Neue Katze misstraut mir

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  • Neue Katze misstraut mir Beitrag #1
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Hallo ihr Lieben :)

Ich mache mir langsam ein wenig Sorgen um unseren jüngsten Familienzuwachs. Kisja ist eine 9 Jahre alte Katzendame, die vor 4 Wochen zu uns kam. In der Familie, die sie abgegeben hat, hatte sie nach der Geburt von zwei Kindern keinen richtigen Platz mehr und meine Partnerin (22) und ich (25) hatten schon länger den Wunsch, eine Katze in unsere Wohnung einziehen zu lassen. Beide haben wir unsere gesamte Kindheit und Jugend mit Katzen verbracht und so lag der Schluss nahe auch jetzt unser Leben in den Dienst einer zu stellen ;)

Nach 4 Wochen nun ist Kisja mir gegenüber immer noch sehr ängstlich.
Meine Partnerin hat allerdings schon ein sehr gesundes Verhältnis zu ihr aufgebaut. Wenn ich nicht zuhause oder in einem anderen Raum bin, kommt Kisja unter dem Sofa hervor, ist verspielt, sehr kuschelbedürftig und liebt es auf dem Sofa zu liegen und gestreichelt zu werden. Sobald ich allerdings nach hause komme und damit meine ich sobald ich die Wohnungstür öffne, wird sie panisch springt vom Sofa und verkriecht sich darunter. Das selbe passiert, wenn ich im Büro sitze und arbeite. Solange ich mich ruhig verhalte ist Kisja so, wie man sich eine gesunde, selbstbewusste Katze vorstellt. Wenn ich allerdings nur vom Stuhl aufstehe, versteckt sie sich sofort. Die Angst geht aber auch so weit, dass ich schon angefaucht wurde, als ich mich von drei Meter Entfernung ihr nur zuwandte und ihren Namen sagte. Das Problem ist, dass ich mich kaum noch Bewegen kann ohne ihr Angst zu machen. Eines Abends saßen wir auf dem Sofa und ich bin aufgestanden um zum WC zu gehen. Ich hatte nicht bemerkt, dass Kisja im Flur saß und bin noch mit meiner Partnerin redend in den Flur gegangen. Kisja hat sich nicht mal getraut weg zu laufen, obwohl es genug Fluchtmöglichkeiten gab. Sie hat sich mitten in den Flur gekauert und gefaucht. Ich habe dann sofort umgedreht und ihr erst die Möglichkeit gegeben unters Sofa zu kriechen und bin dann gegangen.

Als Gründe für diese Angst fallen mir zwei ein. Der erste ist ein recht offensichtlicher.
Bei ihrem Umzug viel mir die Aufgabe zu, Kisja in die Transportbox zu komplimentieren. Leider fehlte der abgebenden Familie die Zeit, diesen Vorgang angenehmer zu gestallten.
Der zweite ist weniger ein Grund für die direkte Angst als mehr ein Faktor der es zusätzlich erschwert. Kisja ist bei einer Frau aufgewachsen und wurde später vor allem vom Mann der Frau verdrängt. Wir vermuten also, dass sie auf Männer nicht so gut zu sprechen ist. Diese Vermutung erhärtete sich, als wir Besuch von unseren Nachbarn hatten. Kisja kam neugierig hervor und hat sich auch von unsere Nachbarin, die sie zum ersten mal sah, streicheln lassen während unser Nachbar misstrauisch beäugt wurde, sie aber auch kurz streicheln durfte.

Was wir versuchen:
Natürlich kann man eine Katze nicht zwingen sich streicheln zu lassen oder einem gar zu vertrauen. Trotzdem haben wir verschiedene Dinge probiert und sind auch immer noch dabei. Vereinzelt haben wir auch schon Erfolge erzielt.
In der Anfangszeit habe ich mich zu ihr gesetzt und mit ihr geredet. Nach 5-10 Minuten durfte ich sie dann kurz streicheln bevor sie wieder eine defensive Haltung annahm.
Wenn ich ihr ein Leckerli hin halte kommt sie auch und frisst es sobald ich es auf den Boden lege und solange sie das frisst, was sie auch nur macht wenn meine Partnerin dabei ist, kann ich sie streicheln. Sobald sie merkt was passiert schreckt sie aber zurück.
Seid drei Tagen lässt sie sich auch aufs Sofa locken und von meiner Partnerin streicheln und schläft sogar ein wenig. Aber nur wenn ich bereits auf der anderen Seite des Sofas sitze und mich nicht zu viel bewege. Ansonsten werde ich sehr sehr skeptisch beäugt.

