Brief an Felix

Diskutiere Brief an Felix im Regenbogenbrücke Forum im Bereich Katzenfreunde; Lieber Felix, ich habe dich mit 5 Jahren bekommen. Zu dieser Zeit war ich noch ein Kind und wusste noch nicht wie man mit einem Tier richtig...
  • Brief an Felix Beitrag #1
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Kathi26

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Lieber Felix,

ich habe dich mit 5 Jahren bekommen. Zu dieser Zeit war ich noch ein Kind und wusste noch nicht wie man mit einem Tier richtig umgeht. Ich musste es noch lernen und ich machte viele Fehler. Aus diesem Grund bist zu zunächst eine etwas grantige Katze gewesen. Nach und nach und mit dem Alter wurde es immer besser, die Beziehung entwickelte sich. Als du eines Tages nicht mehr nach Hause gekommen bist, war das sehr schlimm für uns. Wir haben dich vermisst und nach dir gesucht. Nach einer Woche hast du vor unserem Fenster geweint und wir waren sehr erleichtert, dass du wieder bei uns warst. Wir haben viel Zeit miteinander verbracht. 2014 hattest du den Unfall und hast dir deine Vorderpfote ausgekugelt. Es konnte nur eine Op wieder richten. Es klappte nicht und du musstest erneut operiert werden, diesmal hast du einen externen Fixateur bekommen. Deshalb haben wir dich 6 Wochen lang in einem Käfig halten müssen. Es hielt. Wir ließen dich wieder raus. Im Juni letzten Jahres fanden wir 3 kleine Babykatzen, ausgesetzt. Wir nahmen sie mit. Du warst nicht einverstanden damit. Ich bemühte mich, dir zu zeigen, dass du trotzdem meine Nummer eins bist. Im September dann geschah es erneut. Du hast dir die Vorderpfote wieder ausgekugelt. Diesmal ging es dir nach der Op schlecht. Du hattest mit Parasiten zu kämpfen und der Tierarzt stellte eine Niereninsuffizienz fest. Irgendwann hast du dich wieder erholt. Du hast diese Zeit in meinem Zimmer verbracht, wegen dem Fixateur. Seit September hast du in meinem Zimmer gelegt. Es ging dir super. Im Frühjahr haben wir dich wieder in den Garten gelassen und am Abend warst du bei mir im Zimmer. Im März wollten wir deine Nierenwerte kontrollieren lassen. Diese Nachricht hat mir dann den Boden unter den Füßen weggezogen - es war keine Niereninsuffizienz sondern Diabetes. Wir entschieden uns gegen Insulin, du warst ja nicht mehr der jüngste, das Geld fehlte nach den Op's und du hättest uns das nie gelassen. Ich habe alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft, gab dir homöopathische Tabletten und stellten das Futter um. Es wirkte. Dein Fell wurde besser. Vor drei Wochen bist du sehr lange weggeblieben. Ich habe dich gesucht. Du hast dich verkrochen. Dir gings schlecht. Ich habe dich erwischt und ins Zimmer gebracht. Ich gab dir Tabletten - es half. Du wurdest fit. Hast wieder gefressen.
Donnerstag, 26.5.16 habe ich einen wackeligen Gang an dir beobachtet. Du bist immer mit den Hinterpfoten weggerutscht. Hast aber dein Hendl voller Genuss gefressen. Freitag danach schaute nicht mehr so rosig aus. Du hast nicht gefressen, bist kaum aufgestanden und hast in dein Bett gemacht. Kamst nicht zu mir hoch. Samstag, 28.5.16, war der schlimmste Tag in meinem Leben. Ich werde dieses grauenhafte Datum nie mehr vergessen. Wir fuhren zum Tierarzt. Ich wusste, dass du weißt, dass es das Ende sein wird. Er nahm dich aus der Box und setzte dich auf den Boden. Wieso konntest du deine Pfote plötzlich nicht bewegen. Sie war wie gelähmt. Das Schlimmste war aber dein Schreien. Es zerriss mir das Herz. Ich habe dich noch nie in diesen 15 Jahren so bitter weinen gehört. Auf gings zum Röntgen. Das Ergebnis: Organversagen und wahrscheinlich Krebs. Alles wartete auf mein Ja. Mein Ja zur Einschläferung. Ich brach innerlich zusammen. Weinend schrie ich den Arzt an: dann machens es halt.
Er tats.
Ich hab dein Halsband mitbekommen. Dein Halsband. Das ist das einzige was mir nach 15 Jahren Beziehung geblieben ist. Ein Halsband. Es hat jetzt übrigens einen schönen Platz auf meinem Handgelenk, falls du es noch nicht gesehen hast.

Ich könnte mir selber 24 Stunden lang nur Vorwürfe machen. Wäre ich öfter Tierarzt gegangen, hätte ich dich nur 2 mal operieren lassen und beim 2. Mal die Pfote versteifen lassen, hätten wir dir Insulin gespritzt, hätte ich dich nicht einschläfern lassen. Hätte es wirklich etwas genützt?
Ich könnte auf dich sauer sein. Hättest du nicht Anzeichen schon in früheren Jahren zeigen können? Bringt es mir was? Bekomme ich dich deshalb zurück.

Leer schaue ich jede Nacht und jeden Morgen in dein Bett, zu deinem Futterplatz, dorthin wo dein Klo stand, auf mein Bett, wo du sehnsüchtig auf mein Erwachen gewartet hast. Ich warte auf das Miauen in der Küche, wenn du gebettelt hast. Ich warte auf alles.
Felix, niemand kann dich ersetzen, du bist meine Nummer eins und wirsd dies auch immer bleiben.
Manche mögen meinen, ich sei gestört. Es ist ja nur ein Tier.
Du bist dicht nur ein Tier. Du bist mein Baby. Du bist mein Fetzi. Du warst mein Leben. 15 Jahre hast du mich begleitet. Es war sehr schön, aber viel zu kurz.
Bitte verzeih mir mögliche Fehler. Bitte liebe mich auch oben im Himmel so weiter.
Ich hoffe, du wartest auf mich. Ich liebe dich.
 
  • Brief an Felix Beitrag #2
Es zerreißt einem das Herz, wenn man deine bewegende Worte liest. Du hast deinen Kater Felix wirklich sehr geliebt. Nun war die Zeit zum Abschied da, was unglaublich schwer ist.
Bitte mach dir nicht so viele Vorwürfe, Felix hatte mit dir wunderschöne Jahre und wusste sich stets geliebt und das zählt. Kein Mensch ist vor vermeintlich falschen Entscheidungen gefeit.
Ich wünsche dir viel Kraft für die Trauer und dass die Erinnerung an Felix irgendwann nicht mehr so weh tut.
 
  • Brief an Felix Beitrag #3
Kathi, Du hast alles getan, was Du tun konntest. Mach Dir keine Vorwürfe. Felix hat jetzt keine Schmerzen mehr und es geht ihm gut dort, wo er jetzt ist. Ich habe meinen Herzenskater im März mit den gleichen Diagnosen verloren, er ist 13 geworden. Ich fühle mit Dir:-(.
 
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