Kater kratzt sich, kommt nicht mehr ins Bett und nicht mehr kuscheln

Diskutiere Kater kratzt sich, kommt nicht mehr ins Bett und nicht mehr kuscheln im Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Katzenfreunde; Hallo zusammen, unser Kater (Stubentiger) gibt seit ca. zwei Wochen Rätsel auf :a050:. Er ist generell sehr aufmerksamkeistbedürftig und muss...
  • Kater kratzt sich, kommt nicht mehr ins Bett und nicht mehr kuscheln Beitrag #1
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Maribu

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Hallo zusammen,

unser Kater (Stubentiger) gibt seit ca. zwei Wochen Rätsel auf :a050:. Er ist generell sehr aufmerksamkeistbedürftig und muss immer mit dabei sein und miaut auch schnell, wenn er Aufmerksamkeit möchte. Normalerweise nutzt er jede Chance, um sich auf unseren Schoß zu legen und geht auch eigentlich jeden Abend mit uns ins Bett. Seit zwei Wochen etwa macht er das alles aber nicht mehr. Ihn zu locken oder ins Bett zu tragen hat ihn nicht überzeugen können.
Das Schlimmste ist, dass er wieder angefangen hat, sich blutig zu kratzen. Dazu kurz seine Vorgeschichte: Wir haben ihn letztes Jahr mit 6 Jahren adoptiert, weil er in seiner alten Familie diese Verhaltensauffälligkeit gezeigt hatte und vom Tierarzt diagnostiziert wurde, dass er mit seinen Artgenossen (er hat mit zwei Geschwistern zusammengelebt) nicht klar kommt. Es war ihm wohl zu stressig und er hat dort nicht die nötige Aufmerksamkeit bekommen, weshalb ihn seine Vorbesitzer dann in Einzelhaltung abgegeben haben. Bei uns hat er das Kratzen dann auch nach einigen Wochen eingestellt und er wirkte wirklich zufrieden. Bis eben jetzt.
Jetzt zeigt er das Verhalten wieder und sucht nicht mehr so den Kontakt zu uns, wobei er trotzdem noch sehr viel nach Aufmerksamkeit miaut, vor allem abends. Oft weiß man aber nicht wirklich, was er eigentlich möchte. Auf Versuche, mit ihm zu spielen, reagiert er in letzter Zeit oft nur so halb interessiert.

Alles in allem scheint es, als hätte er irgendwie Stress. Aber wir wissen nicht so recht, vorher der kommt. Ich sitze gerade viel am Schreibtisch, weil ich meine Abschlussarbeit schreibe und habe daher vielleicht weniger Zeit. Aber generell sind mein Freund und ich auf jeden Fall viel zu Hause und beschäftigen uns auch regelmäßig mit dem Kater und reagieren auch immer mit Spielangeboten darauf, wenn er miaut.
Kann es trotzdem sein, dass wir irgendwie Stress ausstrahlen und er darauf reagiert?
Ich habe auch ein bisschen Angst, dass der Tierarzt sein Verhalten damals falsch gedeutet hat und er eigentlich doch einen Artgenossen braucht. Aber wir können uns ja jetzt auch nicht einfach zum Ausprobieren eine zweite Katze anschaffen um dann evtl. zu merken, dass er damit doch nicht klar kommt.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder Tipps, wie wir uns vielleicht anders verhalten sollten?
Ich danke schon mal für eure Auskunft!
 
  • Kater kratzt sich, kommt nicht mehr ins Bett und nicht mehr kuscheln Beitrag #2
Von deiner Beschreibung her klingt es wirklich so als hätte er Stress weil er unterfordert ist.

Den Punkt mit der Zweitkatze könnt ihr euch ruhig überlegen. Es ist schließlich das eine zu dritt in einem Haushalt zu leben in dem man nicht genug Zeit für die Katzen hat oder mit einem Kumpel in einem Haushalt, bei dem man viel Aufmerksamkeit genießt.

Wie beschäftigt ihr ihn geistig? Katzen reicht es oft nicht nur körperlich gefodert zu werden.

Wart ihr schon beim Tierarzt? Verhaltensänderungen können auf Krankheiten, zum Beispiel Schmerzen hindeuten.
 
  • Kater kratzt sich, kommt nicht mehr ins Bett und nicht mehr kuscheln Beitrag #3
Wurde er mal auf Parasiten, Pilze etc untersucht?

Von der Aussage von dem Tierarzt halte ich nichts.
 
  • Kater kratzt sich, kommt nicht mehr ins Bett und nicht mehr kuscheln Beitrag #4
Sicherlich wäre es einen Versuch Wert, deinem Kater einen Kumpel zu geben. Auch gezieltere Auslastung durch Beschäftigung sind eine gute Idee.

Und jetzt kommt das Aber:
Bevor ich das anginge, würde ich den Kater noch einmal einem Tierarzt vorstellen und "auf links" drehen lassen: gründliche Untersuchung, Blutbild, Untersuchung auf Parasiten/Pilze, ... und auch eine Futtermittelunverträglichkeit nicht ausschließen und das mit dem Tierarzt besprechen. Und nach sonstigen möglichen Ursachen fragen, denn abgesehen von Stress kann das Kratzen viele Ursachen haben.

