Katzenschwemme

Diskutiere Katzenschwemme im Tierschutz Forum im Bereich Katzenfreunde; Hallo zusammen, seit dem ich hier im Forum bin, lese ich besonders viel im dem Thema Tierschutz. Wirklich sehr viele Personen helfen und viele...
  • Katzenschwemme Beitrag #1
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Ciriana

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Hallo zusammen,

seit dem ich hier im Forum bin, lese ich besonders viel im dem Thema Tierschutz.
Wirklich sehr viele Personen helfen und viele Katzen kriegen ja so eine neue Chance auf ein Zuhause.
Viele Katzen werden gefangen und kastriert, um die Flut an Nachwuchs einzudämmen und so dem Katzenelend einzudämmen.
Mir geht dabei immer wieder eine Frage durch den Kopf.
Gibt es Erfolge dabei die Flut nach Katzennachwuchs anzudämmen?
Oder ist das eher wie gegen Windmühlen zu kämpfen?
Ich hab beim lesen das Gefühl, dass für jede neu kastrierte Katze zwei weitere auftauchen die wieder Kittens auf die Welt bringen.
Vielleicht kann ja mal jemand, der ganz vorne mit dabei ist, berichten ob es geschafft wird, das Elend langsam einzudämmen.
Das würde mich wirklich mal interessieren.

Vielen Dank für eure Antworten :)
 
  • Katzenschwemme Beitrag #2
Im großen und Ganzen ist es ein Windmühlenkampf, da es viel mehr unkastrierte Katzen gibt die Nachwuchs zeugen, als man durch Kastraaktionen eindämmen kann. Aber im Einzelnen gesehen macht es trotzdem Sinn.
An Stellen wo durchkastriert wurde und unkastrierte Neuzugänge zeitig wieder zur Kastra weggefangen werden, bleibt die Population im Schnitt gleich - dadurch halten sich Verletzungen durch Kämpfe und Krankheitsserien wie sie bei Überpopulation stattfinden im Rahmen - sprich: die Katzen an diesen Stellen haben ein halbwegs gutes Leben, eine halbwegs gute Lebensdauer bei halbwegs guter Lebensqualität.
Kastriert man nicht, dann erfolgt die Eindämmung durch die Natur - von der Fortpflanzung geschwächte Tiere werden nicht alt, die Nachkommen kränklich und schwach, Krankheiten machen die Runde, die Sterblichkeitsrate ist hoch - und damit das Leid des Einzelnen Tieres...

Das heißt im Kleinen gesehen bedeutet Kastea für die Katze selbst eben deshalb ein echter Zugewinn.

Kastration heißt nicht, dass man den Kampf gegen die Katzenschwemme gewinnt - aber es heißt Eindämmung des Leids.
 
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  • Katzenschwemme Beitrag #3
Dass die Kastra das Leid der einzelnen Katzen eindämmen und ihnen ein halbwegs gutes und langes Leben ermöglicht ist, ist natürlich schon mal ein sehr großer Fortschritt und dann dachte ich mir auch.
Ich hab mich nur mal gefragt, ob es auch bei der Zahl der wildlebenden Katzen hilft. Ob es da irgendwelche nennenswerten Unterschiede gibt, seitdem die Kastraaktionen durchgeführt werden.

Meinst du denn, das wenn es mal soweit ist und viele freilebende Populationen durchkastriert sind, dass es dann nicht mal irgendwann weniger werden wird? Die können ja halt keinen Nachwuchs mehr bringen.

Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich selbst bisher keine wildlebenden Katzenpopulationen gesehen habe. Oder vielleicht übersehen und für Hauskatzen gehalten.
 
  • Katzenschwemme Beitrag #4
Ich bin selber nicht an Kastrationen beteiligt, wohne aber hier sehr ländlich und hier macht eine Frau von der Aktion Kitty seit vielen, vielen Jahren auf den Dörfern und Bauernhöfen so Kastra-Aktionen und ich finde, dass man es hier in den Dörfern schon merkt, dass es teilweise gar nicht mehr so einfach ist an ein Bauernhofkitten ranzukommen, weil es die nicht mehr so in Massen gibt.
 
