Carli, mein kleiner Schatz,
heute vor zwei Wochen bist du gegangen. Ich fürchte mich seither vor dem Donnerstag. Gestern hat dein Papa die Buchsbäumchen um dein Grab gepflanzt, damit du es kuschelig hast. Ich war gestern bei Frau B. Eigentlich ja wegen meinem Burn out, aber du warst die ganze Zeit Thema. Ich habe ihr erzählt wie deine letzten Tage verlaufen sind und meine Angst, nicht genug um dich gekämpft zu haben. Ich habe immer das Gefühl gehabt, dir dein Leben genommen zu haben. Aber sie sagte mir, dass du dich mit deinem letzten Kuscheln, deinem letzten Schnurren, auch noch im Wartezimmer, von mir verabschiedet hast. Es war deine Art mir zu sagen, dass du mich liebst und mir dankst, dass ich die erlöse. Meine Liebe zu dir habe ich dir gezeigt, indem ich dich habe gehen lassen. Trotzdem kann ich nicht vergessen, wie du dein kleines Köpfchen an die Gitter deines Korbes gepresst hast, ich weiß nicht um vor Erschöpfung oder weil du zu mir wolltest.Auch habe ihr von meinem Versprechen an dich erzählt, welches ich dir mal gab. Das ich dich nicht leiden lasse, dass ich dir helfe, bevor es zu schlimm für dich wird. Dieses Versprechen habe ich gehalten. Ich habe auf mein Gefühl gehört, und diesen Zeitpunkt gewählt. Ich hoffe inständig, es war der richtige. Gestern abend hatte ich diesen großen Drang, dich auf den Arm zu nehmen. Und dann ist mir bewusst geworden, dass ich das nie mehr tun kann. Es ist für mich so unbegreiflich, dass eine so starke Persönlichkeit, wie du sie warst, einfach aufgehört hat in meinem Leben zu existieren. Innerhalb von 1 1/2 Wochen war alles anders. Ich bin so unsagbar traurig. Du fehlst mir so sehr. Mein Leben ohne dich ist viel einsamer und teilweise unerträglich. Aber es muss weiter gehen. Du würdest es nicht anders wollen. Und wenn du aus dem Regenbogenland zu mir herunter schaust, möchte ich dass du zufrieden bist, mit dem was du siehst. Fühl dich ganz doll geknuddelt und geküsst. Ich liebe dich mein Dicker !
Deine Mama