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Frage zu Inzucht

Diskutiere Frage zu Inzucht im Sonstige Erkrankungen Forum im Bereich Katzenkrankheiten; Hallo zusammen Ich weiss, Inzucht ist in Katzenzüchterkreisen ein heikles Thema, aber habe trotzdem ein Problem. Wir waren Vorgestern in einer...
  • Frage zu Inzucht Beitrag #1
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wolfler

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Hallo zusammen

Ich weiss, Inzucht ist in Katzenzüchterkreisen ein heikles Thema, aber habe trotzdem ein Problem.

Wir waren Vorgestern in einer Katzenzucht. Alles war tiptop, die jungen Kitten waren extrem niedlich, und insgeheim haben wir uns auch schon für eins entschieden. Nur haben wir nun (es liess uns keine Ruhe) festgestellt, dass der Vater der Kitten gleichzeitig der Vater der Mutter der Kitten ist. Kann mir da jemand weiterhelfen?

Danke und Grüsse
Wolf
 
  • Frage zu Inzucht

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  • Frage zu Inzucht Beitrag #2
Hallo Wolf,

erstmal herzlich willkommen hier im Forum - und viel Spaß!

Nun zu Deiner Frage: Frage die Züchter direkt, wass sie züchterisch mit dieser Verpaarung erreichen wollten..... In- oder Linienzucht ist im Grunde nichts schlimmes, wenn man weiß, was man tut und warum man es tut. Katzen aus sehr engen Verpaarungen müssen nicht zwangsläufig krank oder immungeschwächt sein.

Haben die Züchter den Kater zu Hause? Dann kann es halt sein, dass sie es gemacht haben, "weil der Kater halt da war" - das macht wenig Sinn, wenn das der Hauptgrund ist.

Durch eine gezielte Verwandtenverpaarung kann man jedoch etwaige Gendefekte recht schnell aufdecken, auf der anderen Seite aber auch positive Erbmerkmale, wie z. B. Größe, bestimmten Typ etc. festigen. Eine Rückverpaarung macht dann z. B. Sinn, wenn man ein Tier aus vollkommen fremden Linien, z. B. Foundations dazu geholt hat und schnell mögliche Gendefekte aufdecken will. Auch bei noch recht seltenen Rassen macht es Sinn, wenn bestimmte Merkmale halt noch nicht so gefestigt sind und/oder der Genpool noch recht klein ist. Um was für eine Rasse handelt es sich denn bei eurem Traumkitten?

Auch würde ich mir den Stammbaum mal recht genau ansehen, wie es in den Generationen dahinter aussieht. Wenn das die einzige Verwandtenverpaarung ist oder gleiche Tiere sonst nicht weiter vorkommen, ist es nicht weiter "schlimm" - aber ich würde halt die Züchter nach dem Grund dieser Verpaarung fragen.

Haben die Züchter euch das denn auch gleich beim Besuch gesagt? Ich finde es wichtig, dass Züchter damit offen umgehen, wenn sie es denn bewusst und mit einem Zuchtziel machen.
 
  • Frage zu Inzucht Beitrag #3
Hallo Skovkat

Danke für die Antwort!

Die Züchterin machte einen sehr netten und fürsorglichen Eindruck. Ich denke, ich werde sie in den nächsten Tagen noch anrufen und dieses Thema ansprechen. Sie hat bei unserem Besuch auch überhaupt nichts verheimlicht oder so, hat uns z.Bsp. sogar darauf hingewiesen, dass eines der kleinen ein bisschen Probleme mit den Augen hatte etc.

Aber eben, werde mich mal bei ihr erkundigen.

Danke und Grüsse

Wolf
 
  • Frage zu Inzucht Beitrag #4
Hi,
sorry, wenn ich den thread benutze, aber ich hab da glatt mal ne Frage.

Skovkat, Du sagst, "es" sei eine Möglichkeit, Gendefekte aufzudecken. Das klingt für mich, als würden da offenen Auges kranke Kätzchen produziert?! Aber eigentlich kann ich mir das nicht so wirklich vorstellen... könntest Du mir das vielleicht näher erklären?

Vielen Dank & LG,
Steffi
 
  • Frage zu Inzucht Beitrag #5
Aber gern, Steffi (hoffentlich erwischt mich mein Chef nicht mal......)

Aaaaalso: Es gibt Gene, die rezessiv vererbt werden (hatten wir doch in irgendeinem thread gerade - wo war das noch?), d. h. diese Gene werden nur wirksam, wenn sie von beiden Partnern einer Verpaarung getragen werden. Das gilt sowohl für "harmlose" Gene für Farbe, Felllänge usw, aber auch für "schlimme" Gene wie z. B. rezessiv vererbbare Gendefekte, Krankheiten etc.

