• Wenn dein Tier krank ist oder erscheint, suche bitte immer erst den Tierarzt auf, bevor du hier Rat und Hilfe suchst. Wir alle hier sind Laien, können und dürfen keinen Tierarzt ersetzen oder gar Ferndiagnosen stellen, das wäre unverantwortlich. Erst wenn du die Diagnose eines Tierarztes hast, kannst du hier nach Erfahrungen oder Tipps fragen, die du eventuell für deinen Tierarzt mitnehmen kannst. Bei der Suche nach einem Tierarzt, vor allem Notärzten in der Nacht oder am Wochenende, könnten wir aber behilflich sein.

Gedanken zum Thema Einschläfern

Diskutiere Gedanken zum Thema Einschläfern im Erkrankungen von Nieren und Harnwegen Forum im Bereich Katzenkrankheiten; Ich mache mir gerade einige Gedanken um das Thema „wann ist es soweit“ :-( Ich habe zwei beginnende Niereninsuffizienz-Katzen zu Hause. Und habe...
  • Gedanken zum Thema Einschläfern Beitrag #1
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ShinaOthello

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Ich mache mir gerade einige Gedanken um das Thema „wann ist es soweit“ :-(

Ich habe zwei beginnende Niereninsuffizienz-Katzen zu Hause.
Und habe Othello auch daran verloren.
:-(

Bei Othello war es so, dass er mir die Entscheidung abgenommen hat, er ist selber gegangen. Ihm ging es bis zuletzt super! Am Tag X war ich noch mit ihm beim Tierarzt. Der hat ihm einen Top-Allgemeinzustand bescheinigt. Trotz seiner Erkrankung.
Und in der Nacht war er tot.

Worauf ich hinaus will: ich hätte ihn niemals an diesem Tag einschläfern lassen, an dem er gestorben ist. Niemals! Auch der Tierarzt hat mir nicht dazu geraten! Es gab nicht mal eine Diskussion darüber.
Nichts.

Wie soll ich dann merken, dass es soweit ist? Wie soll ich merken - jetzt ist es bei meinen Katzen so weit?
Bei Othello hab weder ich noch der Tierarzt irgendwas gemerkt.

Er hatte an dem Tag nichts gefressen, darum waren wir beim Tierarzt. Er hat ihm eine „Katze-friss-Spritze“ ;-) gegeben. Wir hatten die Hoffnung, dass er daraufhin wieder frisst.

Man lässt doch keine Katze einschläfern, weil sie einen Tag lang nichts frisst. Oder?
Nein, ich lasse keine Katze einschläfern wenn sie einen Tag lang nichts gefressen hat. Nicht mal der Tierarzt hat das böse E-Wort benutzt.

Natürlich hab ich Othello beobachtet. Hab Anzeichen gesucht dass er sich verkriecht, lethargisch ist, das Klo nicht mehr benutzt usw. All die Anzeichen gab es nicht!
Es gab keinen Hinweis, dass er leidet, dass es jetzt soweit ist. Gab es einfach nicht. Wir waren regelmäßig beim Tierarzt. Nicht mal der hat irgendwelche Anzeichen gesehen.

Unnötig leiden… darüber denke ich in letzter Zeit oft nach.

Ab wann beginnt „unnötig leiden“ ?

Ist ein Tag nichts fressen schon unnötig leiden?

Ja, das ist eigentlich meine Frage: ab wann beginnt dieses „unnötig leiden lassen“ ?

Wahrscheinlich läuft es darauf hinaus, dass man jede Situation individuell betrachten muss. Es gibt vermutlich keine allgemeingültige Aussage…

Bei Othello hat keiner was bemerkt…
 
  • Gedanken zum Thema Einschläfern Beitrag #2
Hallo,

als meine Katze Stella (Tumor im Darm)das Fressen einstellte und sich zurückzog, hieß dies für mich, daß sie nicht mehr leben wollte.
Unnötiges Leiden wäre gewesen, wenn ich, wie die erste Tierärztin vorschlug, in eine Tierklinik an den Tropf gegeben hätte, um mit einer Chemotherapie zu beginnen...
Wenn das Tier von sich aus nicht mehr leben will, fängt unnötiges Leiden an, wenn man diesen Hilferuf ignoriert und das Tierchen weiter am Leben hält...
 
  • Gedanken zum Thema Einschläfern Beitrag #3
Bei einem Tumor hätte ich wahrscheinlich dieselbe Entscheidung getroffen.

