Als Du gings, zog sich der Himmel zu, um Dich kleiner Engel zu holen…
Nie werden wir Dich vergessen mein lieber Schatz…
2001
Wir wissen nicht alles über Deine Vergangenheit, aber wir wissen, dass Du ein treuer und ungeheuer lieber Kater warst, den liebsten, den wir bisher trafen.
Irgendwann wurdest Du geboren. Das genaue Datum wussten wir nicht genau, nur dass es um 2001 war. Also beschlossen wir, dass Dein Geburtstag am 24. August sein sollte, genau wie Dein Bruder. Das war der Tag, an dem wir Dich 2008 zu uns holten…
Du warst sicherlich ein süßes Baby mit Deinen Streifen und Deinen weißen Socken. Deine wunderschönen grünen Augen zogen uns sofort in den Bann., man konnte sich verlieren.
In Deiner Vergangenheit musstest Du Dich auch gerauft haben, denn an Deinem rechten Öhrchen hattest Du eine kleine Kerbe. Das Raufen entspricht aber nicht Deinem Charakter, denn jeder kannte ich nur als verschmusten und friedlichen Kater.
Du gingst sicherlich allen Streitigkeiten aus dem Weg, ordnetest Dich eher unter.
2008
Viele Jahre musstest Du in einer großen Katzengruppe leben, wo Du sicherlich untergegangen bist. Von Tierschützern bist Du ins Tierheim gekommen, wo u wiederum lange warten musstest, bis wir Dich fanden. Keiner wollte Dich und Deinen Bruder. Das war für uns unverständlich. Es war gleich Liebe auf den ersten Blick. Wir vier waren ein tolles Gespann.
Mit dem Eingewöhnen hattest Du etwas Probleme. Hattest Dich doch glatt vor uns versteckt. Dein Bruder musste Dich suchen, die Schuhablage bot sich als das perfekte Versteck nahezu an. Gefunden haben wir Dich trotzdem. Es dauerte seine Zeit, bis Du begriffen hast, dass Du nun ein endgültiges Zuhause gefunden hast, in Deiner Familie.
Irgendwann hast Du verstanden, dass man ganz toll auf Deinen Menschen schlafen kann. Gekrault zu werden wurde zu Deinem Lieblingssport. Aber Deine Königsdisziplin war das Kampfschmusen. Man konnte sich abends kaum hinsetzen – schon hast Du auf dem Schoß gesessen und hast einen mit Deinen großen wunderschönen Augen angeschaut. Nie werde ich Deine Nasenküssen vergessen, sie fehlen mir so.
So manche Höhen und Tiefen haben wir miteinander geteilt. Wenn einer von uns traurig war, warst Du immer in der Nähe. Nähe zu den anderen Katzen hast Du immer gesucht. Wie schön war es, Dich und Deinen Bruder, beim kuscheligen Nickerchen zu beobachten. Egal wo es, ob es bequem oder unbequem war, Hauptsache ihr konntet kuscheln. Sei es in einem kleinen Katzenkörbchen, der Kratzbaum, das Bett der Dosenöffner oder der Holzkorb – alles bot sich zum miteinander kuscheln an.
Die ersten Monate vergingen wie im Flug und schon nahte das erste Weihnachtsfest. Die erste Silvesterknallerei hast Du sehr gut überstanden. Du hattest sie beinahe verpennt.
Je länger Du bei uns warst, umso weniger Angst hattest Du vor lauten, unbekannten Geräuschen.
Die erste Zahn-OP stand an, Dein Mäulchen war voller Zahnstein. Sicherlich hast Du Dich schon lange damit rumgequält und konntest schlecht essen. Diese erste Hürde hast Du meisterhaft bewältigt. Danach schmeckte das Essen gleich doppelt so gut. Nach der OP hattest Du auch schon kräftig an Gewicht zugelegt.
