Ich antworte hier jetzt mal als jemand, der nach fast vierzigjähriger Erfahrung mit Katzen (in unterschiedlichen Konstellationen) zum ersten Mal darüber
nachdenkt, möglicherweise seinen Kater vorübergehend in eine Katzenpension zu geben. In einer früheren Stadt, in der meine damalige Partnerin und ich lebten, waren wir Mitglieder in einer sog. "Katzennachbarschaftshilfe", deren Mitglieder die Tiere der anderen jeweils in deren angestammten Wohnungen betreuten, in einer anderen Stadt, in der es so etwas nicht gab, wendeten wir uns an ein Sozialprojekt, das neben Garten-, Umzugs- und Reinigungsarten auch Cat-Sitting anbot... In der aktuellen Situation teilen sich meine inzschwischen Ex-Partnerin, die nicht allzu weit weg wohnt, und eine Nachbarin die Versorgung, wenn ich (üblicherweise nicht sehr lange) abwesend bin. Jetzt entsteht gerade eine Situation, in der ich absehbar länger, aber nicht definitiv terminierbar weg sein werde müssen, und die Urlaubs- und dienstlichen Abwesenheitspläne der beiden Damen lassen Betreuungslücken wahrscheinlich erscheinen.
Das jetzt einfach mal als Rahmen, in dem auch jemand, der eine vorrübergehende Weggabe seines Tiers immer ausgeschlossen hatte, angefangen hat, sich mit dem Gedanken an eine Katzenpension zu beschäftigen. Ich schreibe das jetzt einerseits, um Ayoka einen Blick in die Gedanken eines möglichen Kunden zu verschaffen, aber auch an die anderen Mitleser/innen hier, die, indem sie mir schreiben, worauf ich achten sollte, auch Ayoka mitteilen, worauf sie bei der Einrichtung ihrer Pension achten sollte/könnte. Okay so - ?
Im ersten Schritt habe ich nach "Katzenpension in meiner Stadt und Umgebung" gegoogelt (Mannheim) und schon bei der ersten, auf die ich dabei gestoßen bin, habe ich innerlich abgewunken: eine Wellness-Pension mit Lichtduschen, klassischer Musik und Intelligenz-Spielzeug, nicht zu vergessen Bachblüten, Farb- und Musiktherapie... (
http://katzenpension-marhoefer.de/katzenpension/, wer mag). Wenn man seine Katzen (in der inneren Wahrnehmung) sehr vermenschlicht
und gleichzeitig menschliche (eher) narzisstische Urlaubsnasprüche auf sein Tier überträgt, genau das Richtige ;-). Ich hab die Webseite also schnell wieder zugemacht. Mir war aber, muss ich selbstkritisch sagen, dann auch schnell klar, dass ich mir selbst noch keine
wirklichen Gedanken darüber gemacht hatte, welche Kritierien ich an eine solche Pernsion anlege. "Satt und sauber" als Minimalanspruch, und dass sie in dieser Persion Impfnachweise gegen alle gängigen übertragbaren Krankheiten verlangen war mir
positiv aufgefallen... Mir meinen Kater in einer Bibliothek mit Lesesesseln vorzustellen, würde dann wohl eher
meinen narzisstischen Bedürfnissen entsprechen :mrgreen:.
Meiner Ex alleine die Gedanken dazu und die Auswahl zu überlassen, geht auch nicht wirklich. Also: Welche Bedürfnisse an eine Tierpension hat ein älterer Katzenherr (14), weltgewandt und lebenserfahren, menschlichen Schmusebdürfnissen gegenüber tolerant, aber selbst sucht er Streicheleinheiten nur noch selten (außer beim Futter richten, da rutscht er mir sozusagen unter den Arm und lässt sich "drücken"), mit anderen Katzen (Freigängern wie er) kommt er inzwischen zurecht und einige von denen kommen ihn gelegentlich "besuchen" (tatsächlich ihn, nicht mich). Realistischer Weise ist so eine Tierpension natürlich auch ein Geschäft, wenn auch keines, das die Besitzerin übertrieben reich macht, wie wir hier gelernt haben, aber rechnen muss es sich schon. Und zu einem Geschäft gehört auch Werbung und Marketing, die, weil ich derjenige mit dem Geld bin, auch mir zusagen müssen. Also was, liebe Ayoka, kannst du mir
anbieten, als potenziellem Kunden, der sich einerseits etwas unsicher ist, andererseits für sein Tier nur
das Beste will und dritterseits weiß, dass man, auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten als Kunde
Realist bleiben sollte?