Hallo!
Ich bedanke mich erst einmal herzlich fuer all die vielen Antworten!
Wo fange ich an... hmm vielleicht gebe ich mal wieder wie mein Freund mir den bisherigen Lebenslauf des Katers erlauetert hat, um einige diverse hier gestellten Fragen zu beantworten.
Die damalige Freundin meines Partners hatte eine Katze. Das ganze ist um die 9 Jahre her. Anscheinend war diese auch nicht sterelisiert (sagt man das so oder auch kastriert bei Weibchen?). Nunja, sie kam traechtig nach Hause, zu einem Zeitpunkt als die Beziehung in die Brueche ging. Seine Ex hat ihn dann sozusagen mit der traechtigen Katze "sitzengelassen". Er hat sich ein Haus gekauft, umgezogen und die Katze mitgenommen, weil er halt kein Arsch ist. Wenn ich mich nicht irre wurden 3 Katzenbabies geboren, 2 konnte er bei Familienmitglieder unterbringen, die letzte, also sein jetziger Kater, hat er behalten. Die Katzenmutter sei aber dann sehr krank geworden und starb. Ich weiss nun nicht genau wie lange Katzenbabies bei ihren Muettern bleiben muessen, aber ich glaube sie starb auch etwas verfrueht. Ich habe mal gelesen, dass sowas auch eine gewisse Verhaltensstoerung bei Katzen ausloesen kann, wenn sie zu frueh von der Mutter getrennt werden? Der Kater war dann eigentlich Freigaenger, und ja UNKASTRIERT!!! Leute glaubt mir, auch ich habe den Kopf geschuettelt. Er war also Freigaenger fuer ca 3 Jahre, soweit ich weiss unregelmaessig draussen, aber er war draussen und wollte auch raus. Nach Aussage meines Freundes lies aber anscheinend der Drang rauszuwollen nach und es haette sich dann eingependelt, dass er eine reine Wohnungskatze wurde. Wie mein Freund stark betonte, auch aus dem Grund, dass er selber erwachsen geworden ist und es dann unverantwortlich fand, unkastrierte Katzen rauszuschicken. Einsicht kam spaet aber immerhin... somit wurde die Tuer einfach zugemacht und der Drang des Katers ob er eventuell mal wieder rauswolle, nicht mehr kontrolliert.
Ich habe meinen Freund auch gefragt, ob er ueberhaupt eine Katze haben wollte? Die Antwort die ich bekam schockte mich. Er meinte wortwoertlich er wollte den Kater nicht erschiessen, drum hat er ihn behalten. Ich war verbluefft, was ist das fuer eine Antwort??? und habe nachgehakt. Anscheinend laueft das Ganze in Norwegen ein bisschen anders ab als in Deutschland. Leute tendieren hier wohl eher dazu Katzen zu erschiessen!!!!, da es keine wirklichen Auffangstationen mitten in der, was man ja so sagen kann, Wildnis gibt blabla bla. Da lob ich mir ja mein Vaterland... was kann ich dazu noch sagen naja, einfach nur unglaublich, aber er meinte so kenne er es halt hier (hoffentlich nur ein regionales Unding:-x). Wie auch immer, da er auch mit Katzen aufwuchs, behielt er halt das kleine Fellmonster obwohl es ihm eigentlich selber nicht unbedingt so passte. (haette man die Mutter ja kastrieren lassen sollen............)
Nun ja der Kater, ebenso unkastriert, ist in dieser Wohnung seit 5 Jahren. Des Kater's Tagesablauf war dann sozusagen NICHTS TUN und auf Herrchen warten, da mein Freund halt auch unregelmaessig in Schichten arbeitet (Marine). Als ich hier das erste Mal war habe ich ihn gefragt wo der Katzenbaum und das Spielzeug sei. Er behauptete er haette alles moegliche mit der Katze durch, gekaufte Katzenbaeume, selbstgezimmerte Baeume, Tonnen an Spielzeug gekauft und gespielt, aber der Kater waere nie wirklich an solchen Dingen interessiert gewesen. Halt teilnahmslos. D.h. also dass der Kater im Prinzip (wenn ich nicht hier bin) schlaeft, frisst, Pipi und Pupu macht und wartet, dass sein Besitzer nach Hause kommt um ihn dann mit angesammelter Langeweile und Liebe zu ueberhauefen. Ist ja auch verstaendlich, er hat ja nichts anderes zu tun!
