Heute habe ich ein K gefunden, bin ich so drüber gestolpert; ich vermute, dass es dem Max gehört. Der ist nämlich heute ohne K unterwegs; der Max ist, wie die anderen zum „Ater“ geworden. Man hat ihm das K einfach so- schnipp- schnapp abgeschnitten. Keine wohlige Vorstellung für die männlichen Zweibeiner, was?
Nun, der Max hat für heute Hausarrest und erholt sich; von was, weiß er selber nicht. Tut mir auch leid; aber was muss, das muss- ab!
So denke ich heute über Tabus nach. Jeder hat ja sein Eigenes. Ich nicht, unsere Art eigentlich nicht; ist eben nur eine menschliche Charaktereigenschaft, oder?
Wenn ich mich hier in unserer Wohnung umschaue, gibt es nicht sonderlich viele K- Tabus.
Das sind solche Sachen, die fein in der Gegend herumstehen und für uns Spielenden und Kletternden t a b u sind- eben K at z e n – T a b uuuuuuuuuuuuu!
Das Meiste davon haben wir eliminiert, unsere Behausung ist eine K- freundliche, dank unserer durchsetzungsstarken geschmackvollen Pfoten mit Liebe zum Detail.
Im Moment arbeiten wir an der Beseitigung dieser komischen Pflanze im Schlafzimmer, die so schäbig vor sich hin rankt, auf der man nicht gescheit klettern und schon gar nicht kratzen kann. Fazit: weg damit!
(Wir arbeiten alle daran, vorwiegend nachts)
Unsere Menschen haben sich das Grobe, beziehungsweise, das Feine fast abgewöhnt. Bei uns sieht es aus, wie bei den Weasley´s (der Freund von H. Potter); mir gefällt es...
So haben meine Menschen auch jede Menge Geld gespart, wenn sie das ganze Angebot an „Stehrumsel und Gebamsel“ erst gar nicht kaufen. Wer soll das auch alles putzen oder wer verlangt von mir und den anderen einen Bogen Drumherum zu machen, damit ja nichts kaputt geht.
Was ist der Sinn vom Sammeln unzähliger Sachen, die dann auf meinem Kletterweg vor sich hinstauben und irgendwann doch im Keller landen?
Diese Sammlung von Elfen und Zwölfen, Teelichtern; Gartenzwergen oder Enten?
Das gibt’s bei uns nicht (mehr), haben wir unseren Menschen abgewöhnt. Oder reicht es nicht, wenn man Bücher, Uhren und Katzen sammelt?
Irgendwo ist Schluss mit dem Gebamsel- obwohl so manchmal finde ich das Klasse, wenn’s fällt und die Kombination von Geräusch, Wasser und oder Erde auf dem Boden, gepaart mit dem hysterisch verzweifelten Geschreie und Geklatsche (Beifall?) uns eine Abwechselung bietet. Besonders dann, wenn ich keine Pfote vor die Tür setzte.
Diese Art von Geschrei ist bei uns eher selten; wenn es passiert, dann wenn die Jungs versuchen, die Wurst vom Brot zu klauen- so sind sie. ( verfressenes Volk)
Wenn jetzt noch besonders die Männer unter euch fragen sollten, was um Gottes Willen „Stehrumsel und Gebamsel“ ist, werde ich das mal ganz wissenschaftlich erklären:
(hier sind nicht die männlichen oder katerlichen Geschlechtsorgane gemeint!)
Unter „Stehrumsel“ versteht man die Stalagmiten
Daneben sind die „Gebamsel“ die Stalaktiten unter den unsinnigen sammelleidigen Leidenschaften der Menschen.
Ist doch ganz logisch.
Meine Menschen waren am Wochenende in so einem Stehrumsel, wo sich das weibliche Geschlecht (meist mittelalterlichen Alters, das heißt „Spätgotisch“) kaufrauschigen Adrenalinschüben hingab, indes die mitgeschleiften Männer mit Schrecken und geweiteten Pupillen in ihr geschmälertes Portemonnaie blickten und an der Kasse recht unwillig das Gleiche zücken mussten, mit Tränen in den Augen.
Dafür durften sie dann hinterher die Sachen ins Auto tragen. Wenn diese armen Menschen keine Katzen zu Hause haben, dann wird er es sicher auch abstauben müssen. Auch ein armer K- erl!
Ich hätte ja mal Interesse an einem Ausflug in diese Gefilde, ein K- Mekka für Unsergleichen.
Bevor es losgeht, sollten wir unseren Versicherungsstatus noch mal genauestens überprüfen... (2006)