder du hast ein Problem mit noch mehr Kitten und diese aus Inzucht (!).
Einen Ableger deiner Katze zu behalten (gesetzt dem Fall, du bekommst alle anderen untergebracht) garantiert leider auch nicht, dass sich Muttertier und Kitten künftig verstehen.
Ich hoffe, ich habe Dich auch nochmal ein wenig zum nachdenken gebracht. An Deiner Stelle würde ich mich wirklich mal im Tierheim umschauen. Dort gibt es wunderbare, bildhübsche Katzen, altersmäßig passend zu deiner Süßen.
Euch alles Gute!