Wie sehen die Blutwerte aus, insbesondere Harnstoff und Phosphat? Hat sie eine
CNI?
Folgende Anmerkungen gelten für den Fall einer
CNI:
Alle zwei Tage 50ml Infusion (mit was?) ist sehr wahrscheinlich VIEL zu wenig.
Ich entwerfe mal folgendes Szenario - der Harnstoffwert eurer Katze ist so hoch, dass ihr übel ist. Infusionen helfen den Harnstoffwert effektiv zu drücken. Der Katze ist weniger oder gar nicht mehr übel und sie frisst.
Frisst sie nicht, produziert sie Magensäure und erbricht die.
Harnstoff greift außerdem die Schleimhäute an (u.a. Magenschleimhäute), auch dadurch wird mehr Magensäure produziert.
Daher:
* Täglich mehr infundieren (mit Ringer-Lactat).
Lasst dazu vom Tierarzt abklären ob das Herz in Ordnung ist, weil das durch die vermehrte Flüssigkeit auch Mehrarbeit leisten muss.
* Es MUSS ein effektiver Phosphatbinder ins Futter. Spezielle Nierendiät ist meiner Erfahrung nach nicht so wichtig, aber Phosphatbinder ist absolut unverzichtbar. Das hilft auch gegen die Übelkeit. Aluhyd ist unter den im Moment verfügbaren Mitteln das meiner Wahl - es hilft effektiv, ist geschmacksneutral und bindet zusätzlich Magensäure.
* Die Katze braucht einen Magensäureblocker (ich habe den nur phasenweise gegeben, weil er nicht nötig war, wenn die Katze gut gefressen hat).
* In die Infusionen habe ich in akuten Situationen Cerenia gegeben.
* Peritol wirkt appetitanregend.
* Vitamin B (ebenfalls in die Infusion), um den wahrscheinlich niedrigen Hämatokritwert zu unterstützen. Auch das macht Appetit.
* Wie ist der Blutdruck?
* Sind die Entzündungswerte erhöht?
Grundsätzlich werte ich Nicht-Fressen bei
CNI als Zeichen von Übelkeit oder Appetitmangel infolge von Schlappheit (=
Hämatokrit zu niedrig). Bei einem niedrigen Häma kann man bspw. Epo in Betracht ziehen.
Bei Übelkeit in Folge eines hohen Harnstoffwerts helfen Infusionen (mit Ringer-Lactat) zeitnah und die Katze frisst wieder.
Da eure Katze in der Vergangenheit positiv auf die Infusionen angesprochen hat, liegt es nahe, dass es am hohen Harnstoffwert liegt und die Infusionen geholfen haben.
Das sind die Basismedikamente. Und vorausgesetzt, das Herz und die Psyche eurer Katze kommt mit täglichen und längeren Infusionsmengen gut klar (Infusionen anwärmen - nur die Infusion, die durch den Schlauch läuft, nicht den Beutel selbst und Butterflies statt normaler Kanülen verwenden), denke ich, dass ihr da noch eine Menge Lebensqualität für die Katze rausholen könnt.
Es ist aber auch die Frage, ob ihr euch das zutraut und ob ihr das wollt.
Es wird nicht ganz billig, vor allem die häufigen Kontrollen der Blutwerte.
Ihr werdet euch selbst einlesen müssen, Tierärzte wissen oft viel zu wenig.
Es ist grundsätzlich möglich, einer Katze mit
CNI ziemlich beschwerdefrei bei guter Lebensqualität einen schönen Lebensabend zu ermöglichen.
Meine Pflegekatze hat über Monate hinweg 150-250ml Ringer Lactat täglich bekommen und damit ging es ihr gut. Nur mal, um euch die Mengen klar zu machen.
In den letzten drei Monaten vor ihrem Tod haben die Nieren sprunghaft nachgelassen und sie brauchte erst 300ml, dann 400ml, dann 500, dann 600 und zum Schluss 800ml täglich. Es ging ihr damit immer noch recht gut - sie sah bis zum Schluss nicht wie eine typische
CNI-Katze mit struppigem Fell und mager aus und die Infusionen haben Übelkeit und Erbrechen effektiv auf Abstand gehalten. Aber zu dem Zeitpunkt war sie erschöpft und dann war es die richtige Entscheidung sie gehen zu lassen.
Bei den Infusionen muss man aber auch immer im Blick behalten, wie es der Katze körperlich und psychisch geht. Infusionen sind auch belastend, wie sehr ist je nach Katze unterschiedlich. Lebensqualität steht immer an erster Stelle.
Wie es um eure Katze steht, kann ich nicht beurteilen, aber mit alle 2 Tage 50ml seid ihr noch ganz am Anfang des Möglichen - wie gesagt, körperliche allgemeine Konstitution kann ich nicht beurteilen, wenn sie eine
HCM o.ä. hat, geht das nicht.
So, aber das heißt, egal wofür ihr euch entscheidet, ihr müsst was machen und ich würde auch nicht bis Montag warten, es muss der Katze jetzt geholfen werden.
Denn so wie es jetzt ist, geht es eurer Katze dreckig. Keine Katze sollte diese Dauerübelkeit ertragen müssen und das muss auch nicht sein.
Ihr könnt die Entscheidung, ob ihr sie einschläfern lassen wollt, noch aufschieben. Aber ihr könnt sie nicht so lassen. Sie braucht eine größere Menge Infusion, Cerenia und Peritol, außerdem Futter das sie mag plus Phosphatbinder. Fahrt jetzt noch mit ihr los.
Ihr bekommt als Phosphatbinder in der Praxis wahrscheinlich erstmal Ipakitine. Das ist zur Überbrückung ok, wird aber von vielen Katzen nicht gut akzeptiert und die Wirkung ist meiner Erfahrung nach nicht besonders gut. Daher mein Rat zu Aluhyd, gibt es online.
Lest euch auch hier ein:
http://www.felinecrf.info/
Die Blutwerte sind laut Tierarzt in Ordnung. Nicht die besten aber I.O.
Das kann nicht sein.
Worauf basiert dann die Diagnose einer Nierenerkrankung?