Ich glaube nicht, dass es eine einfache Lösung auf dieses Problem gibt.

Jeder Fall ist anders und Katzen sind Meister im Verstecken von Schmerzen.

Meine Katze Aimée war 16 Tage in der TK wegen der Pankreatitis, die laut meiner TÄ, in 50 % der Fälle tödlich endet. Inzwischen hat sie wieder zugenommen und es scheint ihr seit ein paar Tagen wieder besser zu gehen.
Wie lange das anhält, weiß ich nicht. Aber im Augenblick geht es ihr (meist?) gut.
Die TK hätte genausogut nur eine unnütze Quälerei sein können und sie hätte dort sterben können.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gedanken zum Thema Einschläfern Beitrag #4
Wahrscheinlich läuft es darauf hinaus, dass man jede Situation individuell betrachten muss. Es gibt vermutlich keine allgemeingültige Aussage…


Meiner Meinung nach, kann es nur darauf hinaus laufen.

Meine Mona hatte PKD.
An ihrem letzten Tag, hat sie in ihren Exkrementen gelegen und sie hat in der Nacht zuvor auch nicht mehr in unserer Wohnung schlafen wollen, sondern im Keller.
Ich habe ihr schon Morphium gespritzt...

Tja, wann ist der richtige Zeitpunkt?
Vielleicht hatte ich ihn schon verpasst, vielleicht aber auch nicht.
Ich hadere bis heute, mit mir und empfinde diese Entscheidung, als schwierigste in meinem Leben.

Letztendlich glaube ich, dass jeder Katzenhalter anders damit umgeht und Viele haben sicher, unterschiedliche Einstellungen, generell zum Thema, Tod und Sterben.

Ich persönlich habe mir immer wieder gesagt, dass man so doch nicht stirbt.
Man wird doch nicht "einfach" getötet.
DAS hat es mir wirklich sehr schwer gemacht und ich frage mich, ob ich sie nicht einfach mit Medikamenten, hätte weiter unterstützen sollen, bis sie einschläft.
Ja, vielleicht vermenschliche ich zu sehr.
Vielleicht.

Mona wurde dann an einem Samstag, im Garten, eingeschläfert.

Das ist meine Erfahrung und das sind meine Gedanken zu dem Thema.

Liebe Grüsse
Melanie
 
  • Gedanken zum Thema Einschläfern Beitrag #5
Ich denke, der Wunsch jedes Tierbesitzers ist es, dass der Liebling am Ende eines erfüllten Lebens einfach friedlich einschläft. Das ist nur leider in den seltensten Fällen so.
Am Anfang der Krankheitsgeschichte meiner Gina sagte ich mir: Sobald ihr Leben nicht mehr katzengerecht ist, lasse ich sie gehen. Ich muss dazu sagen, dass mein Opa letztes Jahr verstorben ist nach 12 Jahren Leiden aufgrund mehrerer Schlaganfälle. Er selbst nahm sich als Belastung für seine Frau und Familie war, wollte gerne gehen, auch aufgrund der Schmerzen und Abhängigkeit von anderen, konnte aber nicht. Am Ende hat er einfach das Essen verweigert, um zu sterben...
Vor diesem Hintergrund wollte ich Gina, meine Katze, im Alter niemals leiden lassen. Doch sie machte mir diese Entscheidung wirklich schwer, mal aß sie, mal nicht, mal ging es ihr gut, dann lag sie wieder apathisch in der Ecke, ein dauerndes Auf und Ab. Als sie aber nach ihrer plötzlichen Thrombose nicht mehr laufen konnte, war es für mich ganz klar. Sie wäre nur noch von meiner Pflege abhängig gewesen, und das konnte ich einem so starken und unabhängigen Tier nicht antun.
Der richtige Zeitpunkt ist also für mich auch ein Stückweit von den Ansichten und Empfindungen des Besitzers abhängig. Ich weiß, dass das die Entscheidung nicht leichter macht, aber glaub mir, dein Herz sagt dir, wann es für dich soweit ist und damit auch für die Katze.
Die Entscheidung kann dir leider keiner abnehmen und auch Tierärzte sind menschlich und können sich irren.

Liebe Grüße,
Judith
 
  • Gedanken zum Thema Einschläfern Beitrag #6
Du bist die einzige, die deine Katzen kennt. Und nur du kannst wirklich entscheiden, wann es soweit ist.