Mein derzeitiger Pflegekater ist ein Paradebeispiel dafür, dass auffälliges Verhalten (Mobbing durch Artgennossen, Zurückziehen, ...) einen gesundheitlichen Grund haben kann. In seinem Fall lag der Grund an durch grottenschlechte Zähne verursachten Schmerzen. Zähne weg = Schmerzen weg = aufgeschlossener Kater.
 
  • Kater kratzt sich, kommt nicht mehr ins Bett und nicht mehr kuscheln Beitrag #5
Unterschreib ich so.

Ich würde auch zu erst sehr gründlich vom Tierarzt checken lassen.

Und dann, wenn er wieder gesund ist nochmal über einen Kumpel nachdenken.

Ich hab mir damals auch mehrfach anhören müssen, dass Oskar ein absoluter Einzelkater wäre und deswegen ständig krank. Nö, die Wahl seiner Mitkatzen war keine gute. Aber er ist meilen davon entfernt ein Einzelkater zu sein.
 
  • Kater kratzt sich, kommt nicht mehr ins Bett und nicht mehr kuscheln Beitrag #6
Hallo,

ich glaube nicht das es Stress ist. Ich denke er hat was, weshalb er sich so verhält. Flöhe? eventuell, Schmerzen, allergische Reaktion? Ich würde auch zum Tierarzt gehen mit ihm. (nicht zu demselben der sagte, er kommt mit anderen Katzen nicht klar, das bezweifle ich)

Kastriert ist er?

lg Juli
 
  • Kater kratzt sich, kommt nicht mehr ins Bett und nicht mehr kuscheln Beitrag #7
Danke für eure Antworten!
Ja, kastriert ist er.
Also als er damals diese Verhaltensauffälligkeit gezeigt hat (blutig kratzen) wurde er natürlich vom Tierarzt komplett durchgecheckt und es wurde nichts gefunden hinsichtlich Parasiten etc. Daraufhin wurde das als psychisch bedingt diagnostiziert. Vermeintlicher Grund: Er kommt nicht mit seinen Artgenossen klar. Ein Allergiertest wurde aber, soweit ich weiß, nicht gemacht. Glücklicherweise kann ich aber sagen, dass er sich bis auf das eine Mal neulich jetzt nicht mehr aufgekratzt hat. Daher schließe ich aber, dass der Tierarzt in dem Punkt recht hatte, dass das was Psychisches ist.

Unterforderung kann natürlich sein. Wir versuchen uns wirklich schon ausreichend mit ihm zu beschäftigen. Wir schieben immer wieder über den Tag verteilt Spieleinheiten ein und üben Tricks mit ihm, um ihn geistig zu beschäftigen. Wie gesagt nimmt er aber auch nicht immer alle Spielangebote an. Ich versuche daher so oft wie möglich, das Spielzeug und die Spielart zu wechseln. Was Spielen angeht, ist er aber auch sehr eigen. Vieles interessiert ihn einfach nicht und er spielt auch fast nie mit anderen, meistens nur mit mir.

Mit einem Artgenossen hätte er natürlich jemanden, mit dem er sich zusätzlich beschäftigen könnte. Aber wie gesagt, auf gut Glück eine Zweikatze zu holen, die man dann evtl. wieder abgeben muss, ist keine leichte Entscheidung.
Habt ihr Tipps, wie man evtl. den passenden Spielgefährten aussucht, sodass die Chemie stimmt, und wie das mit Zusammenführung am besten laufen sollte? Die Katze der Nachbarin hat uns schon ein paar Mal Besuch abgestattet in unserer Wohnung. Da war er meistens gar nicht begeistert von, weil sie damit natürlich in sein Revier eingedrungen ist.

Wir denken, eigentlich müsste er ein Freigänger sein und wollen ihm diese Möglichkeit auch bieten. Er hat ja sechs Jahre lang nur als Wohnungskatze gelebt. Wir lassen ihn immer in den Flur hoffen, dass er sich vielleicht dann irgendwann ganz raus traut. Aber sobald er jemanden im Flur kommen hört, rennt er in die Wohnung zurück. Daher traut er sich meistens nur nachts, den Flur so richtig zu erkunden. Allerdings scheuen wir uns ein bisschen davor, ihn nachts das erste Mal raus zu lassen. Und tagsüber ihn zu nehmen und einfach in den Garten zu setzen, finden wir auch nicht richtig. Er sollte selbst diesen Schritt machen. Oder was meint ihr dazu?
 