  • Katzenschwemme Beitrag #5
Wie Kirchenmaus sagt wird es in einzelnen Regionen durchaus positiv spürbar sein - in anderen dafür eben nicht. Es reicht, dass ein paar Bauern nicht mit machen oder an einer durchkastrierten Stelle unkastrierte Katzen ausgesetzt werden und keiner sich die Mühe macht das zu überwachen und neue einzufangen - und schon geht weiter und weiter und weiter...
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Katzenschwemme Beitrag #6
Genau, wenn die jetzt schon ältere Dame das mal nicht mehr macht (ist ja alles ehrenamtlich) sehe ich auch wieder schwarz und wo Bauern nicht mitmachen, wird es auch kritisch. Deshalb finde ich es ganz wichtig, die Landwirte zu gewinnen, aber das ist keine einfache Klientel.
 
  • Katzenschwemme Beitrag #7
es gibt leider immer mehr Leute, die ihre Tiere nicht kastrieren lassen

Und wenn es ihnen zu viel wird, Tür auf und raus:cry:
 
  • Katzenschwemme Beitrag #8
jede Kastration:

verhindert eine zusätzliche Katzenschwemme
verhindert Inzucht und schwere Erkrankungen in einer wilden Gruppe
verhindert großes Kittensterben, winzige Katzenkinder gekennzeichnet von Krankheiten ,denn nur die Starken werden durch kommen und viele bleiben auf der Strecke und krepieren jämmerlich.

Ich versorge seit 8 Jahren eine Katzengruppe und seit drei Jahren Ruhe. Dennoch kann jeder Zeit ein neues trächtiges Tier dazu stoßen.

Aber dafür habe ich soviel verhindert und der stete Tropfen höhlt den Stein. Je mehr sensibilisiert werden hinzuschauen und auch aktiv zu werden um so mehr kann man verhindern.

lg
Verena
 
  • Katzenschwemme Beitrag #9
Ja ich hab da so eine Statistik gesehen, das ja alleine aus einem unkastrierten Katzenpaar nach 10 Jahren 80 Millionen neue Katzen entstehen können.

Ich verstehe einfach nicht, wie das den Leuten so egal sein kann. Wie man sein Tier einfach so auf die Straße setzen kann. Ist für mich unverständlich.
Und auch die Einstellung die Katzen nicht kastrieren zu lassen, kann ich nicht verstehen.
Meine beiden großen haben wir direkt 4 Wochen nach Einzug kastrieren lassen und unsere kurze war schon kastriert (worüber ich ehrlich froh war, da Kimba durch die Narkose sehr beeinträchtigt war).
Aber trotzdem gehört das für mich bei der Katzenhaltung dazu.
 
  • Katzenschwemme Beitrag #10
Ehrlich gesagt kann ich es inzwischen irgendwie verstehen. Ich lebe hier in einer gewollten Katzenschwemme, hab jahrelang immer und immer wieder versucht Überzeugungsarbeit zu leisten. Aber was genau soll man gegen: wir wollen aber die Kitten haben und kümmern uns auch (über die Frage wie lässt sich streiten) ausrichten? :???: Die freuen sich auf und über jeden Wurf, Platz ist genug. Warum genau sollte man also Geld für ne Kastra ausgeben *Ironie-Off*
Immerhin sind mir ja durch einen Zufall vier "in die Finger gekommen", die dann natürlich alle kastriert wurden. Meine Zoe würde ganz sicher längst nicht mehr leben. Selbst wenn sie erwachsen geworden wäre (unwahrscheinlich genug) hätte sie zweimal im Jahr Nachwuchs nicht lange überlebt.
 
  • Katzenschwemme Beitrag #11
Ehrlich gesagt kann ich es inzwischen irgendwie verstehen. Ich lebe hier in einer gewollten Katzenschwemme, hab jahrelang immer und immer wieder versucht Überzeugungsarbeit zu leisten. Aber was genau soll man gegen: wir wollen aber die Kitten haben und kümmern uns auch (über die Frage wie lässt sich streiten) ausrichten? :???: Die freuen sich auf und über jeden Wurf, Platz ist genug. Warum genau sollte man also Geld für ne Kastra ausgeben *Ironie-Off*
Ja, und "Es kommen ja auch viele nicht durch (warum wohl?:roll:), wandern ab oder werden überfahren. Da passt das schon, dass nächstes Jahr wieder neue (kleine, süße) kommen, die dann zumindest bis zum Winter überleben..."
Diesen Gedankengang mancher Bauern erklärte mir im Herbst eine Landtierärztin bei meiner Beschreibung der Sichtung einer Katze mit wahrscheinlich schwerer Zahnfleischentzündung (Blut ums Mäulchen!), die wohl gerade am Verhungern war...:cry:
Leider habe ich diese Katze nicht fangen können und nie wieder gesehen - und der eingeschaltete Tierschutzverein auch nicht... Es war wohl schon zu spät und die Katze hat sich zum Sterben zurückgezogen.