Ich meine, dass man es sieht. Ich stelle mir die Frage jedes Mal. Und jedes Mal wusste ich wann es soweit war. Beim letzten Kater, den ich gehen lassen musste, habe ich kurz vorher noch Tabletten und Aufbaumittel gekauft. Ich war danach 3 Stunden zu Hause und wusste, er will nicht mehr. Am selben Tag ist er auf seinem Platz eingeschläfert worden.

Das immer geschriebene "die Katze zeigt dir, wenn es soweit ist", kann ich nur befürworten. Man muss nur mit dem Herzen sehen.
 
  • Gedanken zum Thema Einschläfern Beitrag #8
Hör einfach auf das was dein Bauchgefühl sagt.

Ich habe keine Erfahrung damit wann eine kranke Katze gehen möchte, aber damit wann eine Katze krank ist.
Ein Teil davon ist unbewusste Beobachtung, nanu kein Hunger heute, ausgesprochen müde, da ist was faul.
Dann kommt das Bauchgefühl ins Spiel, mal warte ich ab und mal muss Katz zackig zum Tierarzt.

Wo genau die Grenze liegt kann ich rational nicht sagen, aber bisher hat es gut funktioniert.
 
  • Gedanken zum Thema Einschläfern Beitrag #9
Ich persönlich habe mir immer wieder gesagt, dass man so doch nicht stirbt.
Man wird doch nicht "einfach" getötet.
DAS hat es mir wirklich sehr schwer gemacht und ich frage mich, ob ich sie nicht einfach mit Medikamenten, hätte weiter unterstützen sollen, bis sie einschläft.
Ja, vielleicht vermenschliche ich zu sehr.
Vielleicht.

Mona wurde dann an einem Samstag, im Garten, eingeschläfert.

Das ist meine Erfahrung und das sind meine Gedanken zu dem Thema.

Liebe Grüsse
Melanie

Melli,

ich denke es hat nicht einfach was mit sterben zu tun, auch nicht mit vermenschlichen. Ich kenne durchaus alte Menschen, ich kannte sehr kranke Menschen, die wären gerne freiwillig und schmerzlos gegangen, wenn es erlaubt wäre, statt dessen müssen/ mussten sie weiterhin ihr Dasein fristen und manche haben die letzten Monate wirklich sehr gelitten.

Das schwere ist bei Tieren eben das sie nicht reden können und so wahre Meister im verstecken von Schmerzen sind. Und man liebt das Tier dermaßen, das man es ja auch nicht verlieren will.

Ich denke auch, es ist immer individuell von Tier zu Tier. Muss aber zugeben, ich finde es nicht einfacher wenn eine Katze einfach so stirbt, zwar hat sie einem die Entscheidung abgenommen, aber dann frage ich mich hinterher erst Recht ob ich was übersehen habe, anders handeln hätte müssen.

Bei Tommy hatte ich an dem Tag die Entscheidung getroffen als er nicht mehr reagierte und man deutlich hörte das er Atemnot hatte. Er hatte ein malignes Lymphom am Hals, er wäre jämmerlich erstickt, hätte ich nicht gesagt, es ist jetzt soweit.

Ob ich eine Katze einschläfern lasse wenn sie einen Tag nichts frisst, kommt darauf an was sie hat und wie genau die Diagnose in dem Augenblick bestätigt ist. Aber grundsätzlich denke ich in dem Augenblick nicht daran, können ja auch mal die Zähne sein und deswegen muss kein Tier sterben.

Bei Bacardy hatte ich die Entscheidung innerhalb von 24 Stunden treffen müssen, er hatte RCM und die Klinik konnte ihm nicht helfen. Bei Tommy wußte ich bereits Wochen vorher was er hat, ich konnte mich eigentlich darauf vorbereiten, aber es war nicht weniger schmerzlich als bei Bacardy, wo ich nicht einmal was ahnte. Also selbst wenn man sich darauf vorbereiten kann, man weiß dennoch nicht welcher Tag ist es. Aber die Angst, den richtigen Moment zu verpassen, hatte und habe ich auch immer.

lg Juli
 
  • Gedanken zum Thema Einschläfern Beitrag #10
Melli,

ich denke es hat nicht einfach was mit sterben zu tun, auch nicht mit vermenschlichen. Ich kenne durchaus alte Menschen, ich kannte sehr kranke Menschen, die wären gerne freiwillig und schmerzlos gegangen, wenn es erlaubt wäre, statt dessen müssen/ mussten sie weiterhin ihr Dasein fristen und manche haben die letzten Monate wirklich sehr gelitten. lg Juli

Doch Juli, mir ging/geht es tatsächlich um das Sterben.
Deshalb habe ich mir ja gesagt, "dass man SO nicht stirbt".

