Es ist so traurig... statt Mika morgens zu füttern, gehe ich in den Garten, um die kleine Laterne auf seinem Grab auszuschalten.
Am späten Nachmittag schalte ich das Licht wieder ein.
Hätte heute Vormittag eine Kontroll-Untersuchung beim Zahnarzt gehabt - habe den Termin aber vorhin abgesagt.
Gestern habe ich so viel geweint, dass ich dadurch heute ziemliche Kopfschmerzen habe und mich mies fühle.
Auch der Nacken und die Kiefermuskulatur schmerzen, da ich vermutlich in der Nacht wieder heftig mit den Zähnen geknirscht habe.
In meiner Trauer werde ich nicht wirklich verstanden. Ich höre Sätze wie "Sei doch nicht traurig, Mika hatte ein tolles Leben!" Ja, o.k. - das mag sein - aber es ändert nichts an der Tatsache, dass sein Leben viel zu kurz war und er nicht mehr bei mir ist.
Es heißt, ich solle mir doch ein Hobby oder eine Beschäftigung zur Ablenkung suchen, damit ich nicht mehr so viele Tränen vergieße.
Ich kann meine Trauer und meine Tränen nicht steuern, ein- oder ausschalten. Es überkommt mich einfach!
Man hat mir auch den Vorschlag gemacht, mir eine neue Katze zuzulegen... Dieser Gedanke ist mir zwar nicht vollständig unangenehm, doch es spricht so viel dagegen!
Ich hätte Mika gegenüber ein schlechtes Gewissen und auch für eine neue Katze wäre es nicht einfach, denn ich würde - wenn auch unbewusst - immer wieder Vergleiche anstellen.
Dann sind da noch mein Lebensgefährt und unser Hund - mein Partner hat schon, als Mika noch lebte, oft gesagt, dass "keine Katze mehr ins Haus kommt".
Eine neue Katze und den Hund aneinander zu gewöhnen, wäre sicher auch schwierig und langwierig.
Doch ausschlaggebend ist meine Angst vor einem erneuten Verlust! Wie könnte ich es noch einmal ertragen, ein geliebtes Tier zu verlieren? Wie könnte ich diesen Schmerz überwinden?
Ich denke, ich habe schon genug geliebte Gefährten verloren - und mit jedem Verlust wurde es schlimmer!
Leonie wurde mir 2012 genommen und noch heute fehlt sie mir sehr!
Wie lange es dauern wird, über meinen geliebten Mika hinweg zu kommen, wage ich mir gar nicht vorzustellen.
Ich stecke momentan ganz tief in meinem Kummer fest.
Diese Stille in der Wohnung, wenn ich alleine bin, ist unerträglich!
Auch gestern habe ich wieder nach Mika in der Wohnung gerufen und gesucht... und bitterlich geweint.
Letztendlich gehe ich dann doch wieder zum Fenster und blicke auf sein kleines Grab im Garten. Dieser Anblick hat etwas Gespenstisches, Unwirkliches an sich!
Ich schaue auf die Laterne, die Steinumrandung und den kleinen Gedenkstein und das diesige Herbstlicht legt sich wie ein trüber Schleier darüber.
Wie könnte ich mir vorstellen, dass mein wunderschönes kleines Bärchen dort in der kalten Erde liegt?
Ich bin so traurig!