Andererseits meinte die Tierärztin, dass ihr die jungen Leute von den Höfen oft heimlich die Katzen zum Kastrieren bringen! Es besteht also auch hier Hoffnung.
 
  • Katzenschwemme Beitrag #12
Wie Kirchenmaus sagt wird es in einzelnen Regionen durchaus positiv spürbar sein - in anderen dafür eben nicht. Es reicht, dass ein paar Bauern nicht mit machen oder an einer durchkastrierten Stelle unkastrierte Katzen ausgesetzt werden und keiner sich die Mühe macht das zu überwachen und neue einzufangen - und schon geht weiter und weiter und weiter...

Genau so ist es, es reicht nicht einmal eine Kastrationsaktion zu machen. Die Katzen müssen auch ständig beobachtet werden und das geht nur an einer jeden Tag betreuten Futterstelle. Leider nimmt die Akzeptanz für betreute Futterstellen gerade bei mir wieder sehr ab.

Ich finde es bringt schon sehr viel, wenn man über Jahre verwilderte Katzenkolonien betreut. An meiner ersten Futterstelle, einer Seniorenwohnanlage, haben wir 2012/2013 über zwanzig Katzen eingefangen und kastrieren lassen. Einige konnten wir vermitteln, einige wurden überfahren, andere verschwanden spurlos, wieder andere sind zu tierfreundlichen Nachbarn abgewandert und werden dort gefüttert.

Da gibt es jetzt nur noch ein älteres Katzenpärchen, beide kastriert und sie sind immer zusammen. Die möchte ich aber nicht trennen obwohl ich weiss, dass die Katze Minka ein Zuhause ganz in der Nähe hat. Im Februar tauchte eine kleine Tricolor dort auf, ich habe sie eingefangen und sie hat ein tolles Zuhause bekommen.

Auf dem Campingplatz haben wir 2012/2013 auch über zwanzig Katzen kastriert und einige auch vermittelt.
2014 gab es dort keine Hilferufe (bis auf einen sterbenden Kater, den ich nachts noch einschläfern lassen musste) und auch keine Katzenbabies. 2015 wurden wir um Hilfe gerufen weil eine ausgesetzte Mutterkatze ihre Babies in einem Sanitärblockhaus bekommen hatte und da weg musste.

Jetzt haben wir dort ein Fütterungsverbot auf dem Platz bekommen, mir fehlt dafür jedes Verständnis. Leider lässt sich der Besitzer nicht überzeugen.

Mit Hilfe des ortsansässigen Tierschutzvereins und vieler Spenden aus zwei Foren konnte ich 2015 eine Katzenkolonie an einem Hotel in einem Ausflugsgebiet kastrieren lassen. Das waren auch schon über zwanzig Katzen, einige von dort konnten auch vermittelt werden, z. T. mit Hilfe von Taskali. Die sehr Scheuen wurden wieder raus gesetzt. In diesem Frühjahr haben wir dann trotz ständiger Kontrolle wieder eine weibliche Jungkatze, eine trächtige ausgesetzte zahme Katze und eine Katzenmama mit drei Kitten dort eingefangen. Dort sind jetzt noch schätzungsweise sechzehn Katzen, einen genauen Überblick bekommt man schwer weil das Gelände sehr weitläufig ist und immer wieder Katzen auf dem angrenzenden Wanderparkplatz ausgesetzt werden. Auch sind nicht alle Katzen zur gleichen Zeit am Futterplatz und sie sind sehr scheu.

