Bald sind die Vier neun Wochen alt. Zeit für eine Zwischenbilanz.
Die letzten Wochen waren sehr stressig. Von den Giardien hätte man uns wirklich verschonen können. Ich würde sagen, meine Erfahrung als Pflegestelle hat so alles bereit gehalten: Ein scheue Mamakatze, eine nicht einfache Geburt, zwei tote Kitten und nun die Giardien.
Heute war ich im Tierheim. Ein entzückender Kater war in Quarantäne. Durch die Glasscheibe haben wir uns unterhalten. Er hat sich so gefreut, dass er einen Satz machte und plötzlich von der Fensterbank plumpste. Kater weg. Sehr gelacht. Er hat sich nichts getan und war keine Sekunde später wieder auf der Fensterbank.
Tobie, einer meiner Kitten, zieht nach. Jeden Tag eine neue Überraschung. Genauso wie er motorisch immer zwei, drei Tage länger brauchte wie seine Geschwister, so ist es auch mit seinem Vertrauen zu Menschen. Anfangs wollte er keine Streicheleinheiten und erschreckte sich, sobald ich auch nur die Hand nach ihm ausstreckte. In den letzten Tagen hat er sich immer wieder auf meinem Schoss gelegt und allmählich wird das. Erstaunlich, wie sehr sie sich noch entwicklen und verändern.
Kaspar ist der Mann im Haus. Ich glaube, er nimmt es mir übel, dass ich ihm hin und wieder noch den Po sauber mache und dass er nicht ins Schlafzimmer darf. Heute morgen hatte ich zum ersten Mal ein richtig schlechtes Gewissen. Sein Maunzen vor der geschlossen Tür war so bemitleidenwert. Ich bin nicht weich geworden, so schwer mir das auch fiel, einen katzenfreien Raum brauche ich und den verteidige ich. Gestern hockte ich auf allen Vieren auf der Türschwelle, vor mir die gesamt Katzenfamilie mit grossen Augen und ich wiederholend "Nein"... "Nein" ... "Neeein". Irgendwann ist die Karavanne in die Küche abgezogen. Jedenfalls ist Kaspar irgendwie verstimmt. Ich beobachte ihn.