Liebe Leute,
ich heule ununterbrochen , währen ich das schreibe.
Meine Katze heißt Jessy und ich habe sie seit September 2000, ich war 11, als sie zu uns kam und es gab niemanden neben ihr. Sie ist wahrscheinlich August 2000 geboren. Ich weiß, sie ist alt. Aber das unermessliche Leiden hätte ich ihr ersparen müssen.
Hier die Geschichte...
Letzten Montag waren wir nach vielen Jahren beim Tierarzt. Angefangen hat alles mit ihrer durchgetretenen Vorderpfote. Sie schlief übermäßig viel, sie aß weniger, aber es war auch super heiß hier Anfang Juni. Ich habe die Pfote 2 Wochen ignoriert, aber viel in Foren und Seiten gelesen. Nach 2-wöchigem Lesen über Arthritis und vielen Überlegungen (sie hasst Tierarzt, kratzt schnell und ist super stark wehrhaft + reine Stubenhockerin) sind wir hier in Mannheim am 12.06.2017 zum Tierarzt. Zur falschen Zeit am falschen Ort.
Sie wartete 1,5 h mit 3 großen Hunden und einem ruhigen Reptil im kleinen Wartezimmer. Ihre Augen waren groß und lebendig und sie hatte Angst.
Wir kamen dran. Auf dem Praxis-Tisch wurde die Transport-Box geöffnet. Eine Assistentin holte sie raus, sie knurrte und fauchte. Wir warnten die Tierarzt, sie könnte schnell kratzen. Die Assistentin hielt sie fest und drücktesie gegen den Tisch. Jessy kratzte die Tierarzt. Die Tierarzt blutete am Nagel. Die Assistentin zog sich die Ultra-Handschuhe an und drückte die Katze gegen den Tisch. Die Tierarzt sagte verärgert, es sei die 2te Katze diese Woche, die sie kratzt. Jessys linkes Bein hing vom Tisch runter, sie wurde weiter runter gedrückt. Wir wurden zur Seite geschoben. Auf einmal war alles voller Blut aus Jessys Mund, sie kollabierte und ihr Bein hing reglos da, der Kopf hing da, der Mund offen voller Blut, sie hatte vorher die Assistenz und den Tisch vollgepinkelt. Ein Eckzahn war ausgeschlagen. Ich zitterte. Jessy bekam eine Kreislauf-Spritze. Sie konnte nicht atmen. Eine weitere Assistentin wurde gerufen zum Röntgen. Jessy hatte auf der Röntgenaufnahme Wasser im Brustraum. Sie bekam eine Entwässerungsspritze. Sie kam nach Hause und aß etwas Futter. Sie legte sich hin und atmete durch den Mund. Blut hörte nicht auf aus dem Mund zu tropfen. Sie blutete den restlichen Tag und die ganze Nacht.
Am Dienstag aß sie nicht. Sie trank Wasser und das Wasser vermischte sich mit ihrem Blut.
Wir haben uns nicht mehr getraut, zum Tierarzt zu gehen. Ich fuhr am Mittwoch wieder hin und sagte, sie könne die Entwässerungstabletten und die Blutdrucksenker nicht mit Futter nehmen, da sie nicht isst. Ich kaufte Spritzen mit Entwässerung. Sie trank nur Wasser und bekam die Spritzen.
Sie magerte ab, sie konnte nicht mehr gerade gehen.
Am Samstag gingen wir zu einem anderen Tierarzt in Mannheim, der super ist. Röntgen ergab Wasser im Brustraum und vielleicht sogar Tumor, aber nicht sicher.
Seit Samstag pinkelt sie sich in der Transportbox voll, sie macht sich nicht sauber und lässt mich nicht.
Es gab Infusionen, Blutgerinnung und Antibiotikum von Samstag bis heute am Dienstag. Sie isst nichts, sie hat aufgehört zu trinken. Seit dem 12.06. hat sie nicht geschlafen.
Es hat sich rausgestellt, ihre Zunge ist durchgebissen. Sie riecht nichts mehr, sie zieht ihre hinteren Beine fast nur noch hinter sich her, sie ist abgemagert bis zum Skelett. Vitamin-Paste nimmt sie nicht. Guter Tierarzt hat ihr heute ein appetitanregendes Psychopharmaka eingeworfen. Sie aß nicht.
Ich bereue zutiefst den Montag, den 12.06. Ihre Kraft wurde ihr genommen, sie wurde traumatisiert und erniedrigt.
Ich habe ihr Vertrauen zerstört.
Sie ist völlig am Ende.
Ich wach jede Nacht auf. Ich träume, wie ihr Blut aus dem Mund kommt und wie sie Angst hat.
Tierarzt sagt, wenn sie nicht mehr isst und am Donnerstag Kontroll-Röntgen gemacht wird und es nicht besser wird, soll man loslassen.
Ich habe ein schlechtes Gewissen. Wegen mir ist sie kollabiert, hat gesunden Schneidezah verloren, Zunge durchgebissen und ist anorexisch.
Wenn jemand das gelesen hat, danke ich. Wenn jemand etwas sagen kann, danke ich auch sehr.
LG