Ich möchte euch nun Fragen was ihr denkt. Hat jemand ähnliches bewältigen müssen? Wir sind uns durchaus bewusst, dass es kein "Wundermittel" gibt und Kisja mir nicht morgen vertraut. Sowas ist ein Prozess der lange dauern kann und wir haben auch die Geduld dazu. Ich möchte vielmehr wissen, ob wir das richtige tun oder nicht und ob es noch andere Dinge gibt die man tun kann. Ich freue mich über jeden Tipp der euch einfällt :)

Liebe Grüße
Leo
 
  • Neue Katze misstraut mir Beitrag #2
Hallo, ich verstehe dich. Man möchte die Katze streicheln und verwöhnen, aber sie hat Angst vor einem.

Ich finde es richtig das du mit ihr sprichst. So kann sie sich an deine Stimme gewöhnen. Das würde ich auch machen wenn du alleine mit ihr bist. Ansonsten würde ich die Katze erstmal ignorieren. Ich weiß, das fällt schwer. Aber so kann sie erstmal sehen das du ihr nichts böses willst und kann sich an deine Bewegungen gewöhnen. Ich würde mich ihr gegenüber ganz normal verhalten, sonst denkt sie vielleicht du willst etwas vor ihr verheimlichen. Wenn sie da ist kannst du ihr ganz nebenbei Leckerli zuwerfen. Wenn sie zu dir schaut, schaue sie nicht an, sondern werfen einfach ein Leckerli. So fühlt sie sich nicht bedrängt, verbindet dich aber mit etwas positivem. Kommt sie irgendwann neugierig zu dir, würde ich am Anfang auch nicht reagieren, damit sie dich in Ruhe abschuppern kann. Erst, wenn sie auf dich zukommt, würde ich sie streicheln. Damit setzt du sie nicht unter Druck.
 
  • Neue Katze misstraut mir Beitrag #3
Hallo

und erstmal herzlich willkommen :razz:

Toll, dass ihr der Süßen eine Chance gebt und ihr alle Zeit der Welt lasst.

Auf die Gefahr hin, dass später andere, die weit mehr Ahnung haben als ich, später das Gegenteil sagen, schreib ich mal was mir so einfällt. Meine Erfahrung beläuft sich auf eine Katze, die ich damals aus extrem schlechter Haltung übernommen habe. Es hat Tage gedauert bis sie aus ihrem Karton rauskam, Wochen bis zur ersten Berührung und ungefähr ein halbes Jahr bis sowas ähnliches wie ein Vertrauen aufgebaut war. Auch wenn das zerstörte Urvertrauen natürlich nie wieder ganz herzustellen war hatte sie später eine unglaublich tiefe Beziehung zu mir und hat sogar mit im Bett geschlafen.

Grundsätzlich würde ich es weiter so handhaben, dass Du ihre Angst respektierst und alles vermeidest was noch mehr Panik auslöst. Und wenn es halt bedeutet, dass Du zur Salzsäule erstarrst, wenn ihr Euch unverhofft begegnet :mrgreen:. Ganz wichtig: versuch sie gerade in solchen Situationen nicht anzuschauen. Man macht es instinktiv und in bester Absicht, das verstärkt die Angst aber nur noch.

So schwer es fällt würde ich erstmal jeden Versuch, sie zu streicheln unterlassen. Stattdessen würde es vermutlich helfen, wenn Du zukünftig das Füttern übernimmst. Auch dabei keinen Kontakt zu ihr aufnehmen, sondern einfach nur "den Futterautomaten" spielen. Ich bin mir relativ sicher, dass das helfen könnte dass sie Dich früher oder später als "positiv" betrachtet.

Du könntest immer Leckerlies in der Hosentasche haben und - wenn sie z.B. akzeptiert, dass Du auch auf dem Sofa sitzt :)mrgreen:) versuchen, ob Du ihr vorsichtig ein Leckerlie zukommen lassen kannst ohne sie zu verschrecken (bin nicht sicher, ob das funktioniert oder kontraproduktiv ist).

Bei einer so "alten" Katze, die so fest abgespeichert zu haben scheint, dass Männer per se "böse" sind kann das ein langer Weg werden. Aber wenn Du es schaffst ihr Vertrauen zu gewinnen, wird sie Dir/Euch die Geduld in Gold aufwiegen ;-)
 
  • Neue Katze misstraut mir Beitrag #4
Auch ich finde ganz toll, dass Ihr - und besonders Du - dem kleinen Schüchterlie viel Zeit lasst:-D
Das ist schonmal das A und O.

Was ich zu den Tipps und bisherigen Antworten gerne noch hinzufügen möchte:
ganz wichtig ist, dass Du (jedenfalls vorerst) nicht versuchst, die Katze "von oben" zu streicheln.

