Die letzten 10 Tage kann ich guten Gewissens mit einer turbulenten Achterbahnfahrt vergleichen: ein wildes Auf und Ab!
Nachdem Mika gestern den Eindruck machte, als hätte er an nichts mehr Interesse, ist die Situation heute früh schon wieder völlig anders!
Dieses Hin und Her beeinflusst ganz stark meine eigene Verfassung - so verzweifelt oder ratlos ich an einem Tag bin, so verwirrt, erstaunt, oder manchmal sogar zufrieden bin ich am nächsten Tag - es ist unglaublich!
So langsam muss ich aufpassen, dass ich nicht irgendwann durchdrehe, denn ich bemerke bereits, dass es mir selbst auch schon schlecht geht.
Obwohl es an manchen Tagen einigermaßen geht, habe ich doch meistens nach wie vor keinen Appetit und nehme kaum etwas zu mir...
Als ich heute morgen aufwachte, hörte ich, dass Mika wohl bereits auf den Beinen war.
Da es aber noch ziemlich früh war und ich mich nicht so gut fühlte, nahm ich mir vor, noch eine halbe Stunde zu schlafen.
Da spürte ich plötzlich, dass Mika auf das Bett gehüpft war! Er kam vom Fußende des Bettes zu meinem Nachttisch, blieb kurz darauf stehen und sprang dann wieder hinunter.
Erst dachte ich, dass ich träume, denn war es früher auch völlig normal, dass sich Mika morgens bemerkbar machte und mich oft auch mit seiner kleinen Pfote in meinem Gesicht aufweckte, so hat sich diese Situation in der vergangenen Woche gar nicht mehr ergeben!
Natürlich konnte ich dann nicht länger liegen bleiben!
Mika ging voraus in die Küche und signalisierte mir ganz deutlich, dass er nach draußen möchte - es war noch nicht ganz 7 Uhr.
Ich war völlig überrascht und öffnete ihm die Türe.
Er hockte sich aber erst einmal nur auf die Terrasse und ich fragte ihn, ob er denn gar keinen Hunger hätte.
Er blickte mich an und kam dann wieder zu mir in die Küche. Ich füllte die kleine Spritze mit ReConvales und gab ihm davon vorsichtig etwas ins Mäulchen - danach verschwand er wieder in den Garten.
Noch völlig schlaftrunken machte ich mir erst einmal einen Kaffee und stellte Mika frisches Futter auf seinen gewohnten Platz.
In dem Zimmer, in dem auch der PC steht, öffnete ich dann das Fenster und es dauerte auch nicht allzu lange, bis Mika hineingehüpft kam - und etwas Futter nahm!!!
Ich hatte gerade mal den ersten Schluck Kaffee intus und konnte noch gar nicht richtig fassen, was ich da sah! Ein breites Grinsen überzog mein Gesicht, Freude erfüllte mein Herz, Zuversicht machte sich wohlig warm in meinem Bauch breit!
Mika sprang nach zwei, drei Happen wieder auf die Fensterbank, putze sich kurz die Pfötchen und das Gesicht und verschwand wieder!
Nach einer Weile, in der er offensichtlich "seine Geschäfte" draußen verrichtet hatte, hüpfte er wieder durch's Fenster hinein - und fraß noch einmal ein klein wenig! Ich konnte es kaum glauben!
Mit nassen und schmutzigen Pfoten setzte er sich dann neben meinen Stuhl und schnurrte!
So gerne ich es auch mag, dass er schnurrt, habe ich in den letzten Tagen aber auch immer wieder etwas Angst, denn das Schnurren klingt nach wie vor etwas zu laut und rasselnd. Mika muss dann meist auch leicht husten, oder sich räuspern.
Ich nutzte die Gelegenheit und flösste ihm noch etwas ReConvales ein.
Mika wollte dann wieder ins Schlafzimmer und macht nun ein Nickerchen im Schrank.
Es ist noch nicht einmal 8 Uhr morgens - doch für mich scheint der Tag fast schon gerettet!
Bin noch völlig baff!
Im Laufe des gestrigen Mittags habe ich nochmals eingehend über die Möglichkeit der Artemisia Annua Therapie nachgedacht und mich dazu entschlossen, es zu versuchen!
Mika und ich haben bezüglich seiner Erkrankung nichts zu verlieren - und ich möchte mir selbst einmal sagen können, dass ich alles versucht habe, um meinem kleinen Schlumpf zu helfen!
Ich suchte also im Internet nach den diversen Medikamenten, die mir von Fr. Dr. Földy genant wurden.
Leider war ein Präparat über das Internet nicht mehr zu beziehen und auch das Eisenpräparat, welches unterstützend zu dem Artemisia Kapseln gegeben werden muss, war nicht lieferbar.
Also rief ich in unserer örtlichen Apotheke an - doch auch dort konnte man mir nicht helfen.
Ich war ziemlich frustriert und schickte Fr. Dr. Földy eine Nachricht mit der Bitte, mir Alternativen zu den beiden Präparaten zu nennen, da ich die von ihr empfohlenen Mittel nicht bekommen kann.
Sie war so lieb und rief mich an, um das zu besprechen. Die von ihr empfohlenen Eisentropfen sind tatsächlich nicht zu bekommen - der Hersteller hat seit Juli diesen Jahres Lieferschwierigkeiten.
Fr. Dr. Földy fand jedoch schnell eine Alternative und wir vereinbarten, dass sie mir alle notwendigen Präparate bestellt und alles an mich weiterschickt. Wirklich unglaublich, wie hilfsbereit diese Tierärztin ist!
Nach Absprache mit Fr. Dr. Földy wird mir für Mika auch ein Schmerzmittel zugestellt - das soll u. a. bewirken, dass er vielleicht doch wieder besser fressen kann.
Fr. Dr. Földy nannte und erklärte mir auch einen Schmerzpunkt aus der Akupressur, der sich bei der Katze an den Vorderpfötchen befindet. Diesen Punkt könnte ich, sofern Mika das mag, mit leichtem Druck behandeln/massieren, um ihm etwas Linderung zu verschaffen.
Eine direkte Lieferung der Medikamente an mich ist leider nicht möglich, da diese vom Großhändler nur an Ärzte und Apotheken versandt werden. Daher dauert es noch ein paar Tage, aber ich kann voraussichtlich ab kommendem Montag mit der Behandlung beginnen.
Ich bin schon ziemlich aufgeregt was die Therapie angeht!
Fühle mich etwas unsicher und hoffe sehr, dass ich es schaffe, meinem Mika die ganzen Mittel zu verabreichen und er alles gut verträgt.
Bei Fragen oder Problemen darf ich mich an Fr. Dr. Földy wenden und dieser Gedanke beruhigt mich etwas - sie gibt mir Mut und das Gefühl, nicht völlig alleine mit Mikas Erkrankung umgehen zu müssen.
Der 10. Tag nach der fürchterlichen Diagnose hat gut begonnen und selbst wenn es heute wieder ziemlich trüb und ungemütlich draußen ist, gehe ich doch mit Zuversicht in diesen Tag!