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  • Kater kratzt sich, kommt nicht mehr ins Bett und nicht mehr kuscheln Beitrag #8
Meine Katze ist an der Diagnose "das ist psychisch" sehr, sehr elend gestorben :cry:. Und das erste Symptom war ein leichtes Kratzen (das letzlich Leukose und Organversagen angekündigt hat). Auch wenn ich das bei Euch für unwahrscheinlich halte würde ich mit dem Tier dringend und zeitnah zu einem richtigen Tierarzt gehen. Minimum wäre ein großes Blutbild. Ich hab hier wirklich psychisch extrem labile Tiere. Aber wenn jemand ein so extremes Verhalten zeigen würde könnte ich sicher sein, dass er oder sie Schmerzen hat. Eine Katze zieht sich nicht aus jedem Kontakt zurück, weil ich ihr ein wenig langweilig ist!

Zum Rest fällt mir noch nix ein bzw. muss ich später nochmal in Ruhe lesen.
 
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  • Kater kratzt sich, kommt nicht mehr ins Bett und nicht mehr kuscheln Beitrag #9
Ok, danke. Wir werden ihn auf jeden Fall nächste Woche nochmal von einem anderen Tierarzt checken lassen und dann mal abwarten, was dabei raus kommt. Generell macht er auf jeden Fall nicht den Eindruck, dass er Schmerzen oder so etwas hätte. Er ist verfressen wie immer und räkelt sich an seinen Lieblingsplätzen. Aber man kann ja nicht ins Tier reinschauen leider.
Nur ist er uns gegenüber eben einfach abweisender momentan. Falls jemand dazu irgendwie noch Ideen hat - ich bin immer noch ratlos. Ist vielleicht auch nur eine Phase, falls Katzen so was haben. Nächsten Monat ist die Abgabe meiner Abschlussarbeit. Ich werde auf jeden Fall mal beobachten, ob sich sein Verhalten ändert, wenn für mich der Stress dann vorbei ist.
 
  • Kater kratzt sich, kommt nicht mehr ins Bett und nicht mehr kuscheln Beitrag #10
Ein paar Ideen:
Wenn körperlich alles in Ordnung ist könnt ihr probieren das Spiel abwechslungsreicher zu gestalten. Zum Beispiel in dem ihr Spielangeln unter Decken oder Handtüchern durchzieht. Das kommt dem natürlichen Jagdverhalten, die Maus aus ihrem Loch zu angeln, relativ nah. Oder den Kater über Hindernisse, zum Beispiel das Sofa, jagen lasst.
Man kann Katzen mit verschiedenen Sinneseindrücke Abwechslung verschaffen. Das kann man mit neuen Gerüchen, unbekannten Geräuschen oder Materialien probieren. Das geht zum Beispiel recht günstig indem man Naturmaterialien von draußen mitbringt, Kräuter, Moos, Laub, Kiesel... Man kann einen Duftgarten anlegen. Man kann auch Duftkissen selber nähen, einfach alten Stoff zurechtschneiden mit Reis/Stoh und Katzenminze/Baldrianwurzel füllen, das kommt bei meinen sehr gut an.
Fummel-und Intelligenzspiele sind auch oft sehr beliebt.
Ein Frischluftaussichtsplatz ist auch sehr spannend. Wenn man nicht die Möglichkeit hat einen Balkon zu sichern kann man auch ein Fenster katzensicher gestalten.
 
  • Kater kratzt sich, kommt nicht mehr ins Bett und nicht mehr kuscheln Beitrag #11
Danke für deine Ideen. Was Spielen angeht, versuchen wir schon, das so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Er interessiert sich einfach für Vieles nicht so richtig. Das Einzige, was er wirklich gerne mag, sind Schnüre/Bänder und generell alles, was irgendwie eine längliche Form hat. Bei sämtlichen Spielangeln, die wir ihm gekauft hatten, hat er sich mehr für das Band interessiert als für das, was am Ende dran hing. Am liebsten mag er es, wenn man die unterm Teppich oder unter Decken herzieht. Auch Lauerspiele mag er gerne. Aus Baumwolle habe ich ihm auch kleine Bälle gemacht, die findet er hin und wieder auch ganz gut, müssen aber regelmäßig mit neuer Farbe daherkommen, damit die weiterhin interessant bleiben. Wir haben ihm auch einen Karton mit Zeitungsschnipseln und ähnlichem gefüllt, wo er Leckerlis suchen kann. Alles in allem brauchte es auf jeden Fall viel Beobachtungsvermögen und Geduld, um herauszufinden und sich darauf einzustellen, was er wirklich mag.
Letzte Nacht hat er übrigens das erste Mal wieder zwischen meinen Füßen geschlafen, da habe ich mich echt gefreut :mrgreen:
 
  • Kater kratzt sich, kommt nicht mehr ins Bett und nicht mehr kuscheln Beitrag #12
Das sind viele schöne Ideen. Ich weiß wie schwer es ist sich ständig neue Dinge einfallen zu lassen. Meine Große ist ein Spielmuffel und meine Kleine braucht auch die Abwechslung, da ist Phantasie gefragt.:roll:
Der neueste Trend bei uns ist eine Spielangel mit Bastschnüren am Ende, die rascheln so schön...;-)

Alles Gute
 
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