Strecke ihr Deine Hand von vorne hin und wenn sie dann anfängt zu knurren oder eine defensive Haltung einnimmt, zieh die Hand wieder zurück. Und probiere es einige Zeit später noch einmal.
Irgendwann wird sie dann vielleicht neugierig schnuppern. Da hast Du schon halb gewonnen;-)

So habe ich jedenfalls hier immer mit meinen Extrem-Schüchterlies gemacht. Irgendwann konnte ich dann anfangen, vorsichtig von der Seite über die Bäckchen zu streicheln und es gab jeden Tag einen kleinen Fortschritt mehr.

Man braucht halt sehr viel Geduld, aber die habt Ihr ja.:)

Weiterhin gute Annäherung wünsche ich!
 
  • Neue Katze misstraut mir Beitrag #5
Vielen Dank für die Zahlreichen Tipps, Ratschläge und guten Zusprachen. Damit kann ich schon eine Menge anfangen!
Ich werde euch auf jeden Fall auf dem laufenden halten
 
  • Neue Katze misstraut mir Beitrag #6
Das wär schön, wenn Du berichtest.

Und.... wir sind hier ein klitzekleines bißchen fotosüchtig :oops:;-)
 
  • Neue Katze misstraut mir Beitrag #7
super, dass ihr dem armen Miez ein schönes Zuhause gebt.

Versuche bitte die Katze komplett zu ignorieren.

Nicht auf sie zugehen, nicht ansprechen, nicht anschauen.

Bitte einfach so tun, als ob die Katze nicht da wäre

Bitte auch nicht auf Zehenspitzen laufen, sondern bitte komplett natürlich verhalten

Wenn du ihr begegnest, blinzeln und wegschauen.

Setze/lege dich auf den Boden(dann bist du nicht so riesig) und lese deine Zeitung/dein Buch laut

Auch wenn die Mieze auf dich zukommt, nicht versuchen sie zu streicheln

Schön wäre es, wenn du sie füttern könntest.

Wichtig: Spielen!!!

Eine Katze, die spielt, hat keine Angst.

Raschel mit einer Feder/Spielangel unter einer ausgebreiteten Zeitung

Leckerchen in Brotpapier/Bäckertüten einknüddeln und diese Papierkügelchen durch die Gegend schnicksen

Geduld, Geduld, Geduld

Und nur die Katze bestimmt das Tempo
 
  • Neue Katze misstraut mir Beitrag #8
Unverdienterweise bist du der stellvertretende Buhmann, weil ein Mann dieser Katze vermutlich viel Angst gemacht hat, sie vielleicht sogar misshandelt hat.
Hut ab, dass du bereit bist, sich ihr Vertrauen zu verdienen.
Du machst das schon ganz gut. Das Vorlesen würde ich beibehalten und Leckerchen, am besten gleich das Futter sollte nur von dir gegeben werden.
Tja, und dann hilft nur ein langer Atem...
 
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  • Neue Katze misstraut mir Beitrag #9
Meine Mohrli kam ja damals auch aus dem Tierheim.
Ursprünglich ist sie draußen auf einem Schrottplatz eingefangen worden. Dann wurde sie 3 mal vermittelt und ist jeweils nach 3 Tagen!:-o wieder ins Tierheim zurückgekommen. Immer mit derselben Begründung: "die schmust ja gar nicht":roll:

Bei mir hockte sie dann 8 Wochen lang in einer Kratzbaumhöhle und hat sich überhaupt nicht rausgetraut.
Ich musste sie sogar dort drin füttern. Wobei sie mich übrigens öfter übelst gebissen und gekratzt hat.

Ins Klo hat sie sich natürlich auch nicht getraut und für ihre Geschäftchen hat sie immer nur kurz ihr Versteck verlassen und alles auf dem Teppich hinterlassen.

Die Maus hatte offensichtlich ein richtiges Trauma und war voller Angst.:cry:

Es war nicht so einfach, aber eines Tages kam sie endlich aus der Höhle und fing an, ihre neue Umgebung zu erkunden.:)

Und ein paar Wochen später durfte ich sie dann zum ersten mal berühren. Das war so ein schönes Erlebnis, dass mir die Tränen in den Augen standen.

Als sie dann endlich verstanden hatte, dass ihr nie im Leben mehr was übles passiert, wurde sie übrigens zu einer richtigen Schmusemaus, die von den Streicheleinheiten nicht genug bekommen konnte.

Es lohnt sich wirklich, bei solchen Katzen "hartnäckig" zu bleiben. Irgendwann geben sie alle Liebe zurück.;-)
 
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