Die Geschichte einer grossen Liebe

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Maunzemaus

Maunzemaus

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Im Leben kommt vieles anders als geplant - überraschend, wunderschön und auch traurig. Ich möchte euch die Geschichte von unserer Maulemaus erzählen. Wie ihr an der Kategorie erkennt wird sie traurig enden, aber ihr Leben ist es wert, erzählt zu werden. Es wird wohl mehrere Einträge brauchen, bis sie erzählt ist, vielleicht liest es ja jemand und denkt mit uns an sie, so dass sie nie vergessen wird.

Fangen wir an wo es begann - es war im Sommer 2015, als mich wie ein Blitz die Liebe traf. Ein Kätzchen, grau mit grossen Kulleraugen, und irgendwie war es besonders. Ich hatte mir schon lang einen kleinen Fellfreund für uns gewünscht und nie hat es gestimmt. Aber da konnte ich nicht anders als die Züchterin anrufen und fragen, ob dieser Schatz noch ein Zuhause sucht.
Wir hatten Glück und - ja, genau diese Nase suchte noch. Da wir an einer vielbefahrenen Strasse nahe einer Autobahn wohnen war klar, es darf nicht nur eine kleine Hummel einziehen, zwei sollen es sein, damit sie einander haben.
Was ein Glück, dass gerade in der Wurfkiste Gewimmel herrschte und wir uns einig wurden, beim Holen dürfen wir schauen, wer noch mitkommen darf - eine kleine Wurfschwester oder ein Bube aus einem zwei Wochen älteren Tantenwurf. 600km sind wir gefahren, aufgeregt, ob die Zuneigung beidseitig sein würde und wir die Prinzessin mit heimnehmen dürften.
Angekommen und was eine Freude - ein Rudel runder Fellknäuel, fröhlich tobend, ein paar grosse Jungs und zwei kleinere zarte Mädchen dazwischen, die von den Rabauken beim Spiel fast überrannt wurden.

Da war sie, Baileys, die Schönheit, die uns verzaubert hatte - freundlich, ein wenig schüchtern, aber liess sich gerne streicheln und zum Spielen ködern. Und dann war da noch ihre Schwester, Batida, die sich sicherheitshalber sofort in die geöffnete Transporttasche setzte "Ihr nehmt mich fei mit!". So ähnlich sie ihrer Schwester war, sie war doch ein wenig anders - etwas zarter, etwas kantiger und mit einer kleinen Schmollschnute, wenn sie einen ansah. Schnell war uns klar, die zarte Schwester muss nicht allein bleiben. Als Letzte vom Wurf übrig bleiben, das sollte sie nicht. Zwei Geschwister waren schon ausgezogen, diese zwei würden nicht getrennt werden und mit uns gehen.
Weil sie sich so ähnlich waren, dass wir sie kaum auseinander halten konnten wurde an einem Schwänzchen die Spitze der Haare gestutzt, so dass klar war, wer wer ist, bis wir es allein schaffen würden.
Beim Eintrag in die Liste der neuen Dosis dann ein riesiger Zufall: Vier Kätzchen waren es, ein Bube und drei Katzen. Der Kater weiter weg, aber die dritte Schwester war zu Nachbarn meines Bruders gezogen, in einer ebenfalls weit entfernten Stadt. Die Welt ist eben doch klein! Das würde später noch viel ausmachen für unsere Hummeln und auch für uns Dosis.

Die lange Heimfahrt haben die zwei Schätze damit verbracht, mit mir zu schmusen und zu schnurren - eine lange Zeit, um erstes Vertrauen zu finden. Es wurde nie geklagt, gemeinsam war der Weg auch weniger schwer, es gab ja immer eine Schwester zum Mut machen.
Baileys und Batida kamen gut an und auch wenn die kleine fast-übrig gebliebene Schwester, Batida, daheim unter vielen Cousins die Schüchterne war, bei uns angekommen konnte sie zeigen, aus welchem Holz sie geschnitzt ist. Raus aus der Tasche, erkunden und spielen. Ihre Schwester Baileys folgte ihr - zarter aber konsequent. Wir waren froh, hatten sie sich und konnten sie gemeinsam ins neue Leben starten.

