Ich glaube, darum einen Rechtsstreit zu verlieren brauche ich hier nicht zu bangen, sollte die Nachbarin darauf anlegen. Wenn ich in einer größeren Stadt wohne, vielleicht schon eher. Aber dazu sind wirklich ausschlaggebende Argumente nötig. Habe mich die Tage mit dem Mann einer meiner Cousinen unterhalten, der Richter ist.
1. Nachbarn haben es in ländlichen Gegenden zu dulden, wenn eine Katze auf Nachbarsgrundstück pro Katzeneigentümer herumläuft.
2. gelten kastrierte Kater als friedfertiger als unkastrierte - ihrer ist nicht kastriert, was sie in dem damaligen Gespräch unter wenigstens 12 Zeugen zugab - somit würde ihre Katze als ehernder Auslöser für Katzenstreitigkeiten mit Verletzungen gelten.
3. Die Probleme tauchten erst mit ihrer Katze auf und zwar sämtlich durch die Nachbarschaft durch. Solange dies von der Nachbarschaft bezeugt wird, hätte sie eher Erfolg damit, mehrmals mit dem Kopf gegen die Mauer zu laufen, als einen Rechtsstreit dieswegen mit einem Nachbarn zu gewinnen. Katzen mit Freigang sind nicht derart kontrollierbar, als dass man sowas ausschließen, oder ein solches Risiko minimieren kann.
Aber es war auch sehr stark der selbstgefällig fordernde Ton dieser Nachbarin, der mich derart auf die Palme bringen ließ, dass ich jedes weitere Gespräch mit ihr verweigerte.
Auf jeden Fall sammeln wir in der Nachbarschaft jetzt alle unsere Rechnungen vom Tierarzt, die auf die Behandlung von Fremdverletzungen von Katzen zurückgeht. Meine Tierärztin schaute schon ganz verdattert, als ich letzte Woche bei einer Nachkontrolle darum bat. Aber dann erinnerte sie sich daran, in welcher Nachbarschaft ich lebe und grinste nur breit. "Diese Dame wird ihr blaues Wunder noch erleben, wenn sie damit versucht durchzukommen", meinte sie dann nur. "Sollte sie es noch einmal versuchen, gibt sie die nächsten Runden für alle Katzen aus, da helfe ich gerne mit."
Das artet jetzt ganz schön stark aus, aber wenn selbst die Tierärztin schon so kommt, muss meine Nachbarin ihr auch schon krumm gekommen sein.
Ich bin auch nicht gerade friedlich, wenn mein Kater von anderen angegriffen wird, aber ich würde auch nie auf die Idee kommen, jemanden mitten auf der Straße deswegen erst einmal böse anzufahren, und sofort Schadenersatz einfordern. Meistens geht ein solcher Schuss nach hinten los, denn die andere Katze wird auch Verletzungen davongetragen haben, die behandelt werden müssen, wenn dies bei meinem schon der Fall war.