Jetzt stelle Dir vor, ich habe einen Kater, z. B. einen Maine Coon als Foundation-Tier, also direkt aus Amerika. Dieses Tier ist traumhaft schön, ein Abräumer auf Ausstellungen ohne Ende, kurzum, jeder Züchter reißt sich darum, dieses Tier als Papa seiner Babys zu haben. Jeder geht jetzt hin zum Decken. Nach zwei Jahren stellt sich heraus, dass dieser Kater irgend etwas weiter vererbt, dass sich nicht so ohne weiteres nachweisen lässt, bzw. nicht bekannt war, dass er es vererbt. Dieser Kater hat jetzt vielleicht alle 14 Tage ein Jahr lang gedeckt (was nicht ungewöhnlich ist), d. h. 26 Würfe "produziert", wovon viele Nachkommen wieder in die Zucht gegangen sind. Und ein großer Teil davon hat fröhlich - weil nicht bekannt, die Veranlagung für irgend etwas fröhlich weitergetragen - merkst Du, was ich meine? Im Extremfall habe ich eine ganze Rasse mit irgendetwas "durchseucht" - das muss nicht schlimm sein, es können harmlose Gendefekte sein, es kann aber auch schlimmeres sein.

Wenn ich diesen Kater nun dahingehend teste, das ich ihn z. B. einmal mit seiner Tochter verpaare oder diesen Kater mit seiner Schwester oder zwei Vollgeschwister seines Wurfes miteinander verpaare, besteht eine sehr große Chance, so etwas festzustellen, bevor ich eine Rasse krank mache. Jetzt mal die Frage: Was ist besser?

Rückverpaarungen werden aber noch aus anderen Gründen gemacht, nicht nur um Krankheiten aufzudecken - das wäre halt nur ein Effekt. Sie dienen eben auch dazu, positive Merkmale zu festigen oder aussterbende Linien zu erhalten. Auch das "herausmendeln" bestimmter Trägereigenschaften ist möglich, z. B. Verdünnung, Langhaarigkeit, Tabby etc.). Inzucht bedeutet also nicht zwangsläufig das "produzieren" kranker Katzenkinder. Man muss sich nur bewusst sein, dass ich das Gen"material" eines Tieres um die Hälfte reduziere. Wenn ich das sehr oft innerhalb einer Linie mache, dann kann ich mit ernsthaften Folgen rechnen, z. B. Kleinwüchsigkeit und Herabsetzung des Immunsystems (jetzt schau Dir mal ganz bewusst die meisten Bauernhofkatzen an. Dämmerts??)

In der Regel müssen so enge Verpaarungen aber auch von der Vereinen genehmigt werden. Sie werden auch nur unter bestimmten Voraussetzungen genehmigt, d. h. es müssen noch mindestens 11 verschiedene Vorfahren im Stammbaum bis in die 3. Generation verbleiben, man muß begründen, warum man diese Rückverpaarung macht und oft werden die Nachkommen auch mit Zuchtausschluß verkauft.

Es gibt einen sehr schönen Satz dazu: Inzucht in der Hand eines Laien ist wie das Rasiermesser in der Hand eines Affen!

Sie kann sehr segensreich sein, wenn man weiß, was man will und warum man es tut - wer keine Ahnung davon hat, sollte jedoch die Finger davon lassen.
 
  • Frage zu Inzucht Beitrag #6
Hi,
danke! (und Gruss an den Chef :wink: )
Jetzt hab ich ne klare Vorstellung; was Du sagst, ist wie immer logisch :D

LG,
Steffi
 
  • Frage zu Inzucht Beitrag #8
Hallo Wolf,
skovkat hat ja schon wieder alles super toll erklärt - komme wie immer zu spät :cry:
Frage die Züchter warum sie diese Verpaarung gemacht haben. Kann natürlich auch ein "Unfall" gewesen sein.
Wenn die Eltern gesund sind ist es aber kein Problem.
Um welche Rasse handelt es sich?
 
  • Frage zu Inzucht Beitrag #9
Hi Kerstin

Es geht um Perser-Katzen (ohne eingedrückte Nasen)

Gruss Wolf
 
  • Frage zu Inzucht Beitrag #10
huhu ihr lieben,

heißt das also auch, wenn mein inzuchtbaby von zwei geschwistern kerngesund ist, dass die elterntiere auch gesund sind? oder was bedeutet das für mich?

hell
 
  • Frage zu Inzucht Beitrag #11
Hi Kerstin

Es geht um Perser-Katzen (ohne eingedrückte Nasen)

Gruss Wolf

Hallo Wolf,
dann wäre für mich wichtig, dass die Eltern PKD geschallt sind und eventuell auch HCM. Aber auf jeden Fall PKD!
Hat übrigens absolut nix mit der Nasenlänge zu tun :wink:
Wenn die Eltern gesund und kraftig aussehen/wirken und PKD geschallt sind (Kopie des Zertifikat geben lassen) würde mich die Verpaarung Großvater gleich Vater nicht unbedingt abschrecken.
 
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