Die Tage vergingen, wir fanden zueinander - zwei blaue Wirbelwinde, Faxen machen, Spielen, aus dem Fenster schauen ... und irgendwann auch schmusen kommen.
Wie es so ist - die Liebe sucht sich nicht die geraden Wege. Baileys - die Schwester, in die ich schockverliebt war, suchte sich meinen Freund als ihren Menschen aus. Schmusen mit ihm war ihr grösstes Glück und die Dosi war gemein, weil sie auch mit ihm kuscheln wollte.

Und dann war da unser Wildfang, Batida, die Spielen liebte, aber wenn ihre Schwester kuscheln ging eifersüchtig jede Bewegung beobachtete und sich dann gekränkt und einsam auf die Tonne im anderen Zimmer verzog. Mir brach das Herz zu sehen, wie sie sich ungeliebt fühlte, weil sie es selbst nicht schaffte, den Dosis so nahe zu kommen und ihre Schwester nicht mehr mit ihr kuschelte.
So trafen sich unsere zwei Herzen in der Zurückweisung. Wenn immer Batida sich verzog, habe ich sie zart besucht und ihr erzählt, dass sie nicht allein ist und sanft gestreichelt. Zunächst war sie entrüstet, was die Dosi da von ihr will - Spielen gern, aber Kuscheln - igitt!
Eine traurige Situation - bereit kleine Fellnasen mit Liebe zu verwöhnen - eine will einen anderen, die andere will gar niemanden und trauert.

Das war der Moment, wo die Schwestern wieder die Rollen tauschten, die runde, zufriedene Baileys, die erste am Napf und auf der Couch und die zartere Batida. Widerspenstig, ein wenig gerupft aussehend mit im Vergleich spitzen Gelenken und immer einem Rest im Napf. Die ersten eigenen Wege der Schwester waren schwer für sie und Batida passte einfach nicht mehr in die Welt. Was sie wollte ging nicht und was sie angeboten bekam wollte sie nicht annehmen. Die Schmollmaus war geboren.

Es machte mich traurig zu sehen, und dachte, so ist das leider, die Köpfchen und vor allem Herzen sind frei, ich kann nur versuchen zu trösten, wenn sie es will. In mir drin wuchs die Sorge, dass eine kleine Hummel bei uns unglücklich sein könnte und wir ihr nicht bieten, was sie sucht. Noch immer ging ich bei jedem ihrer gekränkten Rückzüge hinter ihr her, strich ihr Köpfchen, erzählte ihr, dass wir sie auch lieb haben, wenn sie es denn will. Brachte sie auf den Sessel im Wohnzimmer zurück, setzte mich davor auf den Boden und strich ihr übers Köpfchen. Und irgendwann blieb sie dort, statt gleich wieder entrüstet zu verschwinden.

Sonst war sie noch immer ein Pirat im Herzen: Sie war neugierig und gleichzeitig erschreckte sie sich immer wieder - vor allem das Bad hatte es ihr angetan. Ein Ort voller Abenteuer aber auch voller Schrecken: Ein grosser Satz und hups! Knöcheltief im ablaufenden Badewasser - das war bestimmt Dosis Schuld! Die Badezimmertür geht auf und Dosi steht da - mit Handtuchturban auf dem Kopf "Huch, besser buckeln und fauchen!". Neben Dosi auf dem Teppich spielen - "Huch die Klospülung, schnell weg!" - alles war immer ein Schreck. Wie könnte man der kleinen Maus das Leben nur schön gestalten?

Und dann das erste kleine Wunder - "Was macht Dosi da? Lass mich mal sehen!" und schon kletterte sie vom Boden auf den Wannenrand, von dort auf den Wasserkasten, auf den Waschbeckenrand. Grosse Kulleraugen: "Da kommt ja Wasser aus dem Hahn!" Vorsichtig balancierte sie auf dem Rand um den Hahn herum, juhu! Auf der anderen Seite konnte man nach dem Strahl haschen! Eine erste nasse Pfote und der Zwerg nahm Reisaus.
Doch beim nächsten Zähneputzen stand sie wieder bei mir - und wir hatten unser Ritual gefunden. Kaum war Dosi im Bad durfte der Wasserhahn ganz zart laufen und die Hummel konnte nach ihm haschen. Die Schwester und der Dosenpapa waren nicht erwünscht - nur wir zwei zusammen beim Wasserhahn. Bewegte ich mich zu sehr hüpfte sie davon, aber diese Momente gehörten von Anfang an uns.

