Mein geliebter Stinki ist nicht mehr bei mir...

Diskutiere Mein geliebter Stinki ist nicht mehr bei mir... im Katzentagebücher Forum im Bereich Katzenfreunde; Ich weiß nicht, wie ich das verkraften soll.. ich habe keine Ahnung, wie mein Leben ohne ihn weitergehen soll... Er fehlt mir so sehr, ich kann...
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Luna_88

Luna_88

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Ich weiß nicht, wie ich das verkraften soll.. ich habe keine Ahnung, wie mein Leben ohne ihn weitergehen soll... Er fehlt mir so sehr, ich kann fast nicht mehr atmen vor Schmerz und Trauer und durchlebe gerade die schlimmste Zeit meines Lebens...

Am Mittwoch habe ich meinen kleinen Stinki einschläfern lassen müssen, es war die Hölle. Es war schlimmer, als ich es je erwartet hätte. Obwohl ich mich zwei Wochen emotional und mental darauf vorbereiten konnte, hat mich dieser Moment komplett überfordert und im Nachhinein hätte ich so gerne alles besser gemacht. Ich mache mir dauernd Vorwürfe, wünschte mir, ich hätte ihm noch mehr Liebe geschenkt, hätte ihn noch öfter geknuddelt, hätte ihm in seinen letzten Augenblicken doch die Angst nehmen müssen, aber dann sitzt du da, beim Tierarzt in einem sterilen Raum, stundenlanges Weinen in den Stunden bevor du ihn zum Sterben bringst, wartest auf die Tierärtzin, die dir dann sagt, nein, es hat keinen Wert mehr, er leidet nur wieder, wenn ich ihn nicht erlöse.

Und dann ging alles so schrecklich schnell, ich stand da, wie gelähmt, wie wenn ich das alles gar nicht selbst erlebe. Sie fragt, ob ich mich noch verabschieden möchte, aber ich habe mich ja schon seit zwei Wochen von ihm verabschiedet, wollte in dem Moment nur, dass es schnell geht, auch für ihn, das hätte es doch nicht einfacher gemacht... er ist noch auf den Schoß meiner Mutter gekrabbelt, sie hat sich von ihm verabschiedet und musste dann aus dem Raum. Ich habe mich hingesetzt und nach seiner ersten Spritze ist er zu mir auf den Schoß gekommen und hat sein geliebtes Köpfchen auf meinen Arm gelegt. Als die Ärztin raus gegangen ist, musste er sich jedoch übegeben und der einzige Gedanke, den ich hatte war, er darf jetzt nicht ersticken, bitte bitte, nicht ersticken!! Innerhalb von Sekunden war er in der Betäubung, er hat noch geatmet und ich schaute ihn nur an und konnte mich nicht mehr bewegen, es tat so weh.. es tat so schrecklich weh...ich weiß nicht mehr, was ich gesagt, getan oder gefühlt habe, es ist wie ein Alptraum, aus dem man erwacht am nächsten Tag und sich nur noch an die schrecklichsten Momente erinnern kann...
Für die 2.Spritze hat sie ihn mir aus den Armen genommen und auf den Tisch gelegt.. ich saß immer noch da wie gelähmt und bereue heute so sehr, dass ich ihn nicht berührt habe, als er starb...sein letztes Seufzen und dann schlug sein Herz nicht mehr. Ich küsste ihn noch einmal und dann nahm ich ihn mit. Diese Taubheit in diesem Moment, dieser Schock, dass er jetzt tatsächlich gegangen ist, einfach so ist er aus meinem Leben verschwunden und du denkst nur, das passiert alles gerade nicht wirklich, das ist nicht real...Wie soll ich das alles verkraften?

Ich sitze jetzt hier am Samstag morgen in der Küche und weine mir die Seele aus dem Leib vor Schmerz. Es ist die Hölle für mich, die Morgen sind am Schlimmsten, wenn du aufwachst, ist er der erste Gedanke und dann spürst du in dich rein, ob es weh tut.. doch der Schlaf war gnädig und in den ersten Minuten sind da noch Frieden und Ruhe. Dann gehe ich in die Küche, mache mir Kaffee und wuuuumm...wie eine Lawine überrollt mich der Schmerz in einer Intensiät, die kaum auszuhalten ist. Diese Leere in meiner Wohnung, diese Stille... Er war doch überall, er ist überall. Egal, wo ich hinschaue, da ist er, er, der nicht mehr hier ist.

Am Donnerstag dann habe ich ihn im Garten meiner Eltern beerdigt. Er hat einen schönen Platz unter den Rostensträuchern bekommen, mein Vater hat für ihn ein tiefes Loch gegraben, trotz der trockenen, harten Erde. Ich bin ihm sehr dankbar dafür.
Bevor ich ihn beerdigt habe, bin ich zu ihm in den Keller, allein, er lag da in seinem Korb, wie wenn er schläft und noch atmen würde.. sein geliebtes, süßes Gesichtchen, seine übergroßen Pfoten, sein langes, rotes, weiches Fell.. ich habe ihm meinen Abschiedsbrief vorgelesen, habe ihn um Vergebung gebeten, dass ich in seinen letzten Minuten nicht so da sein konnte, wie er es gebraucht hätte. Ich habe ihm gedankt für alles, was er für mich getan hat, habe ihm gedankt für sein Schnurren, seine Wärme und seine bedinungslose Liebe. Dann trug ich ihn hinaus und legte ihn mit unserem Brief und einem gemeinsamem Foto in sein Grab. Lavendel und Rosen haben wir ihm mitgegeben auf seinem Weg über die Regenbogenbrücke.

