hatte ich mich ja so saumäßig geärgert, daß wir evtl. für nix und wiedernix das mühsam aufgebaute Vertrauen geschädigt haben. Wir sollten ja Freitag zur TÄ zum 2. Impftermin. Locken wie auch die harte Tour haben absolut nichts gebracht, sodaß wir dann abgebrochen haben. Bis Dienstag könnten wir noch vorbeikommen, dann müssten wir nochmal von vorne anfangen. Da wir Mo und Di immer lange arbeiten müssen, haben wir jetzt beschlossen zu warten, bis es nötig ist zur TÄ zu gehen, der Kastratermin ansteht oder die Beiden sich anfassen lassen.
Wir werden jetzt Erna und Willi gezielt trainieren, also Leckerchen konsequent mit Händekontakt verbinden. Da kommen sie nämlich immer ganz dicht heran. Ab und an funktioniert es schon, daß Willi nicht panisch wegrennt, bzw. gleich wiederkommt. Bei Erna sind wir noch vorsichtig, weil sie die Ängstlichere von Beiden ist.
Mir geht´s glücklicherweise auch ein wenig besser mit meinem Heuschnupfen. Die ersten Medikamentennebenwirkungen (Herzrasen, Zittrigkeit) haben sich gelegt, jetzt habe ich mit Heiserkeit zu kämpfen. Wenn ich das Inhalationsmittel bald wieder absetzen kann, geht das aber wohl zügig wieder weg. Ansonsten bin ich einfach nur platt. Aber so langsam habe ich mal wieder Energie, um mit meinen Kleinen zu spielen.
Heute lag Willi auf dem großen Wollteppich und sah so winzig aus. Wenn man die Süßen jeden Tag sieht, hat man das gar nicht so im Kopf. Erna hat so was Großes im Gesicht, aber die großen Ohren weisen noch darauf hin, daß sie noch wachsen muß. Willi hat eher sowas koboldhaftes im Gesicht und eben auch die großen Ohren. Er ist insgesamt etwas kleiner als Erna, der Unterschied ist aber minimal. Auch wenn er an der Sofakante liegt merkt man, wie klein er ist.
Am Freitagabend sind die Zuckerschnuten sofort angekommen, als sie die Leckerchentüte gehört haben und sogar aufs Sofa gekommen. Nachts sind beide über die Betten gehüpft, haben sich sogar bei Männe zwischen die Beine gelegt. Also haben sie uns glücklicherweise verziehen. Männe meinte sogar, daß sie noch am gleichen Abend der mißglückten Einfangaktion einen sehr zugewandten, fast anhänglichen Eindruck gemacht haben. Sehe ich auch so. Als ob sie sich für ihr Verhalten entschuldigen wollten... Was natürlich nicht so ist und auch nicht notwendig wäre. Die zwei Fellpuper können ja nix für ihre Angst. Aber wir sind dafür verantwortlich, daß sie sich rundum wohlfühlen. Und das mit den Händen bekommen wir bestimmt hin.
Und was die Zwei erzählen die letzten Tage! Erna quietscht, knarrt und maunzt (!), am Liebsten in den frühesten Morgen- und spätesten Abendstunden. Willi hat immer einen Schwank auf Lager, wenn einer von uns seinen Weg kreuzt. Ach ja, meine zwei geschwätzigen kleinen Felldinger! Ich freu mich weiter aufs Schmusen, aufs Heimkommen, aufs Gewecktwerden, aufs Spielen, auf die Schmatzgeräusche, die Stinkwolken, die allerliebsten Gesichter,.... *glücklichseufz*