Jetzt bin ich halt sehr oft hier. Und klar, es steckt mehr dahinter als nur die "ueberwaeltige Liebe" des Tieres weshalb ich mich unwohl fuehle. Es ist eine komplett neue Umgebung fuer mich, ein neues Land, andere Sitten und Mentalitaeten etc. Viele neue Sachen, Leute, ein neuer Lebensabschnitt. Ich bin halt noch fremd mit allem, darum sehne ich mich einfach als erstes nur nach einem zu Hause, in dem ich mich sicher und wohl fuehlen kann. Die Energie zu tanken um das alles bewaltigen zu koennen.
Doch nun komme in ein sehr eingefahrenen Haushalt, von einem Mann der 8 Jahre Single war, EIN SEEMANN ist (lol) und meiner Meinung nach wahrscheinlich ueber diese 8 Jahre auch so einige Dinge mit seinem Kater vernachlaessigt hat. Und diese "Vernachlaessigung" und schlechten Angewohnheiten machen mir dieses potentielle zu Hause gerade sehr unattraktiv. Er liebt seinen Fellknaeul, das steht ausser Frage, aber gewisse Dinge (wie ich zuvor schon erwaehnte) wurden einfach nicht regelmaessig von ihm erledigt. Katzenklo sauebern, frisches Wasser, festgelegte Spielzeiten.. etc. Sie wurden dann lari fari mal dann und dann erledigt wenn er gesehen hat,oh Napf war leer oder Klo zu voll. Sorry ist so gewesen!!! Ich denke aber auch mit Schichtdiensten kann man eine gewisse Struktur beibehalten. Ich bin auch der festen Ueberzeugung, dass ein Tier eine gewisse Routine benoetigt. Diese grundlegenen Beduerfnisse erfuelle ich nun taeglich, bzw kontrolliere ich wenn mein Freund es mal wieder "vergisst". Wie gesagt, was ich hier nur am Anfang vorfand, passte nicht in meinen Vorstellungen. Ebenso des Kater's Verhalten nicht.
Wie ich halt sagte, ich bin mit Hunden aufgewachsen. Ich war mit all unseren Hunden in der Hundeschule, alle 3 waren sehr gut erzogen und hoerten aufs Wort. Sicherlich bin ich irritiert denn, wenn ich meinen Hunden gesagt habe "bleib auf deinem Platz!" blieben se da. Die Hunde schliefen die Nacht ruhig durch (meine zumindest), brauchten nicht sooo unendlich viele Streicheleinheiten um gluecklich zu sein. Eine Katze funktioniert da wohl nun mak komplett anders, oder zumindest dieser Kater. Wenn ein Hund sich nen Hackfleischbaellchen vom Tisch klaut, weiss er nach 10 Stunden noch genau warum ich auf den Tisch zeige, eine Katze nicht. Deren Erinnerungs-Spanne geht 1 Minute? Tausende Beispiele die mich sicherlich irritieren, da ich nun mal mit Verhaltensweisen von Katzen unerfahren bin. Ich bin es halt einfach nicht gewoehnt so ENG mit einem Tier zusammenzuleben. Mit eng meine ich, ein Tier 24/7 an mir foermlich kleben zu haben

und ja, es fuehlt sich im Moment so an, als wuerde der Kater andauernd in meine Komfortzone eindringen und das stresst mich extrem. Ich bin von Natur einfach nicht der Mensch der das andauernd mag, sowas sucht man sich nicht aus, das kann ich mir auch selber nicht abgewoehnen. Aber ich versuche immer mein Bestes es dem Tier nicht zu zeigen, bleibe geduldig und ruhig. Ich moechte diese sonst wirklich tolle Beziehung wegen sonem Murks nicht beenden, ebenso moechte ich nicht, dass der Kater geht. Bloss moechte ich das fuer die naechsten vllt 10 Jahre so wie es jetzt ist handhaben? Mein eigenes Wohlbefinden jeden Tag im Stillen zurueckschrauben? Ich brauche doch nur ab und zu ein bisschen Freiraum fuer mich allein. Es geht immerhin schon ein Jahr so und ich habe wohl einfach meine Toleranzgrenze erreicht. Definitiv møchte ich das so nicht, drum suche ich nach guten Ratschlaegen um die Situation zu verbessern, mit Kompromissen die fuer uns alle funktionieren.
