Hallo Klaus,
willkommen bei uns im Forum. Zunächst möchte ich dir sagen, dass ich es bewundernswert finde, wie viel Mühe du dir mit deinen Katzen gibst.
So ganz viele Tipps kann ich dir auch gar nicht geben, denn so einen Extremfall wie du mit gleich drei scheuen Katzen hatte ich noch nie.
Was ich aber schon hatte, war ein sehr ängstlicher Kater, den ich vor sechs Jahren aus dem Tierheim geholt habe.
Anfangs lebte Micki "unsichtbar" auf einem Stuhl unter dem Tisch, schön versteckt hinter einer Tischdecke. Futter musste ich ihm auf den Stuhl stellen. Seine Geschäfte hat er nachts erledigt, damit ihn ja niemand von uns bemerkt.
Wir haben ihn einfach in Ruhe gelassen und so getan, als ob es das Normalste von der Welt ist, dass er unter dem Tisch hockt. Ich habe mit ihm erzählt und ihm z. B. was vorgelesen, damit er sich an meine Stimme und auch an Alltagsgeräusche im Haushalt gewöhnt. Klar hat er mir sehr Leid getan, aber er war so in seiner Angst gefangen, dass ich ihm nur geschadet hätte, wenn ich ihn unter dem Tisch vorgezogen hätte.
Peu à peu hat er sich dann vorgearbeitet, ganz langsam die Wohnung für sich erobert und sich mit meinen anderen Katern angefreundet. Was meinst du, wie ich mich gefreut hab, als er nach drei Jahren das erste Mal zu mir auf's Sofa kam.
Problematisch war und ist es bis heute, wenn ich mit ihm zum Tierarzt muss. Er mag nicht auf den Arm genommen werden. Das Fangen und die Transportbox stecken muss immer ganz schnell gehen. Da darf nichts schief gehen, zweimal fangen am gleichen Tag lässt er sich nicht. Wenn der Tierarztbesuch aber vorbei ist und wir wieder zu Hause sind, verzeiht er mir immer ganz schnell wieder.
Alles in allem ist er heute ein frecher kleiner Kerl, der zwar noch immer sehr vorsichtig ist, wenn eine fremde Person kommt, aber zu uns anderen sehr zutraulich ist.
Viele Jahre hatte ich mit ihm auch ein Pinkelproblem. Drei Jahre lang hat er mir jeden Tag große Pfützen in die Wohnung gepinkelt. Da wusste ich mir dann auch nicht mehr zu helfen und hab ich mir eine Katzenpsychologin nach Hause geholt, dir mir viele Ratschläge gegeben hat. Nachdem ich alle Tipps umgesetzt hatte, hat das Wildpinkeln aufgehört.
Was ich damit sagen will, ist, dass man mit Geduld viel erreichen kann. Hast du vielleicht auch die Möglichkeit, eine Tierpsychologin zu Hilfe zu holen?