neue Katze integrieren

Diskutiere neue Katze integrieren im Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Katzenfreunde; Hallo, seit Mitte August haben wir Coco, eine Wohnungskatze 9 Jahre zu unseren anderen 2 Kätzinnen 11 und 10 Jahre und dem Kater 4 Jahre...
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Hallo,

seit Mitte August haben wir Coco, eine Wohnungskatze 9 Jahre zu unseren anderen 2 Kätzinnen 11 und 10 Jahre und dem Kater 4 Jahre adoptiert. Coco lebte nahezu ohne Betreuung, der Besitzer war selten zu Hause. Ab und an waren AirBnB Gäste in der Wohnung, wie auch wir. Sie lebte in der Küche, ihr Schlafplatz war unter dem Küchentisch und sonst bewegte sie sich nicht groß in der Wohnung, da sie es wohl verboten bekam. Bei unserem Aufenthalt haben wir uns um Coco gekümmert und es gab Vertrauen von beiden Seiten. Sie holte sich ihre Streicheleinheiten und kam dann immer näher, auch zu uns ins Zimmer, obwohl sie es nicht durfte. Als der Besitzer kam rannte sie sofort wieder zurück in die Küche. Der Besitzer suchte aufgrund einer längeren Reise einen Nachfolger für Coco. So haben wir sie adoptiert. Er sagte, dass sie 3 Jahre mit einem Kater zusammenlebte den er von der Strasse holte und das keine Probleme gab, dieser dann aber verstarb.
Seit Mitte August ist sie jetzt bei uns. Wir haben sie im Haus in die Räumlichkeiten meiner Tochter (die nicht mehr zu Hause wohnt) im UG einquartiert und wollten sie nach und nach oben integrieren und langsam an die anderen Katzen (alle Freigänger) gewöhnen. Sie hat alle Aufmerksamkeit bekommen und es geht ihr auch gut. Sie spielt, schnurrt, frisst, geht aufs Katzenklo und fühlt sich sichtlich wohl in ihrem Reich und auch mit uns. Die erste Zeit habe ich sehr viel Zeit mit ihr unten verbracht. Nach 4 Wochen hat sie angefangen, am liebsten im Beisein mit mir, den Garten zu erkunden, was ja eine völlig neue Welt für sie ist da sie zuvor noch nie draussen war. Sie geht aber nur raus wenn man ihr die Türe aufmacht, kommt bisher also nicht alleine auf die Idee raus zu wollen. Sie ist neugierig, beschnuppert alles und auch gar nicht ängstlich. Die Katzentüre oben hat sie gleich gecheckt.

Wir versuchen immer wieder sie mit den anderen Katzen zusammen zu bringen. Es gab einige Zusammentreffen im Untergeschoss wie auch in der Wohnung und im Garten, die dann immer knurrend und fauchend von Cocos Seite endeten oder mit dem Vertreiben der Katze die sich runtergetraut hatte. Sie zeigt kein Interesse an den anderen Katzen. Wir holen sie ab und an hoch und schliessen die Türe nach unten. Dann stellt sie sich vor die Türe und miaut oder sie geht in ein Zimmer wo die anderen Katzen sich nicht aufhalten und wartet bis die Türe nach unten wieder aufgeht. Oder sie geht durch die Katzentüre raus und versucht von aussen wieder unten in ihr Reich zu kommen. Wir hatten sie alleine hochgeholt zu Anfang und dann mit einer oder mehreren Katzen und es gab auch zufällige Treffen wenn diese wieder von draussen rein kamen. Die anderen 3 flüchten vor ihr oder betrachten sie auf Abstand, da sie wohl zu laut schreit und immer faucht wenn sie ihnen begegnet. Es sieht aus als ob sie Angst vor ihr haben und sie trauen sich nicht näher an sie heran.