2009
Wenn wir gewusste hätten, dass dieses Jahr das letzte Jahr gewesen ist, welches wir komplett miteinander verbracht hätten, dann wäre es sicherlich anders verlaufen. Viel ist geschehen in unserem Haus. Viele neue Dinge hast Du kennengelernt, viele neue Gesichter (seien es Menschen oder auch Katzen) sind Dir begegnet.
Direkt am Anfang des Jahres zog Plüschmadame Evita an. Sie war Dir suspekt (und Du ihr). Dennoch hattest Du keine Probleme mit ihr. Du hattest noch nie Probleme mit anderen.
Innerhalb des Jahres passierte so einiges. Möbel wurden angeschafft und es war so interessant, sich in dessen Kartons zu setzen und den Dosenöffnern beim Schuften zuzusehen.
Generell fandst Du Kartons und Knistertaschen sehr interessant. Es dauerte nicht lange und schwups – Du hast drin gesessen.
Ein neuer Kratzbaum wurde angeschafft, Du hast es geliebt ganz nach oben zu kraxeln und die Aussicht zu genießen. Oder auch die Kuscheldecken waren ein geeigneter Ort, um Dich dort niederzulassen. Es war einfach nur wunderschön, Dir beim Schlafen zu beobachten.
Geliebt hast Du auch die Käserollis. Oder auch alles, was die Menschen essen. Das Frühstück war kaum vor Dir sicher.
2010
Anfang des Jahres war alles, so wie immer. Wir waren mit Dir beim Doc, alles Routine. Wieder war der Zahnstein da und wieder musstest Du eine OP über Dich ergehen lassen. Diesmal wurden Dir auch drei Zähnchen gezogen, aber das alles hast Du prima gepackt. Leider musstest Du mehrmals zum Doc und Antibiotika nehmen. Jetzt glaubten wir, dass alles wieder gut sei, aber da hatten wir uns getäuscht….
Obwohl jetzt alles in Ordnung schien und Du wieder fressen konntest, nahmst Du leider nicht zu. Unsere kleine Fressmaschine futterte nur wie ein Spätzchen. Also stand der nächste Doc-Besuch an.
Der Doc entdeckte beim Abtasten eine Verdickung im Bauch. Du wurdest geröntgt, um nachzuschauen, was ist war. Du wurdest behandelt und wir sollten Dich im Auge behalten. Leider besserte sich Dein Zustand nicht wirklich. Irgendwann verging Dir die Lust am Futtern. Nichts schien richtig zu sein.
Wieder beim Doc: Auf dem Ultraschall konnten wir eindeutig sehen, dass sich die Verdickung im Darm befand. Der Doc tippte auf eine Entzündung. Die ganze Prozedur tat Dir weh…. Mein tapferes Mäuschen…. Wieder wurdest Du behandelt und wieder gingen wir mit einem mulmigen Gefühl nach Hause.
Seitdem sorgten wir uns noch mehr um Dich, die nächsten Wochen sollten Deine schwersten werden…
Tagtäglich wogen wir Dich und mit Erschrecken festzustellen, dass Du immer mehr abgenommen hast. Du bekamst zusätzlich Futter, was Du auch dankend angenommen hast.
Gegen Ostern verschlechterte sich Dein Zustand aber. Du hast Dich zurückgezogen, wolltest alleine sein. Diese 2 ½ Tage waren furchtbar und zum ersten Mal dachten wir, dass es vorbei ist. Wie oft wir beim Doc mit Dir waren – unzählige Mal. Und jedes Mal mit den Gedanken, dass es das letzte Mal gesehen sein könnte. Oft saßen wir im Wartezimmer und sahen andere Tiereltern, denen es ähnlich erging. Den Gedanken, Dich zu verlieren, war grauenhaft.
Irgendwann schlug uns der Doc vor, eine Biopsie zu machen, da er den Verdacht hatte, dass es ein malignes Lymphom sein könnte. Die Blutabnahme vor der OP hattest Du schon tapfer ertragen, es floss nur spärlich.
