Der alternde Baum und die grünen Heiligkeiten

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Kaetchen31

Kaetchen31

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Der schnöde Alltag hat uns wieder.
Das Wohnzimmer ist wieder ein Wohnzimmer. Der Glanz der Weihnachtszeit ist am Verblassen.
So langsam verschwinden die glitzernden Utensilien wieder in den unendlichen Tiefen der Schränke, wo sie wartend die Zeit verbringen, bis sie endlich aufs Neue herausgekramt werden, um das Warten aufs Christkind zu verschönern.
Voraussetzung für ein Da Capo ist sicherlich, dass die Klamotten auch wieder gefunden werden.
Meine Zweipfotige ist Rekordhalterin in dem Triathlon „Wegräumen, Verstauen und Nicht-Widerfinden“.
Ich möchte nicht wissen, in welchen diversen Ecken sich seit Jahren Weihnachtsbären und Osterhasen gemeinsam flüsternd und schnarchend aufhalten und der Befreiung entgegenfiebern...
So hat schon so mancher Weihnachtsbär ein Jahr aussetzen müssen, weil unsere verwirrte Freundin ihn so gut versteckt hat, dass er erst zur Osterzeit zufällig seinem Kerker entfliehen hätte können.
Aber was sucht ein Weihnachtstier zur Osterzeit? Integration unmöglich. Pech für ihn und eine Runde aussetzten.
So sind wir ständig auf der Suche nach irgendwelchen Utensilien. Auf der einen Seite hat es sicherlich den Effekt, dass gleichzeitig aufgeräumt werden könnte.
Nun, sie scheint beschäftigt und wir haben unsere Ruhe.
Das Einzige, was von Weihnachten überbleibt ist der Weihnachtsbaum.
Menschen haben scheinbar die Angewohnheit, Dinge, die sie des Öfteren sehen, irgendwann zu übersehen.
Obwohl die Tanne immer noch so schön glitzert, verliert sie so langsam ihre Nadeln und macht sich Pöt a Pöt nackig. Das lässt die Kugeln größer wirken, aber nicht so groß, dass es ihr auffallen würde, dass da immer noch was im Raume steht. Was Großes und was, was quasi grün „unter sich gehen lässt“.
Mittlerweile machen die Jungs sich einen Spaß daraus, Wettpinkeln am Baum zu machen. Das erklärt natürlich den schnellen Verfall des Grüns.
Es ist schon unglaublich, was die Jungs so anstellen, wenn ihnen langweilig ist. Aber den Baum auf diese Weise zu begießen, das geht zu weit.
Das ist Waldsterben im Wohnzimmer und das kann ich nicht dulden.
Was machen wir, dass es der Zweipfotigen auffällt, dass der Baum seine besten Tage gesehen hat? Anzünden stände außer Frage...
Umschmeißen ist eine Alternative.
Das hatten wir vor Jahren schon mal, aber da war es eine kuschelige Nordmanntanne, die sich nicht gegen sportliche Klettereien zur Wehr setzte. Diese piekt gar fürchterlich, bei jedem Schritt drumherum hat Katz außerdem die Nadeln unter den Ballen kleben.
Es geht um Aufmerksamkeit. Da kommen sie ja die Jungens, frisch aus dem Regen.
Es ist ja doch so nahe liegend.
Mein Plan für die Zweipfotige:
Die drei Jungs mit ihrem nassen Fell unterm Weihnachtsbaum herscheuchen. Die Nikki hat ihn noch mal ganz ordentlich geschüttelt. Ups nun ist er wirklich so gut wie nackend.
Zum Brüllen komisch, irgendwie fügt sich alles immer passend.
Die drei Jungs sehen aus, wie grün panierte kleine Ungeheuer und hocken, wie nasse Pudel vor der Haustüre.
Ihre Aufgabe ist es ganz artig zu klingeln und einen auf „die heiligen drei Könige“ zu machen. Eine kleine Strafarbeit für das hausgemachte Waldsterben.
So bekommt jeder was er verdient.
Ich ein Weihnachtsfreies Wohnzimmer, die Jungs ihre Pinkelstrafe und unsere Zweipfotigen Besuch von den drei Königen aus dem grünen Morgenlande.
Wer hat das schon?
 
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