Insgesamt gesehen denke ich dass es schon eine Reduzierung der Katzenanzahl ist. Es dauert sehr lange bis da ein Fortschritt spürbar ist, leider kommen noch die ganzen über Ebay angeschafften unkastrierten Katzen hinzu, die jetzt unbedingt weg müssen und womöglich auch auf der Strasse landen.
 
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  • Katzenschwemme Beitrag #13
Stimmt schon mit den Generationen. Hier leben drei Generationen. Und auch wenn es alles elend lange dauert setz ich persönlich meine Hoffnung auf die Tochter. Sollte ich sie irgendwann mal noch "in die Finger bekommen" werde ich definitiv versuchen, da noch etwas Saat zu säen. Auch wenn die mich für völlig bekloppt halten, dass ich um die Katzen "so nen Wirbel mache", sie oberflächlich betrachtet auch noch recht haben (die schlecht versorgten Katzen schauen hier alle wirklich gesund aus, meine nicht immer) gibt es bei ihr klare Impulse, dass sie Dinge gerne anders machen würde (noch ist sie aber zu jung).
 
  • Katzenschwemme Beitrag #14
Wir haben auf dem Firmengelände ein "Katzenhäuschen", wo seit Jahren täglich ein Kater vorbeikommt und wo sich auch eine Futterstelle befindet, die jeden Tag befüllt wird.
Dieser Kater wurde damals von einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin eines Tierschutz-Vereins eingefangen und zur Kastra gebracht. Danach wurde er wieder dort ausgesetzt, weil er einfach ein Wildling war, und es keine Chance gab, ihn irgendwohin zu vermitteln.

Aber alleine die Kastra dieses Katers bedeutet ja schon, dass er keinen Nachwuchs mehr zeugen kann.

Mag ein Tropfen auf den heißen Stein sein, aber immerhin ein Ansatz. Aber ein wichtiger, wie ich finde.
 
  • Katzenschwemme Beitrag #15
Um noch mal auf deine Frage zurück zu kommen, ja es gibt Erfolge, wenn auch nur sehr langsam spürbar. Deswegen kann ich auch die Befürchtung nicht teilen dass bei einer flächendeckenden Kastrationspflicht die Katzen langsam aussterben.
 
  • Katzenschwemme Beitrag #16
Auf dem Campingplatz haben wir 2012/2013 auch über zwanzig Katzen kastriert und einige auch vermittelt.
2014 gab es dort keine Hilferufe (bis auf einen sterbenden Kater, den ich nachts noch einschläfern lassen musste) und auch keine Katzenbabies. 2015 wurden wir um Hilfe gerufen weil eine ausgesetzte Mutterkatze ihre Babies in einem Sanitärblockhaus bekommen hatte und da weg musste.

Jetzt haben wir dort ein Fütterungsverbot auf dem Platz bekommen, mir fehlt dafür jedes Verständnis. Leider lässt sich der Besitzer nicht überzeugen.

Mit Sicherheit weil die ja immer denken, ach die Katzen kommen erst wenn die anfangen zu füttern. Sonst sieht man ja kaum welche also sind auch keine da :roll:

Es gibt echt die Befürchtung, dass die Katzen bei einer Kastrationspflicht aussterben? Wer denkt denn sowas?
Es wird doch immer irgendjemanden geben, der die Katze nicht in das Tierheim bringt, weil es ja ein bisschen was kostet sie abzugeben und es wird auch immer welche geben, die sich vor der Kastrationspflicht irgendwie drücken werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Katzenschwemme Beitrag #17
Ich habe gestern das erste Mal bei uns im örtlichen Tierheim bei einer Kastrationsaktion von freilebenden, verwilderten Katzen mitgeholfen. Die Tierärztin hat mir erzählt, wie viele Kastrationen sie insgesamt schon durchgeführt haben. Unendlich viele. Und trotzdem haben sie das Gefühl, dass es gerade dieses Jahr besonders viele kleine Katzen gibt.

:?: Frage :?: : Vielleicht achten die Leute (Anwohner, Nachbarn...) inzwischen auch mehr darauf? Es braucht ja neben den Leuten, die kastrieren und die Versorgung machen, auch Leute vor Ort, in den Dörfern und Städten, die bereit sind, die Tiere vor Ort zu fangen und zum Tierheim zu bringen. Oder verwilderte Katzen zumindest melden.
 
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