Ich glaube aber hier in diesem Fall ist es nicht einfach nur das fundamentale Verhalten einer Katze, ich glaube das ist individuell mit diesem Kater viiiiel komplexer. Er scheint mir teils in einer Aphatie gefallen zu sein, aber vllt ist das normal mit Katzen, ich weiss es nicht. Er laueft etliche Male zum Futternapf, gleiche Route, setzt sich danach jedesmal auf den gleichen Platz in die Tuer, starrt 5 min gegen die Wand, das geht manchmal so an die 30 Male im Kreise. Er sitzt vor der Gardine wenn er nen Vogel hoert, anstatt dahinter mal rauszuschauen. Wenn ich sie fuer ihn oeffne, geht er uninteressiert weg. Spielen ist nach 5 Minuten maximal total uninteressant fuer ihn. Habe ihm schon kleine Futterwundertueten selbst gebaut, vereinfacht weil ich dachte, er muss da wieder "reinkommen" er gibt nach wenigen Versuchen auf. Das einzige was er nicht aufgibt, ist die unendliche Suche nach menschlichem Koerper/Ohr/Augenkontakt.
Ich bin jetzt immer wieder sehr lange Zeiten hier, auch um meinem Freund in dem Thema in den Arsch treten zu koennen. Anscheinend muss ich das Ruder in die Hand nehmen. Ich muss nur wissen was ich tue. Kastration scheint wohl der erste Schritt zu sein. Mein Freund war allerdings schon vor paar Monaten beim Tierarzt, Check up machen. Habe ihn gebeten sich vom Tierarzt wegen Kastation direkt mitberaten zu lassen. Das Endresultat war, dass der Tierarzt wohl meinte "Der Kater verhaelt sich normal, Werte normal, bla bla muesste man nicht unbedingt durchfuehren" Aha... ja toll, so verblieb es wieder mal mit NICHTS. Mein Freund fragte mich trotzem ob ICH eine Kastation wolle, damit der Kater eventuell wieder rausgehen kann. Ich meine, sorry aber das ist doch sein Kater und sollte seine Entscheidung sein oder? Er verblieb mit Geschichten, dass wenn der Kater rausgeht, er verletzt werden koennte blabla bla, also soll ich diese Entscheidung treffen und dann die Verantwortung tragen, wenn der Kater sich im Freigang verletzt? Scheint eher so als haette er, DER MENSCH, kein Bock dass das Tier wieder rauskommt. Also keine Ahnung, ich bin einfach am Ende mit meinem Latein.
Ich wuerde halt viele Dinge, den Kater betreffend, anders machen, vorallem viel konsequenter und routinierter, aber es ist nun mal nicht mein Tier. Soll ich diese Dinge trotzdem verlangen? So wie ihr alle schreibt, scheint eine Kastration doch schon wichtig fuer das Wohlbefinden des Tieres zu sein? Des taeglichen "Drang" schon halber. Wenn es so ist, dann werde ich gerne die Verantwortung dafuer uebernehmen.
Mit Zweitkatze kann ich gerade keine Aussage machen, soweit ich weiss hat er das schon mal probiert (mit dem Kater's Bruder) und es war eine Katastrophe, najavllt weil nicht kastriert lol. Ehrlich gesagt weiss ich auch nicht ob ich noch eine zusaetzliche Katze in diesem momentan schon limitierten Haushalt bringen moechte. Der Platz ist gering und der momentane Zustand schon stressig genug. Dann auf "gut Glueck" probieren, laueft wohl auch nicht so einfach in Norwegen. Wie gesagt: Nimmst du eine Katze, bleibt sie bei dir oder wird erschossen, wenn se kein anderer nimmt... selbst in Deutschland.. dann einfach wieder ins Tierheim geben??? Da ich auch noch nicht hier lebe und mein Freund viel auf Arbeit ist, wer wird sich dann um die Zusammenfuehrung in so einer kleinen Wohnung kuemmern? Rauemlich, zeitlich... das wird im Moment zumindest nicht klappen. Drum hatte ich halt die Idee, den Kater wieder zum Freigaenger zu machen. Bzw natuerlich wenn der Kater das auch moechte, aber probieren kann man es ja. Wenn er denn dann will, dann kann er sich auch mit der Nachbarskatze treffen die hier eh schon immer vor dem Fenster sitzt und draussen erkunden und was erleben, sich BEWEGEN, damit er auch mal ausgepowert ist. Es klingt fuer mich zumindest am logischsten. Er kann wieder raus und hier drinnen herrscht dann mal bisschen Ruhe fuer paar Stuendchen inne Woche, Win/Win. Oder stelle ich mir das zu einfach vor? :-?