Mann nennt uns in gewissen Kreisen auch „Dachhase“.
Ich habe lange vor dem Spiegel gestanden und habe den Hasen in mir gesucht.
Habe von den Ohren bis zu den Hinterpfoten geguckt und festgestellt, dass ich keinerlei Ähnlichkeiten mit einem Dachhasen habe.
Wie komme ich darauf?
Ostern ist vorbei, beziehungsweise noch nicht in Sicht. Wir befinden uns kalendarisch gesehen zwischen Ostern und Weihnachten oder zwischen Vorweihnachten und Ostern.
Wie komme ich darauf?
Ach, es kann sein, dass ich in der letzten Zeit zu oft auf das Dach nebenan geschaut habe, wo unser Zweipfotiger darauf herum gekraxelt ist und meine Freundin unten gestanden hat. Wir hatten immer unsere Blicke nach Oben gerichtet, wo die alten roten Pfannen vom Dach auf der Wiese zerschellten. Unser Zweipfotiger war schwindelfrei, so gut wie, was wir daran gesehen haben, dass er nicht vom Dach gefallen ist. Wie er mir versicherte, sei er mit Batman verwandt und er würde nicht vom Dach rutschen und das Schicksal mit den roten Dachpfannen teilen. So habe ich mich auch getraut während der Aktion, mal ein Auge zuzukneifen und nur dem Klang der zerschellenden Pfannen zu lauschen.
Als die Alten vom Dach waren, ging es daran die neuen gen Himmel zu hieven.
Wenn Mann nicht alles selber macht, kann er lange warten. So neu sieht es nun aus, das Dach nebenan. Eine Augenweide in schwarzen samtig glänzenden Dachpfannen.
Respekt vor der Leistung!
Wären unsere Zweipfotigen Eichhörner, so hätten sie es einfacher gehabt, auf dem Dach herum zu turnen. Dann hätten sie aber Walnüsse gestohlen, aber kein Dach gedeckt.
Apropos Eichhörnchen. Ich beobachte diese Gattung von Tier genau, die sich im Moment vermehrt bei uns im Garten tummeln.
Ich sage euch, es sind wahre Diebe. Sie turnen lautstark in den Bäumen herum. Angeln sich schlechtgelaunt von Baum zu Baum, weil sie in unserem Revier davon auszugehen haben, dass der Fritz ihnen auflauert.
Sie versuchen die Walnüsse in ihre Sicherheit zu bringen. Ich habe gehört, dass sie die Nüsse als Winternahrung irgendwo vergraben, aber sie sind so dusselig, dass sie ihre Schätze nicht wieder finden. Sie sollten sich die Stellen eben markieren. Sie scheinen in keinster Weise lernfähig zu sein, sonst hätten sie ihre Taktik in irgendeiner Weise revolutioniert. Ich habe noch mit keinem Eichhorn gesprochen, vielleicht arbeiten sie daran. Ich werde sie im Auge behalten!
Diesen Herbst ist die Walnussernte äußerst üppig ausgefallen. Wenn ich unter dem Baum herschleiche, kann es mir passieren, dass mir so ein Oschi auf dem Kopf fällt. Auch wenn sie durch eine Schale gepolstert sind, schmerzt es schon gewaltig, wenn sie meinen Kopf treffen. Aber ich bin ja nicht unklug. Für die Zeit, wo es Nüsse regnet, nehme ich einen kleinen Umweg durch das Blumenbeet in Kauf. Nur die drei Jungs, die sind von der harten Sorte, die laufen immer drunter her.
Kann es sein, dass ich den Bruno mit einer Art von Schutzhelm gesehen habe?
Eben auch kein Dachhase!