Die Nächte vor der Biopsie waren furchtbar, wir fanden kaum Schlaf. An dem Tag selber hatte ich Angst, dass ich Dich nicht wieder mit nach Hause nehmen werde. Du hattest Fieber, vermutlich schon seit Tagen. Es dauerte über eine Stunde, bis wir Dich wieder in Armen haltet konnten – lebend. Später am Nachmittag warst Du recht wach und wolltest überall hin.
Zwei Tage nach der Biopsie keimte die Hoffnung wieder auf. Du warst wie immer. Hast unsere Nähe gesucht und die der anderen. Hast geschmust und gekuschelt. Sogar meine heißgeliebten Nasenküsschen waren wieder da. Es war so wunderschön!
Es waren bange Tage. Dein Zustand verschlechterte sich wieder. Mittlerweile warst Du zu schwach auf den Beinen. Du wolltest nichts mehr fressen und auch die Pasten hast Du verweigert. Später hast Du sogar Deine Geschäfte neben die Toilette gemacht. Du warst immer ein sehr, sehr sauberer Kater.
Immer noch warteten wir auf das Ergebnis, auf das wir bereits 5 Tage gewartet haben.
Die Pathologie konnte den Verdacht eines Lymphoms nicht bestätigen, aber auch nicht ausschließen. Deinem Darm fehlte die Oberflächenvergrößerung und die Fähigkeit, Nahrung aufzunehmen. Du hättest so viel essen können, und hättest trotzdem nicht zugenommen.
Wir waren niedergeschmettert. Wir wussten, was wir eigentlich zu tun hätten. Aber die Entscheidung fiel uns trotzdem so schwer.
Bevor es soweit war, genoss ich die Zeit mit Dir, ich war schon seit knapp 2 Wochen vor Deinem Tag nicht von Deiner Seite gewichen (außer, wenn ich arbeiten musste). Unser Bett war Dein Zufluchtsort, es ist wohl ein letzter Liebesbeweis gewesen. Ich hatte eingesehen, dass Du Dich gequält hast, aber der Gedanke, ich gehen zu lassen tat so weh….
Am 27.04. war es soweit. Der Doc kam gegen 21 Uhr vorbei, sprach noch mal mit uns. Es war besser, dass es zu Hause passiert, im Kreise Deiner Lieben. Dein Bruder hatte von Dir Abschied genommen. Lange Zeit hatte er nicht mehr mit Dir gekuschelt, heute wich er kaum von Deiner Seite.
21.15 Uhr: Ich hoffe, Du hattest in diesem Moment keine großen Schmerzen. Es ging so furchtbar schnell. Du hattest dagelegen, als würdest Du nur schlafen. Unser Schmerz war unendlich. Der Gedanke, dass Du nicht mehr da bist, nie mehr mit uns sprichst, kuschelst und schnurrst…..
Wir haben Dich in unseren Garten begraben, so haben wir Dich immer bei uns. Es ist ein schönes Grab geworden, es hätte Dir sicherlich gefallen!
Etliche Male haben wir uns von Dir verabschiedet, ich habe viel mit Dir geredet. Ich weiß nicht, ob Du alles verstanden hast, aber wir sind sehr glücklich, dass wir Dich bis zum Ende begleiten durften. In der kurzen Zeit, die wir mit Dir verbringen durften hast Du uns so viel gegeben. Wir sind stolz, Deine ausgewählten Menschen sein zu dürfen. Dein tolles Wesen hat uns verzaubert. Deine Gegenwart genossen wir sehr. Viele Jahre hätten wir Dir gegönnt, aber as stand nicht in unserer Macht.
Wir hoffen, dass es Dir, da wo Du bist, besser geht. Wir vermissen Dich und werden Dich nie vergessen!
Denk’ immer daran, mein Liebling: Mama und Papa haben Dich sehr lieb!!!