Sehr gerne würden wir Coco oben und mit den anderen Katzen integrieren, auch dass die anderen Katzen sich wieder in das UG trauen, was sie mittlerweile nicht mehr machen. Nun ist die Katzenharmonie im Haus leider weniger, die älteste schleicht oft nur noch durch die Wohnung oben, der Kater markiert ab und an (kastriert). Im Zusammenleben der 3 untereinander hat sich nichts geändert. Bei schönem Wetter sind die 3 meist draussen und wir hoffen, wenn sie sich ab Frühjahr öfter draussen begegnen, das sich die Situation etwas entspannt.

Vielleicht hat jemand einen Tipp was man machen könnte dass Coco sich oben in der Wohnung auch wohlfühlt. Ab und an kommt sie bis oben an die Türe oder sitzt auf der Treppe wenn man sie zu lange unten alleine lässt. Mit Essen kann man sie gar nicht locken. Würde es Sinn machen sie einfach nicht mehr runterzulassen und ihr das Vertraute zu verwehren? Sie oben in ein Zimmer zu tun und ihre vertrauten Sachen dort hin zu tun? Oder sie unten länger alleine zu lassen, was mir aber schwer fällt und ihr vielleicht das Vertrauen nimmt?

Vielleicht hat jemand hier eine Anregung? Danke.
Bine
 
  • neue Katze integrieren Beitrag #2
Hi,
kastriert ist die Dame?

Coco hat Angst vor den anderen (komplett ungewohnten) Vierbeinern und reagiert stark mit Aggressionen darauf und verteidigt ihr Revier, das finden wiederum die anderen Katzis nicht toll und schon gibts eine negative Feedback-Schleife.
Schwerer Fall, da sie wohl nur wenig Gutes in ihrem Leben hatte und jetzt wohl im UG recht glücklich mit euch ist und nichts weiteres (andere Katzen) braucht und will.

Ich würde da nicht versuchen irgendwie zu beschleunigen.
Lasst Coco weiterhin ihren Kellerbereich, aber hört auch auf sie in ihrem "Fluchtdomizil" zu bestärken.
Im UG ganz normal, eher neutral behandeln und wenn erst sie sich mal vons selbst nach oben traut mit Lob und Streicheleinheiten überschütten.
Wichtig ist es allen Katzen Normalität zu vermitteln: Die Situation ist jetzt, dass 4 Katzen im gesamten Haus leben und das soll und wird auch so bleiben. Also niemanden trösten, alles ist normal! und keiner stänkert deshalb rum.

Weiterhin könntet ihr versuchen mit Coco Clickertraining zu beginnen, eine der besten Möglichkeiten das Selbstbewußtsein zu stärken und das Verhalten zu beeinflussen.

Leider durchaus möglich, dass Coco nach 9 Jahren eine Einzelkatze geworden ist und alles nur wenig bringt.
 
  • neue Katze integrieren Beitrag #3
Ich habe mal gehört, dass es sein kann, daß für Einzelkatzen der Zug zur Vergesellschaftung abgefahren ist.
Es melden sich gewiss och Leute, die Erfahrung haben. Aus dem Bauch raus würde ich meinen, dass man sie sanft zwingen muss. Solange sie sich der ungewohnten Situation einfach entziehen kann, wird sie nix dazu lernen. Vielleicht könnte man sie irgendwie oben in ein Zimmer tun und von den anderen durch ein Gitter abtrennen? Dann könnten sie sich begegnen und sich gewöhnen? Immerhin sind Katzen ja neugierig...?

Edit: ups, da war schon jemand vor mir mit mehr Ahnung.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • neue Katze integrieren Beitrag #4
Hallo Geek,

vielen Dank für die Anregung. Coco ist kastriert. Und der Besitzer sagte, dass sie mit dem Strassenkater gut auskam. Es hat einmal richtig gefetzt und dann haben sie sich wohl verstanden. Eventuell weiss er aber nicht viel drüber weil er sich ja nicht richtig gekümmert hat und die beiden einfach zusammen in einen Raum gesperrt hatte dass sie es selbst regeln. Dann wäre es geklärt gewesen und sie haben auch miteinander gespielt. Vielleicht war der Verlust für Coco auch schlimm, der Kater wurde dann krank.
Coco kommt eher dominant rüber, das Fauchen sagt wohl was anderes, aber ängstlich ist sie gar nicht. Es sieht eher so aus als sei das jetzt ihr Revier, ist ja auch schön da unten und sie duldet da niemand. Na mal schauen was die Zeit bringt und ja weniger Aufmerksamkeit da unten schenken - auch wenn das weh tut - mag eine Lösung sein.