Genau weil ich schon viele Menschen beim Sterben begleitet habe, denke ich das....
 
  • Gedanken zum Thema Einschläfern Beitrag #11
Wie bereits erwähnt wurde, kann man nur von Fall zu Fall entscheiden. In den meisten Fällen ist es leider verdammt schwierig zu sagen, ob man nun auf sein Herz- oder Bauchgefühl hören soll.

Bei Sonic hat mir die Tierarzt damals gesagt, dass eine weitere OP nur einen Aufschub von ein paar Wochen oder wenigen Monaten bringen würde. Sie hat mir geraten, Sonic nicht mehr operieren zu lassen sondern noch ein paar wenige Wochen gemeinsam mit ihr zu verbringen ehe sie eingeschläfert werden sollte.
Ich hatte so eine verdammte Angst vor dieser Aussage und habe mich deshalb für eine weitere OP entschieden. Im besten Fall hätten wir bei Erfolg noch gut ein halbes Jahr zusammen gehabt.
Während der OP sah die Tierarzt jedoch schon, dass es keinen Erfolg haben würde. Sie hat mich schon vorher um die Erlaubnis gebeten, Sonic nicht mehr aus der Narkose zurück zu holen, wenn sie100% sicher ist, dass die Katze danach nur noch leiden würde.
Ich weiß, ich hatte die richtige Entscheidung getroffen, auch wenn ich mir lange Zeit Vorwürfe machte, weil ich Sonic versprochen hatte, dass ich sie wieder abhole nach der OP. Erst einige Wochen später habe ich realisiert, dass es viel schrecklicher für mich gewesen wäre, wenn ich meinen Liebling einfach so hätte einschläfern lassen.

Bei Gismo war es eine Entscheidung vom Herzen.
Sie hat von heute auf morgen plötzlich jegliche Nahrung verweigert. Beim Tierarzt stellte sich dann heraus, dass sie lauter kleine bösartige Metastasen im ganzen Körper hat. Weil sie sich zuvor immer komplett normal verhalten hat, ist auch nie aufgefallen, dass sie bereits todkrank war.
Helfen konnte man ihr nicht mehr, und qualvoll verhunger lassen wollte ich sie auch nicht.
Also bat ich den Tierarzt uns noch Zeit zum Abschied nehmen zu geben und Gismo dann bei mir zu Hause einschläfern zu lassen.
Gismo, die es nie wirklich mochte auf den Arm genommen zu werden, oder zu viel zu kuscheln, hat sich an diesem Abend, als der Tierarzt da war, liebevoll in meinen Schoß gelegt. So als wäre sie dankbar, dass ich sie gehen lasse. In meinem Schoß ist sie dann auch friedlich eingeschlafen.

Jetzt stehe ich auch wieder davor wann ich eine Entscheidung treffen muss, oder ob mir mein Kater dieser Entscheidung zum entsprechenden Zeitpunkt abnimmt.

Ich wünsche allen ganz viel Kraft und Mut diese Entscheidung mit ganz viel Liebe und zu treffen, ohne sich anschließend Vorwürfe zu machen.

@ShinaOthello
Sei dankbar, dass dir Othello die Entscheidung abgenommen hat. Es war ein letzter Liebesweis an dich, um dir zu zeigen, dass du dir keine Gedanken machen musst.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gedanken zum Thema Einschläfern Beitrag #12
Jetzt stehe ich auch wieder davor wann ich eine Entscheidung treffen muss, oder ob mir mein Kater dieser Entscheidung zum entsprechenden Zeitpunkt abnimmt.

Oh man! Das ist doch echt nur besch... :-(

Ich wünsche dir auch dieselbe Kraft die du uns gewünscht hast!

@ShinaOthello
Sei dankbar, dass dir Othello die Entscheidung abgenommen hat. Es war ein letzter Liebesweis an dich, um dir zu zeigen, dass du dir keine Gedanken machen musst.

Danke für deine lieben Worte (mit Tränen in den Augen)
 
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