Ich bin, wie so viele hier, seit langem stiller Mitleser.
Angemeldet hatte ich mich vor einem Jahr - eigentlich, weil mir etwas zu einer Frage eingefallen war. Aber damals stoppte ich mit dem Gedanken: Was tust du da? Du bist doch gar keine Katzenmama mehr! Warum? Unsere Mimi war kurz vorher den Weg über die Regenbogenbrücke gegangen. (Diejenigen, die in dem andersfarbigen Forum aktiv sind, kennen die Geschichte von Okami (das ist meine Tochter) und Mimi sicher.)
Ein paar Wochen später sind Kasimir und Sam eingezogen, die uns geholfen haben, über den Verlust hinwegzukommen. Ein dreiviertel Jahr mit Aufs und Abs, das erste Weihnachtsfest (an dem Kasimir mit Wonne die untere Decko geklaut hat), nicht nennenswerte Infekte. Nach einem dreiviertel Jahr hatten wir die "Scheu´chen" soweit, dass sie sich zumindest teilweise anfassen, kraulen ließen, zum Schlafen mit ins Bett kamen. Eine Herausforderung eben.
Und jetzt hat das Schicksal zugeschlagen. Wie fasst man so was in Worte? Überstanden hatten wir eine Zahnfleischentzündung, die beide hatten. Antibiotika, Metacam, zögerliches wieder fressen. Dann verweigerte Kasimir, unser roter Prinz, wieder das Futter. Lag nur noch rum. Sams Versuche, ihn zum Spielen zu bewegen verpufften. Das war nicht mehr unser Kasimir. Wir dachten an alles. Hatte er vielleicht Magenprobleme wegen der Medikamente? Forl, weil er nicht mehr fressen wollte? FIP hatten wir nicht auf dem Bildschirm. Das war eine Woche! Eine lausige Woche, in der sich alles ändern sollte! Er hatte schon aufgegeben, das Blutbild war zusammengebrochen, Werte weit über normal.
Er war doch gerade erst eineinhalb Jahre alt. Das ist so unfair. Unfair, wie das Meiste im Leben. Zusammengerollt auf Okamis Schoß durfte er gehen. In unseren Köpfen nur Chaos: am 21. Februar hat Mimi ihren ersten Todestag (mit 17 mussten wir sie wegen Krebs gehen lassen). Schicksal, du Arschloch! Warum? Im Moment nimmt Sam von seinem Kumpel Abschied, ist verstört. Morgen wird Kasi seine letzte Ruhe bei Mimi im Schrebergarten finden. Und trotz allem - wir wissen, dass Sam nicht zu lange allein sein sollte.