LG

Hallo Virra,

danke für die Anregung. Ja das hätte man anfangs so machen können. Inzwischen kennen sie sich ja schon und meiden sie sich ja eher schon von weitem, da alle Respekt vor Coco haben und gar nicht an das Gitter kommen würden. Es wurde ab und an auch schon mal, zunächst friedlich beschnuppert und dann kam wieder das Fauchen von Coco.

LG
 
  • neue Katze integrieren Beitrag #5
Ich würde trotzdem mit einer Gittertüre arbeiten. Es macht immer Sinn, selbst wenn nur ein Tier diese Türe nutzt, denn es wird sehr schnell klar sein, dass sie schützt, dann ist das ein Schritt nach vorne.
 
  • neue Katze integrieren Beitrag #6
Hallo Tiha,
ja ist einen Versuch wert. Danke.
LG
 
  • neue Katze integrieren Beitrag #7
@body

Erst mal meinen Respekt dafür, dass ihr das süße Herzerl mitgenommen habt und ihm ein glückliches Zuhause geben wollt!

Aber bevor ihr irgendwas überstürzt oder gar verzweifelt, weil das Zusammenleben nicht so schnell funktioniert wie ihr euch das wünscht, versetzt euch doch einfach mal in ihre Lage.

Sie hat elend lange in ihrem Küchenknast gelebt, von diesem herzlosen Armleuchter (Besitzer) ignoriert und schlecht versorgt und ihr einziger Freund ist längst verstorben. Mit ihren 9 Jahren ist sie nun aber kein unbedarftes Kitten mehr, das sich leicht integrieren läßt, sondern eine sehr mißtrauische ältere Katzendame, die lieber ihren neuen Menschen vertraut, als sich auf Katzengesellschaft einzulassen, mit der sie keine Erfahrung hat. Kein Wunder, dass sie ihr neues Revier und ihre neuen Dosis gegen vermeintliche Eindringlinge verteidigt.

Die paar Monate sind doch gar nichts, gemessen an den Jahren der Qual! Lasst ihr einfach die Zeit die sie braucht um zu lernen, dass sie von ihren Menschen geliebt wird, egal wieviele andere Katzentiere noch im Haus sind. Gebt ihr einfach ein wenig "Exklusivität" in ihrem eigenen Reich im UG und lasst sie ganz langsam nach ihren Vorstellungen ankommen. Der Winter ist dafür die ideale Eingewöhnungszeit und wenn dann im Frühling und Sommer wieder Türen und Fenster offen stehen, sieht die Welt anders aus.

Ich halte überhaupt nichts von kessen und unüberlegten Vorschlägen zur Hauruck-Vergesellschaftung, weder mit noch ohne Gitter. Vor allem nicht bei solch einer Vorgeschichte. Hier ist Einfühlsamkeit und Behutsamkeit gefragt. Und Geduld und Betüteln und Beschmusen, bis sie selbstbewußt genug ist, ohne Angst-Aggression mit anderen Katzen Kontakt aufzunehmen.

Das wird schon, wenn sie keinem Druck ausgesetzt wird. Dass sie ein cleveres und lernfähiges altes Mädel ist, hat sie ja schon bewiesen, indem sie euch ausgesucht hat. :lol:
 
  • neue Katze integrieren Beitrag #8
Hallo Igelfisch,
wir Menschen sind wohl zu ungeduldig und haben unsere eigenen Vorstellungen:-o. Danke für die Aufmunterung. Warten wir auf den nächsten Frühling und Sommer und auf das Zusammentreffen rund ums Haus. Sie darf alle Zeit der Welt bekommen.
LG
 
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