Djuke ein paar Tropfen Blut abzuzapfen ist noch immer schwer. So arg dehydriert ist er nicht mehr, ich ziehe ihm regelmäßig das Nackenfell hoch. Vorher blieb die Hautfalte stehen, jetzt glättet sie sich. Trotzdem rückt er keinen Lebenssaft raus bzw. (viel zu) oft nicht genug, dass es zum Messen reicht.
Ich pflege seine gelochten Ohren, damit sie sich nicht entzünden. Das getrocknete Blut entferne ich immer mit meinem Gesichtwasser, alle paar Tage trage Cremchen oder eine leichte Cortisonsalbe auf, damit die Stiche heilen.
Ob mein Futterexperiment zum Erfolg führt, konnte ich bisher nicht richtig überprüfen. Gestern Abend, ca. eine Stunde nach dem Füttern hatte er "bloß" einen Wert von 419mg/dl. Das ist verhältnismäßig niedrig, denn ich habe ihn nach dem Schmausen nicht gespritzt und vorher keinen Wert ermitteln können, der Tropfen war zu klein.
Die Vermutung liegt also nah, dass ich es geschafft habe, seine Werte recht stabil unter 400 zu halten. Am 30.1. habe ich ihm abends Trockenfutter gegeben. Kurz vor 22 Uhr zeigte der Glukometer HI an, also einen Wert von über 500. Da war er schon gespritzt. Um Mitternacht auf 444 abgesenkt. Morgens gegen 9 wieder 464. Sehr komisch, gerade morgens sollte es doch niedriger sein. Ich beschloss, weniger Insulin zu spritzen. Jetzt bekommt er bloß noch 0,8. Mittags um halb 2 lag sein Wert bei 368.
Gestern früh war ich zu fertig, um gleich nach dem Aufstehen zu messen. Ich war auch spät dran, die Katzen bettelten. Ich wollte nach dem Füttern messen, nix ging. Heute quälte ich mich aus dem Bett, ließ die Katzen etwas warten. Ich brauche eine Weile, bis ich zu mir komme, meine Feinmotorik funktioniert und ich mich auf das konzentrieren kann, was ich tue. Vorher ist an einen Messversuch gar nicht zu denken. Ich schnappte mir den Opi, war gespannt auf seine Werte, und was war - 2 Versuche schlugen fehl.
Ich musste ihn wieder einmal spritzen, sozusagen ins Blaue hinein, und werde es später nochmal probieren.
Gar nicht so einfach, das alles auf die Reihe zu kriegen, wenn man selbst nicht so kann, wie man will. Ich hatte ein mordsschlechtes Gewissen gegenüber Djuke, als ich mich Ende Dezember nicht so gut um ihn kümmern konnte, weil es mir so schlecht ging. Ich konnte mich kaum rühren, Schmerzen, Medikamente, müde, belämmert, ich tat nur das Nötigste.
Jedenfalls bleibe ich am Ball, experimentiere, irgendwie werde ich den Zucker schon in den Griff bekommen.
Gestern war ich beim Tierarzt. Er hatte noch Geld zu bekommen fürs Caninsulin, ich besprach mit ihm mein weiteres Vorgehen mit Djuke und brachte ihm den Insulinpen, den ich kurz zuvor noch gekauft und nur wenig benutzt hatte und die Nadeln mit. Er hat eine "neue" Diabetikerkatze in Behandlung, den Haltern gibt er das gleich weiter. Das wird auch mit Spezialfutter und solchen Sachen so gehandhabt, was nicht mehr gebraucht wird kurz nach Anbruch, geht zurück, das bekommen dann Tierhalter, die nicht so viel Geld haben.
Neulich war Djuke wieder schwach auf den Beinen, ich sah ihn unbeholfen aus dem Katzenklo springen. Ich kaufe gerne günstig diese Plastikboxen mit hohem Rand, damit ich im Bad wieder glatten Boden habe statt Schotterbelag. Die Katzen buddeln und scharren in der Klumpstreu, die ich hoch auffüllen muss, sonst wird der Boden freigeschaufelt vorm Pinkeln und ich kann den Lehm unten abkratzen. Außerdem kostet eine Box gerade mal 4€, das ist okay, weil Katzenklos aus dem gleichen Material sind gleich viel teurer.
Ich sah Probleme wegen dem hohen Rand und dachte, Djuke kommt nicht mehr so leicht in die Schüssel. Also stellte ich ihm meinen Plastik-Fußtritt davor. Das Ding habe ich mal bei Ikea gekauft, eigentlich für Kinder, aber so kann ich mich im Badspiegel besser sehen.
Den nutzte er nicht, nahm das andere Klo. Na gut, dann eben nicht. Ich muss weiter beobachten, am Ende einen Einstieg aus den Schüsseln herausschneiden. Möglich, dass die beiden Häufchen von Djuke stammen, weil er es nicht ins Klo geschafft hatte.