Pfauensommer im Park

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Kaetchen31

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Mittlerweile ist es Sommer geworden.
Manchmal bemerkt Katz erst diese Tatsache, wenn es Zeit ist wieder auf dem Dach zu sitzen. So wie der Bruno es tut. Er kann stundenlang, meist gegen Abend, auf dem First hocken und sich die Flügelschläge der erbosten Schwalben um die Nase wehen lassen. Der Bruno lacht und hält das Schlupfloch mit den Pfoten zu. Die Vögel schimpfen und fliegen wie Wild gewordene Nahkampfbomber um seinen Kopf. Manchmal muss ich mich wundern, dass sein barocker Popo auf dem schmalen Grat Platz hat. Meine Vermutung ist, dass sein Bauch sich auf den Dachschindeln festgesaugt hat und er einen sicheren Sitz hat. Manchmal macht es mir den Eindruck, dass er eingeschlafen ist. Bewegungslos, die Augen geschlossen, hockt er wie eine Galionsfigur am Rande des Abgrundes.
Der Fritz hat es im Moment mit Maulwürfen jeglicher Art. Kleine oder große schleppt er an und versucht ihnen wohl Kunststückchen beizubringen. Diese pelzigen Gesellen scheinen permanent schlechte Laune zu heben. Sie versuchen zu entkommen. Sie graben mit ihren riesigen Pranken in alles, was ihnen in die Quere kommt. Das sind missgelaunte Zeitgenossen und auch nicht gerne irgendwo zu Besuch. Aber wenn ich auf einmal woanders wäre, hätte ich auch keine gute Laune. Ich vermute stark, dass Maulwürfe Einzelgänger sind. Das rührt alleine von der Tatsache her, dass sie sich meistens im dunklen Schoß der Erde aufhalten und dementsprechend ist ihr Augenlicht. Man sagt nicht umsonst „er ist blind wie ein Maulwurf“.
Ich sollte den Fritz mal zur Volkshochschule anmelden, um die Gebärdensprache zu lernen. Vielleicht klappt es auch dann mit den unterirdischen Nachbarn...
Es ist Sommer, nicht zu warm und nicht zu kalt. Katz kann diese Witterung recht gut ertragen. Nur diese vermehrten Stürme, die halbe Wälder abroden, geben mir zu denken. Immer öfter toben die unbändigen Naturgewalten durch unseren Garten und reißen alles mit, was nicht verwurzelt ist. Taubeneier große Hagelkörner fallen auf die Erde nieder, als wenn das Ende der Welt gekommen wäre.
Bei Paulines Zweipfotigen haben die Unwetter die ganze Gärtnerei in Schutt und Scherben gelegt. Gut war nur, dass der Zweipfotige die Versicherung nicht gekündigt hat.
Es ist herrlich, durch den Garten zu schleichen und nachzuschauen, ob noch alles beim Alten ist. Nur letztens wurde ich doch von Unruhe und Neugier getrieben. Die Zweipfotigen haben Zäune weggerissen und Büsche und Bäume gefällt. Der Zaun wurde auf ein paar Kilometer versetzt. Nun besitze ich ein Anwesen, wo ich eigentlich ein Fernglas benötige und ich habe mir schon überlegt, mir einen geländegängigen Golfwagen anzuschaffen, damit ich die unendliche Weite nicht auf meinen Pfoten bewältigen muss. Freier Blick nach allen Seiten. Das ist nach meinem Geschmack!
Unsere Zweipfotigen haben das Wiesenproblem mit einem Rasenmäher gelöst, auf dem sie sitzen und der Rasen wie von alleine gekürzt wird. Nun, wenn Mensch einen solchen Park besitzt, muss er viel dafür tun. Ich bin Gott sein Dank nicht fürs Rasen mähen zuständig.
Ich bin nur mal gespannt, was ihnen als nächstes in den Sinn kommt. Ich hörte nur etwas von „Weinbergen“...
Meine Freundin hat ein paar gemütliche Sitz- und Liegeflächen auf dem Anwesen verteilt, wo wir ganz gemütlich pausieren können. Die Elisabeth achtet darauf, dass nichts gestohlen wird.
Nur keine Hektik, sie ist ja auch nicht mehr die Jüngste. Abgesehen davon, so ohne Zähne, was will Katz großartig reißen?
Ach, da gibt’s ja noch den kleinen Finni, der immer spielende, springende, übermütig kletternde Finni, der seine Nase und seine Pfoten in jedes Bodenloch steckt, was ihm begegnet. Der nervt manchmal. Oft kann ich nicht in Ruhe meine Runden gehen, da lauert er schon wieder in irgendeiner Ecke.
Letzte Woche wollte er einen Pfau erledigen, der im Wald auf einem Ast saß. Er war sicherlich dreimal so groß wie er und schien auch noch schlechte Laune zu haben. Da kam ihm der kleine Kater gerade recht. Angst hatte niemand von beiden. Sie haben die Sache ausgesessen und der Pfau konnte unbehelligt seiner Wege gehen. Die Warterei wurde dem Finni doch zu viel. Er besitzt keinen langen Geduldsfaden, finde ich. Wir schreiben es seinem jugendlichen Leichtsinn zu. Aber nun weiß er, dass ein ausgewachsener Pfau eine Nummer zu groß für ihn ist. So beschränkt er sich auf Mäuse, die er nach Hause einlädt, zum Kaffee...(2006)
 
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