Danach fühlte ich mich sehr ruhig und friedlich, den ganzen Abend war ich im Frieden mit ihm, kam nach Hause und musste nicht mehr weinen. Es war seltsam, ich hatte irgendwie das Gefühl, er ist bei mir, er ist noch hier.. am Freitag morgen kam alles dann wieder zurück: der Schmerz, die Trauer, der Verlust, die Realiät...

Ich habe ihn so sehr geliebt, er war der beste Kater der Welt, das Liebste, was es geben kann und dann wurde er mir genommen. Mein Herz ist in 1000 Stücke zerbrochen. Er hat mich 15 Jahre lang begleitet, war immer da, war geduldig, lieb, verschmust, lustig, stur, nervig, laut, bedingungslos gegenwärtig... ich kann einfach nicht mehr, ich weine und weine, die Tränen laufen in einem Fort während ich das hier schreibe. Ich habe gehofft, es hilft vielleicht, das alles aufzuschreiben. Dies ist mein erster Beitrag in dem Forum und dann gleich die Tragödie meines Lebens.

Ich weiß nicht, ob diesen Eintrag jemand liest, eigentlich habe ich es in erster Linie für mich selbst geschrieben, um diese Last von meiner Seele zu nehmen. Doch fühle ich mich jetzt besser? Nein...jetzt kommt nur wieder die Leere, die Taubheit..die gnädige Taubheit für eine kleine Weile, bis die nächste Welle mich überrollt...
 
  • Mein geliebter Stinki ist nicht mehr bei mir... Beitrag #2
Hallo Luna,
ich habe gerade hier deine Geschichte gelesen und ich verstehe dich nur zu gut...du hast hier fast genau das aufgeschrieben, das ich im September 2011 mit meiner Katze Leia erlebt habe...auch ich musste sie einschläfern lassen, ihre Nieren hatten total schlechte Werte...ich leide da heute noch drunter und frage mich immer, ob ich wirklich alles für sie getan habe...das schlimmste für mich ist auch, das sie genauso wie deine Katze von der Betäubungsspritze brechen musste und nun muss ich immer daran denken, dass das letzte war, was sie von ihrem Leben mitbekommen hat...ich habe sie danach zwar noch gestreichelt, bis sie komplett in Narkose war und sie die letzte endgültige Spritze bekam, aber ich weiß nicht, bzw. glaube nicht so wirklich, ob sie das noch mitbekommen hat...sie war gerade mal 7 Jahre alt...der einzigste Trost den ich damals hatte, war ihr Bruder Neo, der hat mich doch etwas abgelenkt...
Fühl dich von mir gedrückt,
Liebe Grüße,Anne.
 
  • Mein geliebter Stinki ist nicht mehr bei mir... Beitrag #3
Liebe Anne,
vielen Dank für deine tröstenden Worte. Es tut gut in seiner Trauer verstanden zu werden, zu wissen, dass es Menschen da draußen gibt, die den gleichen Schmerz durchleben mussten, die mit ähnlichen Gedanken weiterleben müssen und keine Antworten darauf bekommen, ob das, was geschenen ist, richtig oder falsch war...
Ich hoffe so sehr, dass ich in seinem Sinne gehandelt habe, dass er es auch wollte, dass er bereit war zu gehen...aber ich weiß es nicht und muss mir immer wieder sagen, er hätte nur noch mehr gelitten, er hätte Schmerzen gehabt und er war doch in einem schönen Alter...er durfte gehen. Das Leben ist nun mal endlich...
Anne, dir wünsche ich auch ganz viel Kraft, du hast bestimmt alles getan, was du tun konntest. Es war unfair, dass sie nur sieben Jahre alt werden durfte.. das tut mir sehr leid.
Dir und deinem Kater alles Gute, ich habe zum Glück auch noch seine Freundin bei mir und wir beiden Mädels versuchen nun die nächsten Tage gemeinsam zu überstehen...
 
  • Mein geliebter Stinki ist nicht mehr bei mir... Beitrag #4
Hallo Luna,

ich kann ungefähr nachempfinden wie Du Dich jetzt fühlst.

Ich musste bereits zweimal die entsetzliche Entscheidung treffen und einen geliebten Kater erlösen (Mikesch hatte Katzenaids (+ 1996) und Shanks war schwer herzkrank, er drohte zu ersticken (+ 2012). Beide waren vorher schon lange krank und das Ende abzusehen. Trotzdem hat mich jedesmal die Endgültigkeit überrollt und jedesmal habe ich entsetzliche Schuldgefühle gehabt. Man ist ja in dem Moment derjenige, der entscheidet das es keine Hoffnung mehr gibt und der Tod eine Erlösung ist:sad:

Stinki hat bestimmt Deine Liebe gespürt und er ist bestimmt gut über die Regenbogenbrücke gekommen. Dort kann er mit allen Sternenkatzen herumtollen und spielen. Er wird seinen Platz immer in Deinem Herzen haben..


Wenn Du Dir den Kummer von der Seele schreiben willst, hier ist immer jemand da.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft.

Traurige Grüße
 
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