Meine Wasserkatze war noch immer eine Maulemaus, am Essen mäkelnd, die Schwester eifersüchtig beobachtend, unwillig wenn die Dosi wieder mal kuscheln wollte. Spielen, ja, DAS war toll, wild und fröhlich immer wieder rumms auf die Dosi, um sie herum aber anfassen - bäh! Das sollte Baileys übernehmen! Batida wollte nur in schwachen Momenten kurz getröstet werden, Nähe konnte sie nur todunglücklich beobachten aber nicht zulassen. Dosi lernte bescheiden zu sein, gemeinsam mit Wasser spielen waren unsere Momente. Egal was war, unser kleines Ritual behielten wir bei. Der kleine graue Schatten, der zu mir hüpfte, wenn ich im Bad war, war was mir am Morgen das erste Lächeln schenkte und am Abend das letzte vorm ins Bett gehen.

Zwei wachsende Kätzchen und die Dosis brauchten nach ein paar Wochen mehr Platz - wir zogen um, und ich glaubte, damit sei das Ritual vorbei. Die erste Nacht im neuen Zuhause haben wir alle gemeinsam im Wohnzimmer geschlafen, mit einem klitzekleinen Schmuser, der die Nähe brauchte, weil das neue Zuhause noch so fremd war. Aber morgens schnell davonhüpfte. Im Bad in der Früh keine Maulemaus, am Abend keine Maulemaus...ein trauriges Gefühl! Bis die Tür aufgestupst wurde und ein kleiner grauer Panther hereinspazierte "Wo geht es hier zum Wasser!?"
Ein paar Tage noch und wir hatten uns gefunden - morgens beim Waschen und Schminken sass meine Badefreundin wieder bei mir und beobachtete alles genau - und diesmal mit einem Wunsch: Erst zart den Rücken und die Öhrchen kraulen und wenn das Kraulen fertig war ein Kopfstupser am Wasserhahn. Lief das Wasser konnte man mit dem Strahl spielen und neu auch an den Pfötchen schlabbern, die zufriedenste Katze der Welt.
Doch leider nur im Bad, anfassen oder schmusen woanders? Igitt! Die Dosis machten scheinbar vieles falsch - anfassen wenn sie nicht wollte, füttern mit nicht-Lieblingsfutter und ihre Schwester... immer noch verliebt in den Dosi! Und dieser Staubsauger, ein Teufelsdrachen!
Auch wenn sie glückliche Momente hatte, schien es doch, als sei sie nicht zufrieden mit uns und immer zu einem Teil "nicht da". Oft sass sie auf der Tonne und starrte unglücklich, wenn ihre Schwester kuschelte. Oder wanderte sie dann leise maulend ins Büro, um vom Schreibtisch aus die Welt zu beobachten und von der Ferne zu träumen. Wenn ich sie dort besuchte durfte ich das Köpfchen streicheln doch oft hatte ich das Gefühl, wenn sie könnte, sie würde nur weit weit weg von uns wollen...

Ich hoffe, ihr habt schon ein kleines Bild im Kopf, von einem grauen etwas kantigen Kitten mit grossen Augen und einer Schmollschnute - das auch bei der Liebe etwas kantig ist - mit einer Schmollschnute.

Morgen oder übermorgen erzähle ich euch mehr.
 
  • Die Geschichte einer grossen Liebe Beitrag #2
Hallo,

ich habe gerade gesehen, dass Dein Beitrag untergegangen ist. Das tut mir sehr leid.

Du schreibst so liebevoll von Deinen Mäusen :-(
Vielleicht magst Du uns Eure Geschichte trotzdem weiter erzählen?
 
  • Die Geschichte einer grossen Liebe Beitrag #3
Huhu,
Ich würde auch gerne mehr von dieser wunderschönen Geschichte lesen....
Magst du uns auch Bilder zeigen?
 
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