Meine Pflegekatze Marla ist seit heute wieder im Tierheim. Ich erspare mir ein Smiley, ich fühle mich elendig, nein, ich halte mich für einen fürchterlichen Menschen, weil ich sie zurück ins Tierheim gegeben habe. Natürlich in Absprache mit den Mitarbeitern. Sie und auch ich denken, dass sie dort besser vermittelt werden kann, weil a) kein Interessent für eine erwachsene Katze extra zu mir fahren würde und b) Marla eh verschwindet, wenn Besuch kommt, kurz, die Interessenten sie nie und nimmer sehen würden.
Ursprünglich sollte ich sie nach unserem letzten Tierarzt-Besuch vor zwei Woche dort lassen. Da sie jedoch ihren Kragen noch tragen musste, nahm ich sie wieder mit. Und dann habe ich es ein bisschen hinausgezögert, gestehe ich ehrlich, brachte sie nicht letzte Woche ins Tierheim, sondern erst heute.
Gegen mittag war sie spurlos verschwunden und hatte ein perfektes Versteck gefunden: Unter meinem Bett, genau in der Mitte, unantastbar. Nach langem und gutem Zureden und schliesslich Möbelrücken konnte ich sie dann doch noch in die Tragebox bekommen. Da sass sie dann, ganz hinten, ganz klein zusammengerollt und ängstlich. Die Box zitterte, ich mache wirklich keine Scherze.
Die TÄ war zufrieden. Den Kragen hatte ich ihr schon letzte Woche abgenommen, damit sie noch ein paar Tage ohne dieses Ding hier leben kann.
Sie ist nun in einem schönen Raum mit einer Katze und einem Kater und hat die Möglichkeit zum "Freigang". Naja, es handelt sich um ein abgesichertes Gehege, halb draussen, halb drinnen, muss das nochmal genauer begutachten, zumindest ist es ein Gewinn für sie, hier hatte sie so etwas nicht. Die andere Katze ist noch ein Baby, nicht älter als ein Jahr, klein und zart und, ihr ahnt es, sie hat kürzlich Kitten bekommen. :evil::evil::evil:
Marla ist jedenfalls in guter Gesellschaft, so mein erster Eindruck. Die beiden anderen sind wirklich zuckersüss. Ich habe mir für alle Zeit genommen und Marla hat nach wenigen Minuten ihre Box verlassen und in Ruhe nach einem Versteck Ausschau gehalten. Ein kleines Wunder. Ich befürchtete, dass sie hektisch oder panisch wird, oder sich erst gar nicht aus ihrer Box traut und wieder so apathisch ist, da Neues sie für wenige Tage irritiert. Dies war glücklicherweise nicht der Fall. Sie hat sich tapfer geschlagen und ich hoffe nun, dass sie sich mit den Katzen in diesem Raum gut verstehen wird.
In den letzten Wochen habe ich mir natürlich sehr viele Gedanken gemacht. Mir ist es nicht leicht gefallen, sie zurück ins Tierheim zu bringen. Sie war jedoch immer Freigängerin und das kann ich ihr hier nicht bieten, kein Balkon, obere Etage, ganz zu schweigen von der katzenunfreundlichen Umgebung. Sie kommt aus einem Haushalt mit vielen, zu vielen Katzen. Kätzische Freunden wären sicher genau das Richtige für sie. Räumlich fehlt mir auch dazu die Möglichkeiten. Nicht zuletzt die finanzielle Mittel und der Zeitfaktor. So rede ich mir die ganze Sache momentan erträglich, wie man bemerkt.
Morgen besuche ich sie natürlich und übermorgen und überübermorgen... Mein Vater sagte heute, dass ich die Abstände immer größer werden lassen soll. Kurzzeitig dachte ich, er redet von einer ärtzlichen Behandlung, wo man bei guten Ergebnissen immer seltener zur Kontrolle muss. Naja, wie auch immer, ich berichte natürlich weiter über Marlas Weg und vielleicht meldet sich ja hier noch jmd. auf meinem Thread im Bereich "Angebote".