Es ist so still heute... draußen nieselt es. Es ist trüb, grau und dunkel...
Fast scheint es nur ein böser Traum zu sein, dass ich vor rund 22 Stunden Abschied von meinem geliebten Mika genommen habe.
Es kommt mir so unwirklich vor!
Ist das wirklich alles passiert? Kommt er wirklich nie wieder?
Wird der Schmerz und die Trauer über den Verlust jemals vergehen...?
Ich holte ihn nachmittags vorsichtig aus dem Kleiderschrank, in dem er seit dem frühen Vormittag apathisch lag, und trug ihn in "sein" Zimmer. Er war schon so leicht geworden und er knurrte leise - ein Zeichen dafür, dass ihm vermutlich schon alles mögliche schmerzte!
Mein armer kleiner Schatz!
Ich setzte ihn vorsichtig auf der Truhe vor dem Fenster ab. Er war etwas verwundert, sprang aber dann auf die Fensterbank und blickte in seinen Garten.
Ich streichelte ihm über den Kopf... "Richte Leonie liebe Grüße aus mein Schatz, sie wartet sicher auf Dich - dann könnt Ihr gemeinsam spielen.
Bitte sei mir nicht böse! Gute Reise mein Bärchen, ich hab' Dich so unendlich lieb!
Und eines Tages sehen wir uns wieder!"
Dann kraulte ich Mika unter dem Kinn - das hat er immer sehr gemocht - und sein leicht gehobenes Köpfchen und sein zufriedener, niedlicher Gesichtsausdruck währenddessen, sind nun meine letzte Erinnerung an meine kleine Sonne.
Weinend und mit gebrochenem Herzen verließ ich das Zimmer...
Die Entscheidung treffen zu müssen, Mika gehen zu lassen, war so unfassbar schwierig und hart! Ich konnte kaum atmen, mein Herz war so schwer, Tränen liefen mir über das Gesicht - der Schmerz war kaum zu ertragen.
Doch tief in mir drin konnte ich es spüren - ich konnte spüren, dass die Zeit gekommen war und ich konnte spüren, dass es richtig war.
Nachdem Mika am Morgen wieder nichts essen wollte/konnte und ich ihm auch per Spritze kein ReConvales mehr einflössen konnte, wusste ich irgendwie, dass die Zeit jetzt gekommen war, seine Qualen zu beenden.
Ich hatte nicht damit gerechnet, dass letztendlich doch alles so schnell kommen sollte, aber ich wollte und konnte nicht mehr länger dabei zusehen, wie Mika still und leise vor sich hin leidet!
Am Vormittag sprach ich mit meinem Lebensgefährten über das, was passieren sollte.
Die Unterhaltung verlief stellenweise sogar relativ sachlich, da wir beide wussten, dass Mika von seinen Schmerzen erlöst werden müsste. Doch mir schossen trotzdem immer wieder Tränen in die Augen.
Wir sprachen u. a. auch über eine passende Stelle im Garten, an der Mika seine letzte Ruhestätte haben sollte; in welche Decke er eingewickelt werden und welches Spielzeug er mit auf seine Reise bekommen sollte.
Auch sprachen wir darüber, dass es besser sei, dass ich nicht dabei bin, wenn Mika sich auf den Weg zur Regenbogenbrücke macht. Meine Tränen und mein Schmerz hätten ihn sicher verunsichert und ich wollte, dass er ruhig und friedlich von dieser Welt geht.
Ich brauchte noch etwas Zeit, um mich zu sammeln, dann rief ich die Tierärztin an - sie wollte sich gleich auf den Weg zu uns machen.
Mich überkamen nach dem Anruf so viele Emotionen, dass ich es kaum aushalten konnte - wieder fiel mir das Atmen schwer.
Ich zitterte, weinte, dachte konfuse Gedanken, bekam Magenschmerzen und hatte das Gefühl, jeden Moment den Verstand oder das Bewusstsein zu verlieren - es war schrecklich!
Mir war es einfach nicht möglich, die Ankunft der Tierärztin abzuwarten.
Ich verließ das Haus und ging weinend auf einem Feldweg in der Nähe spazieren.
Mein Blick streifte über die Felder, dem grauen Himmel entgegen und meine Gedanken waren voll und ganz bei Mika.
In Gedanken sprach ich mit ihm, redete beruhigend auf ihn ein und versuchte, ihn all meine Liebe zu ihm spüren zu lassen.
Nach einigen Schritten wurde ich ein wenig ruhiger - das Atmen wurde leichter.
Es beruhigte mich zu wissen, dass mein Lebensgefährte in Mikas letzten Minuten anwesend war.
Die beiden kannten sich seit dem Tag, an dem Mika als 140 Gramm Bündel zu uns kam - und sie mochten sich sehr! Ich war und bin unendlich dankbar dafür, dass mein Lebensgefährte mir diese riesengroße Last abgenommen hat!
Ich erfuhr später, dass Mika sanft und friedlich eingeschlafen und alles schnell und unproblematisch verlaufen ist - er hat seine letzte Reise friedvoll angetreten.
Er ist an einem schönen Platz in "seinem" Garten beerdigt worden - ganz nah bei uns - und es brennt nun eine Kerze dort für meine kleine Sonne.
Ich vermisse ihn schrecklich und ich kann mir ein Leben ohne ihn noch gar nicht so richtig vorstellen!
Es gab so viel an ihm, was mich jeden Tag zum Lächeln brachte - er war manchmal so witzig, stets so sanft und einfach ein wahrer Schatz!
Mich um ihn zu kümmern, für ihn zu sorgen und ihn bei mir zu haben hat mir unglaublich gut getan und war so wichtig für mich - und nun ist mein Bärchen für immer gegangen und hinterlässt eine riesige Lücke in meinem Leben.
Zu all dem Schmerz und der unendlichen Trauer mischt sich aber auch irgendwie ein Gefühl der Erleichterung.
Es ist eine Erleichterung zu wissen, dass mein kleiner Schatz nicht mehr leiden muss.
Es ist eine Erleichterung, nicht länger Angst um ihn haben zu müssen und es ist erleichternd, ihm nicht länger hilflos beim Leiden zusehen zu müssen.
Die Tatsache, dass ich wirklich spüren konnte, dass der Zeitpunkt gekommen ist, ist ein kleiner Trost, denn in diesem bestimmten Augenblick war es einfach das, was zu tun übrig blieb.
Noch vor wenigen Tagen habe ich es für völlig unmöglich gehalten, dass ich es tatsächlich als "richtig" empfinden könnte, Mika gehen zu lassen.
Da ich ihm aber seine Leiden nicht nehmen konnte - und es gab nichts, was ich mir sehnlicher gewünscht hätte - war das letzte, was ich für Mika tun konnte, ihn von seinen Leiden zu befreien.
Er bleibt für immer in meinem Herzen und unvergessen!
Leb' wohl, mein MIKA - ich hab' Dich für immer lieb!